- 27.01.2011, 10:17:59
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VKI: Kosten bei Fondspolizzen auf ein Fünftel senkbar
Geringere Kosten und mehr Transparenz als Ausgangsbasis für taugliches Altersvorsorgeprodukt
Wien (OTS/VKI) - Fondsgebundene Lebensversicherungen gibt es seit
Mitte der 1990er Jahre auf dem österreichischen Markt. Mit mehr als
drei Milliarden Euro Prämienaufkommen haben diese die klassische Er-
und Ablebensversicherung (2009: 2,2 Milliarden Euro) inzwischen sogar
überrundet. In den letzten Jahren haben sich Fondspolizzen allerdings
nicht immer so entwickelt wie erhofft. "Grund dafür ist aber weniger
die vielzitierte Finanzkrise. Vielmehr sind es hohe Kosten, die an
den Erträgen nagen", analysiert Walter Hager, Versicherungsexperte
beim Verein für Konsumenteninformation (VKI). "Bei Fondspolizzen
fallen nicht nur hohe Versicherungskosten an, womit lediglich rund 85
Prozent der eingezahlten Prämie tatsächlich veranlagt werden. Darüber
hinaus mindern auch zusätzliche, oft nicht kommunizierte, Fondskosten
die Rendite - also Managementgebühren oder Transaktionskosten bei
Käufen und Verkäufen." So kommt es auch, dass ein Konsument im Jahr
2000 umgerechnet 36.300 Euro einzahlte und nach zehn Jahren nicht
einmal die Hälfte (18.100 Euro) herausbekam. Laut Branchenexperten
könnten die Kosten für fondsgebundene Lebensversicherungen aber auf
nur ein Fünftel des aktuellen Niveaus gesenkt werden. So würde etwa
eine Verteilung der Versicherungskosten auf die Gesamtlaufzeit zu
höheren Ablaufleistungen führen. Auch das Hinzurechnen von
Kick-back-Zahlungen zum Fondsvermögen würde die Rendite deutlich
anheben. Hierbei handelt es sich um Provisionen, die Versicherer von
Fondsgesellschaften dafür erhalten, dass sie bestimmte Fonds im
Portfolio haben.
"Das Konzept der fondsgebundenen Lebensversicherung ist aus
unserer Sicht zwar grundsätzlich sinnvoll. Bei den derzeit
angebotenen Produkten gib es allerdings noch erhebliches
Verbesserungspotenzial", resümiert VKI-Geschäftsführer Franz Floss
bei der heutigen Pressekonferenz. "Kosten runter - Transparenz rauf:
Das wäre eine Grundvoraussetzung, wenn Fondspolizzen jemals als
Instrument zur Altersvorsorge taugen sollen. Dabei wollen wir
Transparenz im Sinne von Klarheit hinsichtlich Kosten, Risiko und
Informationen während der Laufzeit verstanden sehen. Nur wenn die
Kosten offengelegt werden, führt dies zu echtem Wettbewerb und
womöglich sinkenden Kosten für Konsumenten."
Einen weiteren Grund für magere Erträge ortet Hager in der Auswahl
der Fonds. Diese ist aus der Sicht der Versicherungsexperten stark
verbesserungswürdig: "Wir haben den Eindruck gewonnen, dass
Versicherer vorrangig Fonds aus dem Dunstkreis des eigenen Hauses
anbieten, die hinsichtlich Rendite womöglich nicht immer erste Wahl
sind."
Verluste vermeiden - aber wie?
Wenn der Ertrag bei Vertragsablauf unter den Erwartungen liegt,
haben Konsumenten zwei Möglichkeiten, Verluste auszusitzen:
- Wertpapierdepot: Bei vielen Versicherern ist es möglich, den Fonds
auf ein normales Wertpapierdepot einer Bank zu übertragen. Hier gibt
es bei den Übertragungskosten große Unterschiede: Während etwa Donau,
Skandia, s-Versicherung oder Zürich nichts verlangen, fallen bei
BAWAG PSK-Versicherung und Generali bis zu 140 Euro an.
- Vertragsverlängerung: Fast immer ist es möglich, mit dem
Versicherer eine Verlängerung der Vertragslaufzeit zu vereinbaren. Ob
es im speziellen Fall sinnvoll ist, weiterhin Prämien zu zahlen,
hängt davon ab, wie sich das Produkt bisher entwickelt hat. Bei
Zahlung weiterer Prämien fallen zudem erneut Abschlusskosten und
Versicherungssteuer an. Im Falle einer Verlängerung gilt: Gute
Produkte sind flexibel und erlauben in der Verlängerungsphase
jederzeit einen Ausstieg.
Voraussetzung für beide Optionen ist, dass kein unmittelbarer
Kapitalbedarf besteht und davon ausgegangen werden kann, dass sich
die Kapitalmärkte weiterhin erholen. Des Weiteren ist es nötig, die
Versicherung oder den Berater mindestens drei Monate vor Ablauf des
Vertrages hinsichtlich einer möglichen Verlängerung zu kontaktieren.
Weitere Informationen zum Thema gibt es auf www.konsument.at sowie
in der Februarausgabe des Testmagazins Konsument.
Rückfragehinweis:
Verein für Konsumenteninformation/Testmagazin "Konsument"
Mag. Andrea Morawetz, Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
mailto:[email protected]
www.konsument.at
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