- 27.01.2011, 12:16:04
- /
- OTS0153 OTW0153
OÖGKK Gremien neu konstituiert
Gesundheitssystem weiterentwickeln
Linz (OTS) - Am 26. Jänner trat der neue Vorstand der OÖGKK für
die Funktionsperiode 2011 bis 2015 erstmals zusammen. Der Obmann der
OÖGKK, Felix Hinterwirth wurde einstimmig wieder gewählt und ebenso
wie seine beiden Stellvertreter, Julius Stiglechner und Albert
Maringer, von Gesundheitsminister Alois Stöger persönlich angelobt.
Für die neue Funktionsperiode kündigt der OÖGKK-Obmann eine
Gesundheitsförderungs-Offensive und eine Modernisierung der
Leistungen an.
Der Vorstand der OÖGKK setzt sich aus den Vertretern der
Versicherten und Dienstgeber zusammen, er trifft die wichtigsten
Entscheidungen für die OÖGKK. Arbeiter- und Wirtschaftskammer
entsenden ihre Vertreter nach den jeweiligen Kammerwahlergebnissen.
Die OÖGKK trägt die Verantwortung für die Gesundheitsversorgung von
1,2 Mio. Versicherten und mitversicherten Angehörigen. Durch die
Einhebung der Sozialversicherungsbeiträge mit den rund 45.000
Dienstgebern gewährleistet die OÖGKK den Versicherungsschutz für rund
80 Prozent der oberösterreichischen Bevölkerung. Etwa 45 Prozent der
Versicherten sind Erwerbstätige, 27 Prozent beitragsfrei
mitversicherte Angehörige, 22 Prozent Pensionisten, der Rest verteilt
sich auf Arbeitssuchende, Selbstversicherte und diverse andere
Gruppen.
Rund 1,7 Mrd. Euro werden jährlich für Versicherungsleistungen
aufgewendet, unter anderem für 12 Mio. Arztkontakte, 14 Mio.
Medikamentenpackungen, 2,4 Mio. Spitalstage, 3,75 Mio.
Zahnbehandlungsleistungen und 600.000 Krankentransporte. Dabei
wirtschaftet die OÖGKK seit Jahren positiv.
Gesundheitsminister Alois Stöger gelobte die neue OÖGKK-Spitze mit
Obmann Felix Hinterwirth und seinen beiden Stellvertretern Julius
Stiglechner und Albert Maringer im Anschluss an die Wahl an und
wünschte der OÖGKK, dass sie ihren Erfolgsweg im Sinne der
Versicherten, Patienten und Beitragszahler weiter fortsetzen kann.
"Wir haben uns für die kommenden fünf Jahre ambitionierte Ziele in
drei Kernbereichen gesteckt. Wir wollen erstens Gesundheitsziele für
unsere Versicherten erreichen, also ihren Gesundheitszustand
verbessern und die medizinische Versorgung noch stärker an der
Wirkung für die Menschen ausrichten. Wir wollen zweitens den Service
für unsere Kunden und damit die Zufriedenheit weiter ausbauen. Und
natürlich sorgen wir drittens dafür, dass jeder uns anvertraute
Beitragseuro wirtschaftlich eingesetzt wird. Wir wollen mit den
vorhandenen Geldern das bestmögliche Versorgungs- und Leistungspaket
anbieten", skizziert die neue OÖGKK-Direktorin Andrea Wesenauer ihr
Arbeitsprogramm für die kommenden Jahre.
Dabei setzt die OÖGKK auf Innovation und auf Zusammenarbeit mit
ihren Partnern im Gesundheitswesen. Gerade die gute Zusammenarbeit
zwischen Versicherten- und Dienstgebervertretern in der OÖGKK, aber
auch zwischen sozialer Krankenversicherung und den Partnern im
Gesundheitswesen wie der Ärztekammer und dem Land, bildet ja eine
wesentliche Grundlage für den Erfolg der OÖGKK.
"Wir wollen Gesundheitsförderung und Prävention stark ausbauen.
Zudem wollen wir Patienten mit Diabetes und anderen Volkskrankheiten
optimal und wohnortnah versorgen. Dadurch werden wir unsere
Versicherten besser versorgen, Krankheitsbelastungen reduzieren und
in einigen Bereichen auch Arzt- und Spitalsfälle senken können", sind
sich die beiden Obmann-Stellvertreter Julius Stiglechner und Albert
Maringer einig über die Weiterentwicklung des Leistungsspektrums.
"Unsere Versicherten wollen so wenig wie möglich ins Spital. Jeder
unnötige Spitalsaufenthalt, den wir vermeiden können, verbessert die
Versorgungsqualität. Daher sehen wir es als unseren Auftrag,
Spitalsfälle durch Prävention und Management der großen chronischen
Erkrankungsbilder wenn möglich wegfallen zu lassen, anstelle sie
zwischen Spital und Arzt hin- und herzuverlagern", betont der
OÖGKK-Obmann. Diese Maßnahmen können sinnvolle Reformen im
Spitalsbereich aber keinesfalls ersetzen. Unter den bestehenden
Finanzierungsanreizen und Rahmenbedingungen geht der OÖGKK-Obmann
davon aus, dass die weit überdurchschnittlichen Spitalsfälle in
Oberösterreich trotz der weggefallenen Einweisungen nicht sinken
würden.
"Mehr niedergelassene Fachärzte werden keine bessere Versorgung
und keine Entlastung der Spitäler bringen. Unsere Analysen zeigen
sogar einen gegenteiligen Effekt. Vergleiche aus Wien bestätigen das.
Wenn wir die Versorgung ausbauen, dann muss das für die Versicherten
einen klaren Nutzen haben. Das können strukturierte
Betreuungsprogramme wie bei Diabetes sein, die Stärkung der
wohnortnahen Primärversorgung oder neue Präventionsangebote", betont
Andrea Wesenauer. Oberösterreich hat bereits eine sehr gute ärztliche
Versorgung. Das von OÖGKK und Ärztekammer aufgebaute Hausarztmodell
erweist sich als richtige Strategie.
Felix Hinterwirth bekennt sich generell zu mutigen, vor allem aber
klugen Reformen im österreichischen Gesundheitssystem. "Das
Gesundheitssystem ist zu bedeutend und zu komplex, um hier mit
tagespolitischem Aktionismus zu fuhrwerken. Sorgfältig durchdachte,
an Zielen ausgerichtete und partnerschaftlich umgesetzte Reformen
können große Fortschritte für die Versicherten, Patienten und
Beitragszahler bringen. Schon kleine Fehler können hingegen zu
erheblichen Problemen in der Versorgung der Menschen führen", betont
Obmann Felix Hinterwirth.
Die Reformpläne von Minister Stöger werden von der OÖGKK begrüßt.
Obwohl die Länder nur einen kleinen Teil zur Spitalsfinanzierung
beitragen, treffen sie derzeit alleine alle wichtigen Entscheidungen.
Felix Hinterwirth setzt sich für eine partnerschaftliche Einbeziehung
der Krankenkassen in die Steuerung der Spitäler ein, da diese fast
die Hälfte der Spitalskosten tragen, und das wertgesichert nach den
Beitragssteigerungen. Als Ziele für den Spitalsbereich nennt Felix
Hinterwirth sinnvolle Steuerungs- und Anreizsysteme und vor allem die
Schaffung neuer, innovativer Versorgungslösungen, etwa mehr
tagesklinische Versorgungsangebote in Spitälern. Das bloße Hin- und
Herschieben von Leistungen und Kosten zwischen Spital und
niedergelassenem Bereich kann für den OÖGKK-Obmann hingegen nicht im
Sinne der Versicherten sein.
Auch im Masterplan des Hauptverbandes sieht die OÖGKK-Spitze
hilfreiche Ansätze, vor allem die Stärkung der Gesundheitsförderung
und Prävention. "Wir müssen uns vom Irrtum befreien, dass mehr
Untersuchungen und mehr Medizin die Gesundheit fördern.
Gesundheitsförderung muss in allen Lebensbereichen stattfinden",
betont Andrea Wesenauer. Als Beispiele nennt sie mehr Bewegung und
gesunde Ernährung in Schule und Kindergarten, die Berücksichtigung
von Bewegung und Spielräumen im Wohnbau, eine Umlenkung der
Subventionen von ungesunden zu gesunden Lebensmitteln in der
Landwirtschaftsförderung, und natürlich die Stärkung der
Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF), denn: "Wenn wir unser
Pensionssystem sichern wollen, dürfen wir nicht zulassen, dass Arbeit
krank macht."
In der Betrieblichen Gesundheitsförderung will die OÖGKK einen
großen Schwerpunkt setzen und weitaus mehr Betriebe und Mitarbeiter
als bisher erreichen. Daneben wird die OÖGKK weiterhin die Funktion
einer österreichweiten Netzwerk-Zentrale in der BGF einnehmen und
Österreich im EU-weiten Netz vertreten.
Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt wird der Ausbau
zielgruppenspezifischer Gesundheitsförderung sein. "Der
Gesundheitszustand der Menschen, ihre Gesundheitsbelastungen und die
Kompetenz, selbst auf die Gesundheit zu achten, hängen sehr eng mit
ihrem Bildungs- und sozialen Status zusammen. Wir arbeiten daher
laufend an neuen Angeboten, die sehr genau auf die jeweiligen Gruppen
und ihre Problemlagen zugeschnitten sind", berichtet Andrea
Wesenauer. Beispiele dafür sind Projekte für junge Eltern und Babys
sowie Angebote im Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit.
Rückfragehinweis:
OÖ Gebietskrankenkasse
Direktionsbüro und Kommunikation
Mag. Harald Schmadlbauer
Tel: 05 78 07 - 10 24 01
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GKO






