- 26.01.2011, 18:17:12
- /
- OTS0334 OTW0334
"DER STANDARD"-Kommentar zur Debatte um Heeresreform: "SPÖ am Pannenstreifen" von Michael Völker
Ausgabe vom 27.1.2011
Wien (OTS) - Eigentlich lief für die SPÖ alles nach Plan. Besser
noch, es lief prächtig. Der Kanzler profilierte sich mit lauter
Stimme als einer, der weiß, wo es hingeht und sich durchsetzt. Die
Gerechtigkeitskampagne begann zu wirken und setzte der ÖVP zu. In den
politischen Entscheidungsfragen Schulreform und Heeresreform trieb
die SPÖ den lieben Koalitionspartner vor sich her.
Dann begannen im Verteidigungsministerium die Dinge aus dem Ruder zu
laufen. Norbert Darabos versuchte im zunehmenden Chaos einer äußerst
umstrittenen Heeresreform Leadership zu beweisen, indem er seinen
Generalstabschef feuerte. Der hatte das gesagt, was er immer gesagt
hat und was bis vor kurzem auch der Minister selbst vertreten hat -
nämlich, dass die Wehrpflicht nicht abgeschafft werden sollte.
Man kann dieser oder jener Meinung sein, aber selbst jenen, die die
Abschaffung der Wehrpflicht für klug halten, fällt es immer schwerer,
Darabos zu folgen. In die Enge getrieben, verfolgt der
Verteidigungsminister eine Politik der verbrannten Erde: "Die
Militärs sind nicht relevant", erklärte er. Die Militärs werden es
ihm danken: Vielleicht spielen sie bei der Zukunft des Heeres ja doch
noch eine Rolle.
Mit der Heeresdebatte tut sich für die SPÖ eine riesige Baustelle
auf, in der Darabos selbst zu versinken droht und die die SPÖ auf den
Pannenstreifen führt.
Rückfragehinweis:
Der Standard, Tel.: (01) 531 70/445
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PST






