- 01.02.2011, 12:30:26
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AKNÖ ortet Missstände bei Finanz-Beratungsgesprächen
Anlageformen entsprechen nicht den Bedürfnissen der Kunden
Wien (OTS) - Wegen unzureichender Beratungen durch
Finanzdienstleister gehen Sparformen oft an den Bedürfnissen der
Kunden vorbei. Diese wenden sich dann verunsichert an die AKNÖ.
Die kürzlich veröffentlichte Jahresbilanz 2010 der AKNÖ hat gezeigt,
dass im Bereich Finanzdienstleistungen um 17 Prozent mehr
KonsumentInnen Hilfe bei den AKNÖ-ExpertInnen gesucht haben als noch
im Jahr 2009. Das sei vor allem auf die zahlreichen Anfragen rund um
Fremdwährungskredite und Anlageformen zurückzuführen, weiß
AKNÖ-Konsumentenberater Ernst Hafrank. "Wir beobachten immer wieder,
dass die von den Finanzdienstleistern aufgestellten
Finanzierungsmodelle zum Teil vollkommen an den Bedürfnissen der
Menschen vorbei gehen, die sich dann in ihrer Not an uns wenden", so
Hafrank.
Zwei Lebensversicherungen für ein neues Auto
Haaresträubend ist der jüngste Fall einer Konsumentin, die sich an
die AKNÖ wandte. Die geringfügig beschäftigte Alleinerzieherin zweier
Kinder wollte Geld für ein neues Auto und allfällige
Sanierungsarbeiten in ihrer Wohnung ansparen. Das Produkt, das ihr
der "nette" Herr vom Finanzdienstleistungsvertrieb verkaufte, war
aber nicht der sich geradezu anbietende Bausparer. Seine "Lösung"
waren zwei fondsgebundene Lebensversicherungspolizzen mit einer
Laufzeit bis 2038. Dazu wählte er mit der Frau zwei Fonds aus -
jeweils in der höchsten und zweithöchsten Risikoklasse. Die Frau hat
somit keine garantierte Versicherungssumme, die am Ende der Laufzeit
ausgezahlt wird und auch keine gesetzliche Mindestverzinsung in
Aussicht. Auch ein Teilverlust des eingesetzten Kapitals ist in
diesem Fall nicht auszuschließen.
Haneder: "Finanzbranche muss sich umstellen"
"Dieser Fall ist ein Musterbeispiel dafür, dass die Bedürfnisse der
Verbraucher vielen Finanzdienstleistern egal sind und sie sich vor
allem bemühen, ein Produkt mit der größtmöglichen
Vermittlungsprovision zu verkaufen", bemängelt Hafrank. Denn, in
Österreich bekommen Finanzberater Geld für ein verkauftes Produkt und
nicht für die Qualität der Beratung. "Ähnlich dem skandinavischen
Modell sollte sich die gesamte Finanzbranche umstellen und nicht die
Provisionsmaximierung unterstützen, sondern die Beratungsleistung.
Dann würden solche Fälle weniger oft vorkommen", ist sich
AKNÖ-Präsident Hermann Haneder sicher.
Rückfragehinweis:
AKNÖ-Konsumentenberatung
Ernst Hafrank
Tel: +43 1 58883-1310
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