OTS0115   2. Feb. 2011, 11:44

Montecuccoli: Waldbewirtschaftung rechnet sich wieder - BILD

Familienforstwirtschaft macht uns zu Wald-Weltmeistern


Montecuccoli: Waldbewirtschaftung rechnet sich wieder vergrößern

BILD zu OTS - Die österreichische Forstwirtschaft - Bilanz 2010 und Ausblick 2011. Land&Forst Betriebe.

Wien (OTS) - Die heimischen Forstbetriebe können nach einer
schwierigen wirtschaftlichen Phase nun wieder kräftig durchatmen und
sich über Gewinne aus der Waldbewirtschaftung freuen. "Nach zwei
Verlustjahren konnte im Jahr 2010 ein Gewinn von 12 bis 13 Euro je
Festmeter erreicht und somit das beste Betriebsergebnis seit vielen
Jahren erzielt werden. Dies ergibt der Forstbericht der Land&Forst
Betriebe Österreich an das Lebensministerium", freut sich Präsident
DI Felix Montecuccoli. ****

Holzpreise als Erfolgsmotor

Die deutliche Verbesserung der Holzpreise war der Motor für diese
erfreuliche Entwicklung. Die durchschnittlichen Preise für
Nadelsägerundholz lagen bei rund 85 Euro je Festmeter. Im Jahr 2009
mussten sich die Forstbetriebe noch mit 72 Euro zufrieden geben. Auch
beim Industrie- und Energieholz waren Preiserhöhungen möglich.

Großkalamitäten blieben aus

Der Aufschwung im Jahr 2010 hat viele Väter. Erfreulich ist, dass
die großen Stürme und Kalamitäten in den beiden letzten Jahren
ausgeblieben sind. Die aktiven Forstschutzmaßnahmen der
Forstwirtschaft und eine günstige Witterung haben größere Schäden
durch Borkenkäfer verhindert. Zusätzlich haben eine auf den Markt
abgestimmte Einschnittspolitik der österreichischen Sägeindustrie und
die anziehende Konjunktur die Holzmarktlage positiv beeinflusst.

Intensive Pflege als Zukunftsinvestition

Durch die höheren Erträge konnten die Forstbetriebe ihre
waldbaulichen Programme intensivieren. Neben dem laufenden
Pflegeprogramm waren vor allem die Folgewirkungen der Kalamitäten aus
den Vorjahren zu bewältigen. Erhöhte Kosten für die Verjüngung und
Pflege des Waldes stehen seither zu Buche. Gleichzeitig bedeutet dies
eine Investition in die Zukunft unserer Wälder und ihrer vielfältigen
Funktionen.

Teure Holzernte in schwierigen Lagen

Einen Trend nach oben zeigen die Holzerntekosten je Festmeter. Die
Ursachen liegen in der vermehrten Nutzung im schwierigen Gelände und
nicht in fehlenden Rationalisierungen. Die Nutzung dieser steilen und
schwierigen Gebiete konnten sich die Forstbetriebe mit den
Holzpreisen aus den Vorjahren nicht leisten. Jetzt kann auch in
diesen Wäldern die Verjüngung eingeleitet werden.

Holzernte und Holzexport gestiegen

Der gesamte österreichische Holzeinschlag lag im Jahr 2010 bei
rund 19,5 Millionen Festmeter. Somit konnte gegenüber dem Jahr 2009
die Holzernte um rund 2,8 Millionen Festmeter gesteigert werden. Die
professionelle Forstwirtschaft hat somit die Basis zur Versorgung der
Industrie gesichert. Die Schnittholzproduktion der Sägeindustrie
konnte auf 9,3 Millionen Kubikmeter angehoben werden. Die Exporte von
Schnittholz konnten auf 6,2 Millionen Kubikmeter gesteigert und somit
um rund 5 Prozent gegenüber 2009 verbessert werden. Der Abstand
zum Topexportjahr 2007 (7,6 Mio. Kubikmeter) wurde damit deutlich
verringert.

Wir sind Wald-Weltmeister

"Nach den vergangenen harten Jahren herrscht in der
Forstwirtschaft erstmals wieder richtige Aufbruchstimmung. Das hat
nicht nur mit den aktuellen Holzpreisen zu tun, sondern wir spüren
auch zunehmend, dass uns die Gesellschaft für die erbrachten
Leistungen entsprechende Wertschätzung entgegen bringt. Damit können
wir unseren Kindern auch wieder eine Perspektive für die Zukunft
geben. Die heimische Familienforstwirtschaft ist auch in fast allen
forstlichen Belangen international ganz vorne bei Innovation,
Technologie und Know-How mit dabei - das sichert uns seit Jahren den
'forstlichen Gesamtweltcup' und macht uns zu Wald-Weltmeistern, nicht
nur heuer im Jahr des Waldes", beschreibt Präsident DI Felix
Montecuccoli die aktuelle Stimmung in der Forstwirtschaft.

Waldinventur bestätigt den Weg der heimischen Forstwirtschaft:
Mehr Biodiversität trotz Nutzungssteigerung

Die jüngsten Ergebnisse der Österreichischen Waldinventur (ÖWI)
stellen den Waldeigentümern ein überaus positives Zeugnis aus. Sowohl
die Waldfläche als auch der Holzvorrat haben in Österreich weiterhin
zugenommen. Demnach ist die Waldfläche in einem Zeitraum von 7 Jahren
um weitere 30.000 Hektar angewachsen (dies entspricht 3/4 der
Fläche von Wien) und bedeckt nun 47,6 Prozent der österreichischen
Staatsfläche. Mit einem Gesamtvolumen von 1,14 Milliarden Festmetern
erreicht der Holzvorrat einen historischen Höchststand, dies
entspricht einer Zunahme um 3,7 Prozent gegenüber der letzten
Erhebung. Damit zeigt sich, dass die Waldeigentümer nach wie vor
nicht das gesamte Zuwachspotential ausschöpfen, obwohl die
Holzerntemengen in den letzten Jahren wesentlich gesteigert werden
konnten.

Klimawandel: Trend zu mehr Laubholz

Auch bei den wichtigen Indikatoren für die Naturnähe, den
Mischwald- und Laubholzanteil sowie den Totholzmengen, zeigen sich
sehr positive Entwicklungen. Nach wie vor bleiben aber die Nadelbäume
mit einem Anteil von 4/5 am Gesamtvorrat dominierend. Diese sind
nicht nur jene Baumarten, die im Gebirgsraum natürlich vorkommen,
sondern die auch eine ökonomische Bedeutung für den gesamten Sektor
haben. Die Waldeigentümer reagieren auf die Herausforderungen des
Klimawandels durch die Pflege von Mischwäldern auf geeigneten
Standorten und beweisen damit ihre Verantwortung für die Erhaltung
der Biodiversität.

"Diese positiven Entwicklungen wurden nicht durch Umwelt-NGOs oder
die Außernutzungsstellung von Wäldern erreicht, sondern es ist das
Ergebnis aus der verantwortungsvollen und nachhaltigen
Bewirtschaftung durch die Waldeigentümer nach dem Grundsatz
'Natur schützen durch Natur nützen'", betont Verbandspräsident
DI Felix Montecuccoli.

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021144 Feb 11 LUF0001 0763



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