• 15.02.2011, 13:04:37
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  • OTS0176 OTW0176

Landwirtschaft fordert fachliche Diskussion in Tierschutzdebatte

Kammer und Verband der Schweinebauern regen Expertenrunde bei Gesundheitsminister an

Wien (OTS/aiz.info) - Die Landwirtschaftskammer Österreich (LK Ö)
und der Verband Österreichischer Schweinebauern (VÖS) laden
Gesundheitsminister Alois Stöger in einem gemeinsamen Brief ein, in
einer Expertengruppe die fachliche Diskussion in der
Tierschutzdebatte um die sogenannten Ferkelschutzkörbe zu vertiefen.
"Die Branche ist gerne bereit zu einer internen Fachdiskussion.
Deshalb regen wir bei Gesundheitsminister Stöger die Einrichtung
einer Expertenrunde mit nationalen und internationalen Fachleuten,
Branchenvertretern, Tierschützern und Rechtsexperten an", so
Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski.

Landwirtschaftskammer und VÖS verweisen in dem Brief auf eine
Reihe von Forschungsberichten in mehreren EU-Mitgliedstaaten, eine
Stellungnahme der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit
EFSA sowie Studien von Wissenschaftern der Universitäten für
Bodenkultur und Veterinärmedizin, die für eine gesamthafte
Betrachtung und Bewertung der Bewegungssituation von Zuchtsauen
während des kurzen Zeitabschnitts in der Säugephase ihrer Ferkel zu
berücksichtigen seien.

Diese kommen zum Schluss, dass die zeitlich beschränkte
vorübergehende Bewegungseinschränkung für das Muttertier als
vertretbar anzusehen sei, weil sie ausschließlich dem Schutz der
Ferkel in der Geburtsphase sowie vor dem Erdrücken in den ersten
Lebenstagen und vor Verletzungen diene. Weiters würden zwar
Alternativen gesucht, diese seien jedoch zurzeit noch entweder in
Entwicklung und Prüfung oder noch nicht wettbewerbsfähig oder aus
Gründen des Tierschutzes, des Managements und der Wirtschaftlichkeit
nicht allgemein akzeptiert. Deshalb habe sich die EU bisher auch noch
nicht veranlasst gesehen, ihre aktuell geltende und in Österreich
umgesetzte Richtlinie zu den Mindestanforderungen für den Schutz von
Schweinen zu ändern.

"Wir fordern deshalb, statt eines nationalen Alleinganges, der
angesichts der angespannten Wettbewerbssituation in der EU zu
existenziellen Problemen für die österreichischen Schweinehalter
führen würde, eine vertiefte Expertendiskussion, die die gesamthafte
Betrachtung der Problemstellung ermöglicht", so Wlodkowski.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
aiz.info - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst,
Tel.: 01/533 18 43
mailto:[email protected]
www.aiz.info

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