• 03.02.2011, 10:39:50
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"Schulmief" senkt Leistungsfähigkeit der Schüler

Auch Ansteckungsgefahr steigt gravierend - Lüftungsanlagen können Abhilfe schaffen

Wien (OTS) - Dicke Luft in Österreichs Klassenzimmern. Die
Schülerinnen und Schüler ersticken förmlich in schlecht belüfteten
Schulräumen, was die Konzentration hemmt und die Leistungsfähigkeit
senkt. Das Umweltreferat der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK)
fordert daher mehr Luft für Österreichs Schüler und spricht sich für
den Einbau von Innenraumlüftungen in allen Schulklassen aus. "Wer
kennt nicht den typischen 'Schulmief', der sich spätestens ab der
dritten Unterrichtsstunde in der Klasse breit macht", erklärte
ÖÄK-Präsident Walter Dorner am Donnerstag in einer Aussendung.
Kopfschmerzen und Müdigkeit seien die Folge, die Lernleistung der
Schüler nehme deutlich ab. Dagegen steige die Ansteckungsgefahr, etwa
in Grippezeiten.

"Die beim PISA-Test so erfolgreichen skandinavischen Schüler lernen
in der Regel in mechanisch belüfteten Klassen, während unsere Jugend
buchstäblich im eigenen Dampf sitzt", betonte Heinz Fuchsig vom
ÖÄK-Referat für Umweltmedizin. Zwar sei diese Mischung aus
unterschiedlichen flüchtigen Stoffen wie etwa CO2 und
Geruchssubstanzen nicht gesundheitsschädlich, aber ein Marker für die
Qualität der Innenraumluft. Studien des Umweltministeriums hätten
gezeigt, dass in etwa der Hälfte der österreichischen Klassen die
hygienischen Grenzwerte überschritten werden. "Das ist für ein
zivilisiertes Land wie Österreich untragbar", ergänzte Studienautor
und Innenraumanalytiker Peter Tappler. Würden alle Klassen mit einer
Komfortlüftungsanlage ausgestattet, wären Leistungsgewinne im
zweistelligen Prozentbereich zu erwarten.

Gerade im Winter seien diese Lüftungsanlagen unverzichtbar. "Das
Fenster zu kippen bringt nur Verluste an Wärme und Luftfeuchtigkeit",
erklärte Fuchsig. Das sei verheerend, denn trockene Luft fördere die
Ansteckung mit Krankheitserregern. Auch die Stimmen der Lehrer würden
damit unnötig belastet "Dabei ist dieser Tage die Gefahr, an Grippe
zu erkranken, auch ohne diesen Risikofaktor hoch genug", warnte der
Arzt. Lüften hingegen würde nur reichen, wenn in jeder Pause und
einmal pro Stunde die Fenster ganz geöffnet würden, wie Messungen der
Ärztekammer Tirol zeigen. Das sei aber in einem Schulbetrieb aus
naheliegenden Gründen kaum möglich oder sogar verboten, so Fuchsig.
Zudem würden moderne Lüftungsgeräte 90 Prozent der Wärmeverluste
verhindern und Außenlärm zurückhalten. Und als Bonus erhöhe deren
sehr leises Rauschen bei Schularbeiten sogar die
Konzentrationsfähigkeit, betonte der Experte. Er forderte daher
Messungen der Luftqualität in allen Klassen sowie die Entwicklung
eines Nachrüstprogramms für die Schulen mit den schlechtesten
Möglichkeiten zur Fensterlüftung. (zk)

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: (++43-1) 513 18 33-14
Mail: [email protected]

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