- 27.01.2011, 10:38:18
- /
- OTS0077 OTW0077
Innovative Therapie für Osteoporose-Patientinnen: Denosumab - das erste Biologikum in der Osteologie - BILD

Wien (OTS) - Patientinnen mit postmenopausaler Osteoporose steht
mit Denosumab ein Therapiekonzept zur Verfügung, das mit seinem
völlig neuartigen Wirkmechanismus eine wichtige Alternative zu
herkömmlichen Behandlungen darstellt. Mit 1. Jänner 2011 wurde die
neue Therapie in den Erstattungskodex aufgenommen und ist in der
gelben Box verschreibbar.
"Als erste biologische Osteoporose-Therapie weist Denosumab ein
Wirkprinzip auf, das sich grundlegend von bisherigen Optionen
unterscheidet", weiß Prim. Univ. Prof. Dr. Heinrich Resch, Vorstand
der II. Medizinischen Abteilung am Krankenhaus der Barmherzigen
Schwestern Wien und Präsident der Österreichischen Gesellschaft für
Knochen und Mineralstoffwechsel (ÖGKM).
Innovativer Wirkmechanismus
In den 1990er Jahren wurde ein neues Protein entdeckt, das eine
wichtige Rolle im Knochenstoffwechsel spielt: Osteoprotegerin (OPG).
Es beeinflusst maßgeblich die Bildung von Knochenfresszellen, den
Osteoklasten. Wissenschaftlern gelang es in Folge, mit Denosumab eine
Substanz zu entwickeln, die die Effekte von Osteoprotegerin imitiert.
Durch Bindung an den sogenannten RANK-Liganden wird die Entwicklung
der Vorläuferzellen in reife und aktive Osteoklasten verhindert.
"Während Standardtherapien den reifen Osteoklasten in seiner
Funktion stören, setzt Denosumab als RANK-Ligand-Inhibitor früher an
und greift gezielt in dessen Bildung ein. Damit wird erstmals die
Biologika-Ära in der Osteologie eröffnet", erklärt Prim. Univ. Doz.
Dr. Ludwig Erlacher, Vorstand der II. Medizinischen Abteilung am
Kaiser-Franz-Josef-Spital Wien.
Breiteres Behandlungsspektrum für Osteoporose-Patientinnen
Osteoporose-Patienten haben etwa aufgrund von Vorerkrankungen oder
Unverträglichkeiten individuelle Ansprüche an ihre Therapie.
Als Standardtherapie bei postmenopausaler Osteoporose werden bislang
vor allem Bisphosphonate eingesetzt. Gerade orale Bisphosphonate
weisen jedoch besonders niedrige Compliance-Raten auf und sind für
einige Patientengruppen keine geeignete Option.
"Wie effizient eine Behandlung ist, hängt in hohem Maße davon ab,
wie sie in den Alltag der zu behandelnden Patienten eingebettet ihre
Wirkung entfalten kann", weiß Prim. Univ. Prof. Dr. Heinrich Resch
aus der Praxis.
"Es kommt relativ häufig vor, dass orale Bisphosphonate aufgrund
von gastroenterologischen Problemen oder eingeschränkter
Nierenfunktion nicht gegeben werden können. Darüber hinaus ist vor
allem bei älteren Patientinnen die Venensituation häufig schlecht,
sodass eine intravenöse Verabreichung von Medikamenten nicht möglich
ist. Der neuartige Wirkmechanismus sowie die Verabreichungsform des
RANK-Ligand-Inhibitors als Injektion alle sechs Monate unter die Haut
stellen für diese Patientinnen einen großen Vorteil dar."
Denosumab imitiert den natürlichen Knochenschutzmechanismus
Denosumab ist seit Mai 2010 in der Europäischen Union zur
Behandlung von postmenopausaler Osteoporose mit erhöhtem
Frakturrisiko zugelassen.
Seit 1. Jänner 2011 ist der RANK-Ligand-Inhibitor nun auch in der
gelben Box des Erstattungskodex verschreibbar, wird also nach
chefärztlicher Genehmigung von der Krankenkasse erstattet.
"Bei postmenopausaler Osteoporose führt ein verminderter
Östrogenspiegel zu einer höheren Aktivität der Osteoklasten. In
vielen Fällen werden dadurch die Struktur, Dichte und Stärke des
Knochens in Mitleidenschaft gezogen. Denosumab ahmt die biologischen
Schutzmechanismen des Körpers nach. Deswegen ist es unter den zur
Verfügung stehenden Präparaten zum Schutz des Knochens ein
besonderes, da es auf physiologischer Basis beruht", führt Univ.
Prof. DDr. Johannes Huber, Vorstand der Abteilung für Gynäkologische
Endokrinologie und Reproduktionsmedizin an der Universitätsklinik für
Frauenheilkunde Wien, aus.
Verbesserung der gesamten Knochenstruktur
Osteoporose ist eine weit verbreitete Erkrankung, die nach wie vor
unterdiagnostiziert und unterbehandelt ist.
"Osteoporose macht sich lange Zeit als 'stumme' Erkrankung nicht
bemerkbar. Die Komplikationen in Form von Frakturen sind aber
gefährlich und können bis hin zu Invalidität und erhöhter Mortalität
führen", sagt Univ. Prof. Dr. Gerold Holzer von der
Universitätsklinik für Orthopädie in Wien.
Oberstes Ziel jeder Osteoporose-Therapie ist daher neben einer
Zunahme der Knochendichte vor allem eine Reduktion des
Frakturrisikos.
Prof. Holzer: "Jüngste Studien haben gezeigt, dass die
Knochenbruchfestigkeit vor allem vom kortikalen Knochen bestimmt
wird. In biomechanischen Analysen konnte die Verbesserung dessen
mechanischer Parameter durch Denosumab gezeigt werden."
Denosumab weist insgesamt hervorragende Daten in Bezug auf
Wirksamkeit und Verträglichkeit auf. In der sogenannten
FREEDOM-Studie wurde der RANK-Ligand-Inhibitor mit Placebo
verglichen. Bei der Gabe von Denosumab verringerte sich das Risiko
für Wirbelkörperfrakturen gegenüber Placebo um 68 %, für
Hüftfrakturen um 40 % und für nicht vertebrale Frakturen um 20 %.
Auch die Knochendichte stieg bei den mit dem RANK-Ligand-Inhibitor
behandelten Frauen gegenüber Placebo signifikant an.
"Jeder Fortschritt ist mit Forschung verbunden. Die
Entwicklungsgeschichte von Denosumab ist die längste in der
Geschichte von Amgen und umfasst vier klinische Studien. Die rasche
Aufnahme in den Erstattungskodex zeugt vom großen Nutzen der neuen
Therapie und ist eine gute Nachricht für uns sowie für die
Patientinnen, die uns ein großes Anliegen sind", betont Dr. Barbara
Möller, Senior Manager Corporate Affairs, Amgen GmbH Österreich.
Weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=43&dir=201101&e=20110127_o&a=event
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Fischill PR
Kochgasse 4, 1080 Wien
Tel: 01/408 68 24, [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | EVT






