- 29.01.2011, 09:59:11
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Hunderttausend Haushalte bekommen in wenigen Tagen eine niedrigere (!) Pension!
Blecha und Khol: Wir haben dagegen gekämpft
Wien (OTS) - Nächste Woche kommen erstmals die neuen Pensionen im
Jahr 2011 zur Auszahlung. Dies wird für 100.000 Pensionistenhaushalte
mit einer bösen Überraschung verbunden sein, denn durch die im
Dezember beschlossene Abschaffung des Alleinverdienerabsetzbetrages
wird es trotz Pensionsanpassung schon bei einer Pension von 1.300
Euro eine Netto-Kürzung von 20,39 Euro monatlich geben, Pensionen
über 2.300 Euro haben, da sie ja überhaupt keine Anpassung erhalten,
sogar eine Netto-Kürzung von 30,33 Euro zu erwarten. Der Seniorenrat
kämpft von Anfang an gegen diese "kalte Pensionskürzung" und ist
entschlossen, alle juristischen Schritte zu setzen, einschließlich
des Wegs zum Verfassungsgerichtshof. Dass im Rahmen des Sparbudgets
im Sozialbereich jene "zum Handkuss" kommen, die an den Ursachen der
Finanzkrise völlig unschuldig sind, wird vom Seniorenrat ausdrücklich
als ungerecht und unfair bewertet. Eine Protestwelle hat bereits die
Seniorenorganisationen erreicht.
Die Präsidenten des Österreichischen Seniorenrates Karl Blecha und
Andreas Khol halten daher fest, dass die Seniorenorganisationen diese
Maßnahme mit allen Kräften bekämpft hat und entschlossen weiter
bekämpfen wird: "Wir haben bis zur Beschlussfassung im Nationalrat
versucht, diese Netto-Pensionskürzung zu verhindern. Wie haben dieser
ungerechten Maßnahme nie zugestimmt und werden sie daher beim
Verfassungsgerichtshof juristisch bekämpfen. Das sind wir den vielen
Seniorinnen und Senioren schuldig, die im Gegensatz zu den aktiv
Erwerbstätigen an ihrem Einkommensverlust im Ruhestand überhaupt
nichts mehr ändern können. Und dass ein Betrag von 20 Euro für
Pensionisten viel Geld ist, mögen alle beurteilen, die sich fragen,
wie zwei Personen mit 1.300 Euro im Monat leben könnten, damit Miete,
Strom, Gas, Heizen, Lebensmittel, Medikamente, Verkehrsmittel, etc.
bezahlen und dann trotzdem noch ihren Enkerln ein paar Geldscheine
zustecken!"
Damit wird auch jenes fleißige Arbeitsleben bestraft, bei dem in
den 50er bis 80er Jahren viele Frauen nicht arbeiten gingen (mangels
Jobangebot und Kinderbetreuungsangebot vielfach gar nicht gehen
konnten!), verantwortungsvoll für ihre Kinder und ihre Familie
gesorgt haben und einen unersetzlichen und wertvollen Dienst an
unserer Gesellschaft geleistet haben. Die Seniorenratspräsidenten
erklären dazu: "Mit ihrem Verzicht auf eine eigene Pension ist ja
auch die enorme Aufbauleistung für den Wohlstand in unserem Land
verbunden, auf dem alle jüngeren Generationen heute aufbauen - dass
man diesen Menschen jetzt im Alter gezielt Geld wegnimmt, ist nicht
fair und nicht gerecht."
Zur Erinnerung: Pensionen bis zu einer Pensionshöhe von 2.000 Euro
brutto erhalten eine Pensionsanpassung 2011 von 1,2 Prozent.
Pensionen von 2.000,- Euro brutto bis 2.310,- Euro brutto erhalten
eine Anpassung zwischen 1,2% und 0% ausschleifend. Pensionen über
2.310,- Euro brutto wurden nicht angepasst.
ABSCHAFFUNG DES AVAB "FRISST" PENSIONSANPASSUNG 2011 AUF!
BEISPIEL 1
Bruttopension 2010 in Höhe von 1.300 Euro monatlich:
2010 brutto Anpassung von 1,2% 2011 brutto Euro 1.300,00 Euro 15,60 Euro 1.315,60 2010 netto 2011 netto MIT AVAB OHNE AVAB Euro 1.183,47 Euro 1.162,54 Euro Ergibt ein MINUS von Euro 20,39 monatlich! BEISPIEL 2 Bruttopension 2010 in Höhe von 2.000 Euro monatlich: 2010 brutto Anpassung von 1,2% 2011 brutto Euro 2.000,00 Euro 24,00 Euro 2.024,00 2010 netto 2011 netto MIT AVAB OHNE AVAB Euro 1.581,49 Euro 1.564,48 Euro Ergibt ein MINUS von Euro 17,01 monatlich!
BEISPIEL 3
Bruttopension 2010 in Höhe von 2.400 Euro monatlich:
2010 brutto Anpassung von 0,0% 2011 brutto Euro 2.400,00 Euro 0,00 Euro 2.400,00 2010 netto 2011 netto MIT AVAB OHNE AVAB Euro 1.800,31 Euro 1.769,98 Euro Ergibt ein MINUS von Euro 30,33 monatlich!
(Anm.: Berechnungen erfolgten mit dem Brutto-Netto Rechner des BMF)
"Durch die Abschaffung des AVAB und die Nichtanpassung höherer
Pensionen erwarten wir in den nächsten Tagen eine noch gewaltigere
Protestwelle" so die Präsidenten Karl Blecha und Dr. Andreas Khol
unisono. "Diese echte Netto-Pensionskürzung für alle
Alleinverdiener-Pensionisten werden wir so aber nicht hinnehmen",
stellen die beiden Präsidenten fest und erinnern: "Wie bereits zum
Jahreswechsel angekündigt, wird der Österreichische Seniorenrat als
gesetzliche Interessensvertretung der älteren Menschen daher
jedenfalls eine Klage beim Verfassungsgerichtshof einbringen."
Experten prüfen derzeit bereits, wie sich Betroffene mit
Unterstützung des Seniorenrates an den Verfassungsgerichtshof wenden
können.
Rückfragehinweis:
Österreichischer Seniorenrat
Mag. Wolfgang Braumandl
Tel.: 01/8923465
mailto:[email protected]
http://www.seniorenrat.at
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