• 01.02.2011, 16:06:13
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"KURIER"-Kommentar von Martina Salomon: "Spitzenfrauen gesucht"

Es gibt viele Argumente gegen die Frauenquote und eines dafür: Sie wirkt.

Wien (OTS) - Preisfrage: Wie lange dauert es noch, bis in
Vorständen und Aufsichtsräten österreichischer börsenotierter Firmen
wenigstens ein Drittel Frauen sitzen? 10 Jahre, 50, 70? Es geht im
Schneckentempo voran (siehe Seite 11). Die EU-Kommission will jetzt
Dampf machen und droht mit einer 30-Prozent-Quote ab 2012, wenn
Firmen nicht endlich initiativ werden.
Es gibt viele Argumente dagegen und ein starkes dafür: Die Quote
wirkt, siehe Norwegen. Möglicherweise geht es also nicht anders, als
zu diesem unschönen Mittel zu greifen. Klar ist, dass Firmen, die
weibliches Spitzenpersonal suchen, schon auf der mittleren Ebene mit
Frauenförderung beginnen müssen. Frauen schreien nicht immer gleich
"hier", wenn es um Aufstieg geht. Sie sind weniger bereit, für
Machtzuwachs auf Lebensqualität zu verzichten. Und sie interessieren
sich für weniger karriereträchtige Ausbildungswege als Männer.
Dennoch ist es eine beliebte Ausrede, nicht genügend Frauen für
Top-Jobs zu finden. Es gibt sie, manchmal muss man sie halt suchen.
Auch die Annahme, dass Männer die besseren Manager sind, hat nicht
zuletzt die Finanzkrise eindrucksvoll widerlegt. Das Aufbrechen der
Boys Clubs macht auch ökonomisch Sinn: Firmen mit Frauen im
Management sind erfolgreicher.

Rückfragehinweis:
KURIER, Chefredaktion
Tel.: (01) 52 100/2601

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