Montecuccoli: Waldbewirtschaftung rechnet sich wieder

Familienforstwirtschaft macht uns zu Wald-Weltmeistern

Wien (OTS) - Die heimischen Forstbetriebe können nach einer schwierigen wirtschaftlichen Phase nun wieder kräftig durchatmen und sich über Gewinne aus der Waldbewirtschaftung freuen. "Nach zwei Verlustjahren konnte im Jahr 2010 ein Gewinn von 12 bis 13 Euro je Festmeter erreicht und somit das beste Betriebsergebnis seit vielen Jahren erzielt werden. Dies ergibt der Forstbericht der Land&Forst Betriebe Österreich an das Lebensministerium", freut sich Präsident DI Felix Montecuccoli. ****

Holzpreise als Erfolgsmotor

Die deutliche Verbesserung der Holzpreise war der Motor für diese erfreuliche Entwicklung. Die durchschnittlichen Preise für Nadelsägerundholz lagen bei rund 85 Euro je Festmeter. Im Jahr 2009 mussten sich die Forstbetriebe noch mit 72 Euro zufrieden geben. Auch beim Industrie- und Energieholz waren Preiserhöhungen möglich.

Großkalamitäten blieben aus

Der Aufschwung im Jahr 2010 hat viele Väter. Erfreulich ist, dass die großen Stürme und Kalamitäten in den beiden letzten Jahren ausgeblieben sind. Die aktiven Forstschutzmaßnahmen der Forstwirtschaft und eine günstige Witterung haben größere Schäden durch Borkenkäfer verhindert. Zusätzlich haben eine auf den Markt abgestimmte Einschnittspolitik der österreichischen Sägeindustrie und die anziehende Konjunktur die Holzmarktlage positiv beeinflusst.

Intensive Pflege als Zukunftsinvestition

Durch die höheren Erträge konnten die Forstbetriebe ihre waldbaulichen Programme intensivieren. Neben dem laufenden Pflegeprogramm waren vor allem die Folgewirkungen der Kalamitäten aus den Vorjahren zu bewältigen. Erhöhte Kosten für die Verjüngung und Pflege des Waldes stehen seither zu Buche. Gleichzeitig bedeutet dies eine Investition in die Zukunft unserer Wälder und ihrer vielfältigen Funktionen.

Teure Holzernte in schwierigen Lagen

Einen Trend nach oben zeigen die Holzerntekosten je Festmeter. Die Ursachen liegen in der vermehrten Nutzung im schwierigen Gelände und nicht in fehlenden Rationalisierungen. Die Nutzung dieser steilen und schwierigen Gebiete konnten sich die Forstbetriebe mit den Holzpreisen aus den Vorjahren nicht leisten. Jetzt kann auch in diesen Wäldern die Verjüngung eingeleitet werden.

Holzernte und Holzexport gestiegen

Der gesamte österreichische Holzeinschlag lag im Jahr 2010 bei rund 19,5 Millionen Festmeter. Somit konnte gegenüber dem Jahr 2009 die Holzernte um rund 2,8 Millionen Festmeter gesteigert werden. Die professionelle Forstwirtschaft hat somit die Basis zur Versorgung der Industrie gesichert. Die Schnittholzproduktion der Sägeindustrie konnte auf 9,3 Millionen Kubikmeter angehoben werden. Die Exporte von Schnittholz konnten auf 6,2 Millionen Kubikmeter gesteigert und somit um rund 5 Prozent gegenüber 2009 verbessert werden. Der Abstand
zum Topexportjahr 2007 (7,6 Mio. Kubikmeter) wurde damit deutlich verringert.

Wir sind Wald-Weltmeister

"Nach den vergangenen harten Jahren herrscht in der Forstwirtschaft erstmals wieder richtige Aufbruchstimmung. Das hat nicht nur mit den aktuellen Holzpreisen zu tun, sondern wir spüren auch zunehmend, dass uns die Gesellschaft für die erbrachten Leistungen entsprechende Wertschätzung entgegen bringt. Damit können wir unseren Kindern auch wieder eine Perspektive für die Zukunft geben. Die heimische Familienforstwirtschaft ist auch in fast allen forstlichen Belangen international ganz vorne bei Innovation, Technologie und Know-How mit dabei - das sichert uns seit Jahren den 'forstlichen Gesamtweltcup' und macht uns zu Wald-Weltmeistern, nicht nur heuer im Jahr des Waldes", beschreibt Präsident DI Felix Montecuccoli die aktuelle Stimmung in der Forstwirtschaft.

Waldinventur bestätigt den Weg der heimischen Forstwirtschaft:
Mehr Biodiversität trotz Nutzungssteigerung

Die jüngsten Ergebnisse der Österreichischen Waldinventur (ÖWI) stellen den Waldeigentümern ein überaus positives Zeugnis aus. Sowohl die Waldfläche als auch der Holzvorrat haben in Österreich weiterhin zugenommen. Demnach ist die Waldfläche in einem Zeitraum von 7 Jahren um weitere 30.000 Hektar angewachsen (dies entspricht 3/4 der Fläche von Wien) und bedeckt nun 47,6 Prozent der österreichischen Staatsfläche. Mit einem Gesamtvolumen von 1,14 Milliarden Festmetern erreicht der Holzvorrat einen historischen Höchststand, dies entspricht einer Zunahme um 3,7 Prozent gegenüber der letzten Erhebung. Damit zeigt sich, dass die Waldeigentümer nach wie vor nicht das gesamte Zuwachspotential ausschöpfen, obwohl die Holzerntemengen in den letzten Jahren wesentlich gesteigert werden konnten.

Klimawandel: Trend zu mehr Laubholz

Auch bei den wichtigen Indikatoren für die Naturnähe, den Mischwald- und Laubholzanteil sowie den Totholzmengen, zeigen sich sehr positive Entwicklungen. Nach wie vor bleiben aber die Nadelbäume mit einem Anteil von 4/5 am Gesamtvorrat dominierend. Diese sind nicht nur jene Baumarten, die im Gebirgsraum natürlich vorkommen, sondern die auch eine ökonomische Bedeutung für den gesamten Sektor haben. Die Waldeigentümer reagieren auf die Herausforderungen des Klimawandels durch die Pflege von Mischwäldern auf geeigneten Standorten und beweisen damit ihre Verantwortung für die Erhaltung der Biodiversität.

"Diese positiven Entwicklungen wurden nicht durch Umwelt-NGOs oder die Außernutzungsstellung von Wäldern erreicht, sondern es ist das Ergebnis aus der verantwortungsvollen und nachhaltigen Bewirtschaftung durch die Waldeigentümer nach dem Grundsatz
'Natur schützen durch Natur nützen'", betont Verbandspräsident
DI Felix Montecuccoli.

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