• 18.02.2011, 12:55:19
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Angst vor Wohneigentum

Wien (OTS) - Lebten vor 10 Jahren noch zwei Drittel der Paare in
einem gemeinsamen Haushalt so zeigt die letzte aktuelle und
repräsentative Trendstudie von Andrea Baidinger, bauen wohnen
immobilien Kommunikationsberatung einen signifikanten Rückgang auf.
Nur mehr 57% der ÖsterreicherInnen teilen ihre Wohnung mit einem
Partner. 30% dieser Paare leben in einer Eigentumsimmobilie.
Bemerkenswert ist die Verschiebung des Anteils in den Altersgruppen,
das gemeinsame Heim wird heute später erworben, Heirat ist immer
weniger ausschlaggebend. Haben sich vor 10 Jahren noch 74% der bis
30-jährigen Paare für Eigentum entschieden, so sind es aktuell nur
mehr 61%.

Die Umfrageergebnisse, die in der Studie detailliert
aufgeschlüsselt sind, beinhalten wesentliche Informationen für die
Immobilienbranche. Immer mehr Paare bevorzugen ein getrenntes
Zusammenleben mit jeweils eigenständig, autonom geführten Haushalten.
Vor allem beruflich ambitionierte Frauen schätzen ein "living apart
together", denn Belastungen im Privatbereich, insbesondere die
Auseinandersetzung um die Aufteilung der Haushaltsarbeiten,
entfallen.

"Schönreden" hilft nicht, die Menschen suchen sich den Weg der passt

Immer weniger Paare glauben an die Zukunft der Ehe. Formale und
rechtliche Bestimmungen verlieren an Bedeutung, beziehungsweise sind
nicht an die gesellschaftliche Entwicklung der letzten Jahre
angepasst. "Schönreden hilft nichts. Wenn der Gesetzgeber auf
soziologische Entwicklungen nicht eingeht, suchen sich die Menschen
einfach einen anderen Weg. Sie lassen sich nicht mehr zwingen", so
Baidinger. Für junge Menschen dehnt sich die Jugendphase zeitlich
nach oben aus und führt zu instabileren Lebensformen. Das finanzielle
Fundament für langfristige Planung fehlt. Baidinger: "Früher hatten
junge Leute am Land die Möglichkeit günstig Grund zu erwerben und ein
Haus zu bauen. Heute gibt es nur mehr wenig Infrastruktur und damit
ist auch das Leben am Land teurer geworden. In den Städten ist
leistbarer Wohnraum ohnehin ein sehr knappes Gut."

44 Prozent bereuen gemeinsamen Eigentumserwerb

Etwa die Hälfte der Paare teilen sich die Immobilie im Grundbuch
zu 50 Prozent. Im Falle einer Trennung wird zu etwa einem Viertel das
Haus oder die Wohnung zum unerfreulichen Streitfall. Haben 2001 auf
die Frage "Würden Sie nochmals mit ihrem/einem Partner eine
Eigentumsimmobilie erwerben?" 29 Prozent mit "Nein" geantwortet, so
würden aktuell bereits 44 Prozent diesen Vorgang nicht mehr
wiederholen. "Wir sehen im langjährigen Zyklus die Veränderungen."
sagt Baidinger, "Der Rückgang beim Wunsch nach einem Einfamilienhaus,
der Trend zu Mietwohnungen - das alles sind seit langem Anzeichen
dafür, dass Paare sich immer mehr davor scheuen, sich in eine
unflexible und finanziell unüberschaubare Lage zu bringen. Unsere
Gesetzgebung basiert gerade bei Scheidungen noch immer auf der
Hausfrauen - Ehe."

Immer weniger Paare leben gemeinsam

Teilten bei der Befragung 2001 noch rund 2/3 der ÖsterreicherInnen
ihre Wohnung gemeinsam mit ihrem Partner, so gaben bei der zuletzt
durchgeführten Erhebung nur mehr etwas mehr als die Hälfte der
Befragten an, gemeinsamen in einem Haushalt mit dem Partner zu leben.
30 Prozent dieser Paare bewohnen eine Eigentumsimmobilie. "Die immer
kürzer dauernden Lebensgemeinschaften machen Angst vor dem Erwerb
einer Eigentumsimmobilie", so Immobilienexpertin Baidinger.
"Verständlich, denn in etwa einem Viertel der Trennungen wird das
erworbene Wohnobjekt zum Streitfall", erklärt Baidinger. Seit 2001
werden von Baidinger in regelmäßigen Abständen Untersuchungen
durchgeführt, die nun eine verlässliche Gegenüberstellung der Daten
ermöglichen und die gesellschaftliche Entwicklung zum Thema Wohnen in
Österreich darstellen.

Entscheidung für Wohneigentum fällt später

Ein eklatanter Rückgang um 14 Prozent beim Erwerb einer
Eigentumsimmobilie ist bei den bis zu 25-Jährigen Paaren zu
verzeichnen. Längere Schul- und Ausbildungszeiten, Zunahme von
Zweit-und Drittausbildungen, prekäre Beschäftigungsverhältnisse sowie
längere Jobsuche führen zu geringem Einkommen in der Gruppe der
Anfang 20er. Laut Statistik Austria verdienten im Jahr 2009 die 21-
bis 23-Jährigen jährlich rund 5.000 netto Euro. Ein Teil davon
verschiebt sich in die Gruppe der 26-39-Jährigen, bei denen das
Einkommen bei rund 20.000 netto Euro pro Jahr liegt. "Auch die
Familiengründung passiert Mitte 30. Wohnungen, die dafür projektiert
werden, kosten in durchschnittlichen Lagen um die 2.500 bis 3.000
Euro", sagt Baidinger. Auffallend der Trend bei Paaren 40+. Hier ist
eine Zunahme des Anteils um acht Prozent zu verzeichnen. "40+ Paare
treffen ihre Entscheidung natürlich anders als Junge. Sie sind
gebildet, haben bereits Erfahrungen mit der Wohnungssuche sowie dem
Übersiedeln und damit ganz konkrete Vorstellungen. "Baumeister,
Architekten oder Makler müssen mit dieser Gruppe sehr qualifiziert
umgehen, um ein Geschäft zu machen", sieht Baidinger die Situation.

Rückfragehinweis:
andrea.baidinger bauen|wohnen|immobilien
kommunikationsberatung GmbH
Tel +43-1-904 21 55-15
e-mail: [email protected]

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