- 27.01.2011, 12:05:17
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Grünewald: Karls Studiengebührenvorschlag erneuter Anschlag auf Studierende
Studierende brauchen echte Grundsicherung und keine Gebühren.
Wien (OTS) - Karls Vorschlag eines Drei-Säulen-Modells bei
Studiengebühren wird von Kurt Grünewald, Wissenschaftssprecher der
Grünen, scharf kritisiert. "Dieser neue Vorstoß Karls stellt einen
erneuten Angriff auf die Studierenden dar, die in letzter Zeit - auch
durch die Kürzung der Familienbeihilfe - ohnehin schon unmäßig
belastet wurden! "Die Anzahl der StudienbeihilfenbezieherInnen ist
mit 18 % in Österreich extrem niedrig und liegt weit unter dem
EU-Schnitt. In Finnland erhalten 71 % der Studierenden staatliche
Unterstützung, in Großbritannien sogar 85 %, in Frankreich 53 %, und
in den Niederlande: 62 %" so Grünewald.
"Wenn Karl anstreben sollte, die Zahl der
StudienbeihilfebezieherInnen zumindest auf europäisches Niveau
anzuheben, wird das im Endeffekt ein Mehrfaches der Einnahmen aus
möglichen Studiengebühren kosten. So würde allein die Anhebung der
BezieherInnenquote auf 50 % dem Staat Kosten von 470 Millionen Euro
jährlich verursachen. Die flächendeckende Einführung der
Studiengebühren würde den Universitäten nach Karls Angaben nur 240
Millionen zusätzlich bringen - und das berücksichtigt nicht einmal
die zusätzlichen Verwaltungskosten und ein immer komplizierteres
Steuerrecht," zeigt Grünewald auf.
"Bundesministerin Karl scheint nicht zu verstehen, dass nicht
Studierende für die jahrelangen Versäumnisse im Hochschulbereich
Verantwortung tragen, sondern dass die verfehlte Politik von Seiten
der Großparteien die Hochschulmisere verursacht hat. Das darf nun
nicht auf dem Rücken der Studierenden ausgetragen werden" so
Grünewald.
Grünewald kritisiert auch, dass schon jetzt die soziale Durchmischung
an den Hochschulen katastrophal ist, was auch an der geringen Höhe
der Durchschnittsstipendien liegt (280 Euro im Monat), während die
gesetzliche Mindestsicherung 744 Euro beträgt. "Da wundert es nicht,
dass 60 % der Studierenden 20 Stunden die Woche arbeiten müssen", so
Grünewald. "Mit der Einführung von Studiengebühren würde sich diese
Quote noch weiter erhöhen. Und das obwohl ab elf Stunden Arbeit die
Studienleistung signifikant sinkt", erläutert Grünewald. "Karl sollte
endlich ihre kurzsichtige Sparpolitik aufgeben und sich nach echten
Alternativen für den Hochschulbereich umsehen. Das ewige Verschieben
des Hochschulplanes zeugt genauso von bildungspolitischer
Planlosigkeit wie die ewige Leier von sozial gerechten
Studiengebühren!"
"Die Grünen fordern eine gesetzliche geregelte Grundsicherung für
Studierende, die zum Teil staatlich und zum Teil aus zinslosen
Krediten finanziert wird, nur so lässt sich auf Dauer die niedrige
AkademikerInnenqoute erhöhen und eine echte soziale Durchmischung auf
den Hochschulen erreichen," schließt Grünewald.
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]
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