- 10.02.2011, 13:07:37
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Begünstigt Behinderte: Land Niederösterreich erfüllt Beschäftigungspflicht nicht
AKNÖ-Haneder: 28,6 Prozent der Betroffenen arbeitslos, Öffentliche Hand sollte Vorbild sein
Wien (OTS/AKNÖ) - Das Land Niederösterreich beschäftigt mehr als
200 begünstigt Behinderte zu wenig. Das sind Menschen, die trotz
Behinderung arbeitsfähig und arbeitswillig sind. AKNÖ-Präsident
Hermann Haneder erinnert an die Vorbildwirkung der Öffentlichen Hand.
"Wenn hier die gesetzlichen Quoten nicht erfüllt werden, animiert das
die Privatwirtschaft nicht, ihre Verpflichtungen zu erfüllen."
4.485 begünstigte Behinderte aus Niederösterreich stehen nach den
jüngsten verfügbaren Zahlen nicht in Beschäftigung. Das sind 28,6
Prozent der Betroffenen. "Ein erschreckend hoher Anteil", kommentiert
AKNÖ-Präsident Hermann Haneder die Zahlen. "Man kann sich kaum
vorstellen, was das für die Betroffenen bedeutet." Auch wenn das
Gesamtbundesland hier besser abschneide als die meisten anderen
Bundesländer - für die öffentliche Verwaltung gilt das nicht. "Laut
den uns vorliegenden Zahlen beschäftigt die Landesregierung in all
ihren Zuständigkeitsbereichen weit mehr als 200 Betroffene zu wenig",
sagt AKNÖ-Experte Reinhard Schmitt. "Das führt unter anderem dazu,
dass das Land im Vorjahr 220.000 Euro an Ausgleichstaxe zu bezahlen
hatte." Das ist ein Ausgleich dafür, dass ein Unternehmen oder eine
Einrichtung nicht die gesetzlich vorgeschriebene Zahl an begünstigt
Behinderten beschäftigt. "Grundsätzlich sind das ein Betroffener oder
eine Betroffene pro 25 Beschäftigten", erklärt Schmitt.
"Freikaufen von Quote ist zu billig"
Haneder appelliert an das Land, seine Vorbildwirkung zu erfüllen und
begünstigt Behinderte einzustellen. "Das wäre ein Signal an die
Privatwirtschaft, ihren Verpflichtungen nachzukommen." Der
AKNÖ-Präsident tritt außerdem dafür ein, die Ausgleichstaxe zu
erhöhen. "Derzeit kostet es zwischen 226 und 336 Euro pro Monat,
einen begünstigt Behinderten nicht einzustellen. Das macht es viel zu
billig für Unternehmen, die ihrer Beschäftigungspflicht nicht
nachkommen." Haneder fordert, dass die Ausgleichstaxe auf den
branchenüblichen Kollektivvertragslohn angehoben wird. "Da wird es
sich ein Betrieb zweimal überlegen, ob er die Quote nicht erfüllt."
AKNÖ erhöht Einsatz für Menschen mit Behinderung
Die Niederösterreichische Arbeiterkammer wird im Jahr 2011 ihren
Einsatz für Menschen mit Behinderung erhöhen. Im April ist eine
Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema geplant. Auch
die Sitzung des ArbeitnehmerInnenparlaments im Mai wird sich
schwerpunktmäßig mit Möglichkeiten beschäftigen, Menschen mit
Behinderungen im Arbeitsmarkt zu integrieren und sie im Alltag zu
unterstützen. Außerdem hat die AKNÖ ihre Informationsbroschüre
"Beschäftigte mit Behinderung" neu aufgelegt.
Rückfragehinweis:
AKNÖ Sozialrecht, Reinhard Schmitt
01/58883 - 1333
Aktuelle Informationen finden Sie auch unter noe.arbeiterkammer.at/presse
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