- 28.01.2011, 13:08:58
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Ärztemigration: Österreichs Jungärzte im Ausland gleichgestellt
Dorner: Migration ermöglicht Ausbildung im Ausland - Ärztemangel muss abgefedert werden - grenzüberschreitende Projekte in Planung
Wien (OTS) - Österreichs jungen Medizinpromoventen werden nach
Abschluss ihres Studiums endlich mit ihren ausländischen Kolleginnen
und Kollegen gleichgestellt. Dank des "Ius migrandi" können
Nachwuchsärztinnen und -ärzte eine ärztliche Tätigkeit im EU-Ausland
aufnehmen - sie haben damit denselben Status wie Absolventinnen und
Absolventen der ärztlichen Basisausbildung im jeweiligen Land. Damit
ist es leichter möglich, die praktische Ausbildung im Ausland zu
beginnen oder fortzusetzen, um Wartezeiten in Österreich zu
vermeiden. "Dies ist auch insofern ein großer Vorteil, als in manchen
Fächern wie z.B. der Kinder- und Jugendpsychiatrie schon jetzt wenig
Ausbildungsstellen in Österreich vorhanden sind. Durch die Ausbildung
im Ausland stehen unsere Absolventinnen und Absolventen rascher zur
Verfügung, der drohende Ärztemangel kann abgefedert werden", hielt
der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner,
am Freitag in seinem Eröffnungsstatement anlässlich des
ÖÄK-Symposiums zum Thema Ärztemigration fest.
Bisher sei die Migrationsfähigkeit der österreichischen Ärztinnen und
Ärzte an das Diplom zum Arzt für Allgemeinmedizin bzw. an eine
abgeschlossene Facharztausbildung gekoppelt gewesen, erläuterte
Dorner Schwierigkeiten in der Vergangenheit. Dadurch seien heimische
Medizinerinnen und Mediziner lange schlechter gestellt gewesen.
Obwohl derzeit rund 2.500 österreichische Ärztinnen und Ärzte im
Ausland - vor allem in Deutschland - tätig sind, kann sich der
ÖÄK-Präsident mit einem "Massenexport" österreichischer
Medizinerinnen und Mediziner nicht so recht anfreunden. Dorner: "Rund
ein Viertel unserer Fachärzte ist bereits über 55 Jahre alt; in den
kommenden Jahren rollt eine Pensionswelle auf uns zu, die offenen
Stellen müssen dann neu besetzt werden." Dies könne einerseits durch
im Ausland ausgebildete österreichische Spezialistinnen und
Spezialisten geschehen, andererseits seien aber auch ausländische
Kolleginnen und Kollegen herzlich willkommen.
Um die Migration sowohl der österreichischen als auch der
europäischen Ärzteschaft zu unterstützen, seien mehrere Projekte
geplant. So solle eine virtuelle Berufs- und Karriereplattform über
Stellenangebote im In- und Ausland informieren, gemeinsam mit den
Partnerländern seien auch Jobmessen geplant sowie
grenzüberschreitende Symposien, die gleichzeitig den Meinungs- und
Erfahrungsaustausch befördern könnten. Die ÖÄK verstehe sich dabei
als Informationsdrehscheibe und sehe großes Potenzial für die Zukunft
der bereits bestehenden Freundschaftsvereinbarungen, schloss Dorner.
(sl)
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: 0664/522 68 25
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