Heinisch-Hosek: Mit Freiwilligkeit kommen wir nicht weiter
Nehmen wir uns selbst und die Wirtschaft in die Pflicht, mehr Frauen in Aufsichtsräte zu bringen
Wien (OTS) - "Mit Freiwilligkeit kommen wir ganz offensichtlich
nicht weiter", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek
anlässlich der heute veröffentlichten Zahlen der Arbeiterkammer Wien
zu Frauen in Führungspositionen. In den Aufsichtsräten der größten
200 Unternehmen seien nur zehn Prozent Frauen vertreten. Da habe sich
in den vergangenen Jahren fast nichts getan. Und in den
Vorstandsetagen schaue es mit der Präsenz von Frauen mit deutlich
unter fünf Prozent noch schlimmer aus, so die Ministerin.
"Jetzt muss Schluss sein mit den ewigen Ausreden. Dass die Zeit schon
dafür sorgen wird, dass es mehr Frauen an die Spitze schaffen werden,
das ist einfach nicht so. Jedes Jahr werden wir eines besseren
belehrt", sagt die Frauenministerin. Der Zeitpunkt sei jetzt genau
richtig, um uns selbst als Regierung und die Wirtschaft in die
Pflicht zu nehmen und die Aufsichtsräte weiblicher zu machen. Denn
viele europäische Länder seien uns schon deutlich voraus und hätten
längst erkannt, dass es auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit sei,
Frauen in Führungspositionen zu bringen. Es sei bereits allen klar,
dass Frauen mittlerweile vielfach besser ausgebildet seien als die
Männer und alle Studien würden belegen, dass gemischte Führungsteams
bessere wirtschaftliche Ergebnisse brächten.
"Ich bin überzeugt, dass mehr Frauen in Führungspositionen für die
Wirtschaft, für die Frauen und letztlich für die gesamte Gesellschaft
gut sind. Und ja, es wird auch bedeuten, dass einige Männer ihre
Chefsessel räumen müssen. Aber eine 90-prozentige Männerquote in
Aufsichtsräten ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Ich werde in dieser
Frage nicht mehr locker lassen und in einem ersten Schritt gemeinsam
mit Wirtschaftsminister Mitterlehner an einer Selbstverpflichtung für
staatsnahe und börsenotierte Unternehmen arbeiten", so Heinisch-Hosek
abschließend.
Mag. Dagmar Strobel
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