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OTS0180   26. Jan. 2011, 12:06

VP-Marek: SPÖ-Gesamtschule ist nicht die Lösung aller Probleme im Bildungsbereich

ÖVP Wien steht als Partner für sinnvolle Weiterentwicklung und notwendige Verbesserungen des Bildungssystems zur Verfügung


Im Rahmen der Aktuellen Stunde im heutigen Wiener
Gemeinderat erteilte Christine Marek, Klubobfrau der ÖVP Wien, den
"Gesamtschul-Phantasien" der SPÖ bei gleichzeitiger Zerschlagung der
bewährten Langform der Gymnasien einmal mehr eine klare Absage. "Auch
wenn sie die Gesamtschule immer wieder und gebetsmühlenartig als die
Lösung sämtlicher Probleme im Bildungsbereich darstellen und den
Wienerinnen und Wienern einreden möchten, dass es sich dabei quasi um
die 'eierlegende Wollmilchsau' handelt, so ist das nicht nur falsch,
sondern auch viel zu kurz gegriffen. Der letzte PISA-Test in Wien hat
einmal mehr klar aufgezeigt, dass Wien auch bildungspolitisch
österreichweit Schlusslicht ist", so Marek. Ein Blick auf die Fakten
bestätige diese Tatsache klar und deutlich. Die Bildungskarriere
unserer Kinder starte bereits weit vor dem zehnten Lebensjahr -
nämlich mit dem Kindergarten und der Volksschule - und da müsse man
ansetzen.

In diesem Zusammenhang weist die Klubobfrau auf die offensichtlichen
Mängel im Bereich des Platz- und Personalangebotes hin und erneuert
ihre Forderung nach einem Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz,
der von Rot-Grün abgelehnt wird. "Somit werden Eltern auch weiterhin
in Wien zu Bittstellern degradiert, wenn sie für ihr Kind einen
Kindegartenplatz suchen und oft nach monatelangem Warten schließlich
doch eine Absage erhalten. Zahlreiche Mails und Briefe von
betroffenen Eltern bestätigen diese absolut unbefriedigende
Situation", so Marek, die sich auch durch den aktuellen Bericht des
Kontrollamts zum Wiener Gratiskindergarten in ihrer Kritik bestätigt
sieht. "Der Kindergarten in Wien ist leider zu einem großen Teil weit
davon entfernt, alle Kinder bestmöglich zu fördern, ihnen gleiche
Chancen zu bieten und sie optimal auf die Volksschule und den
weiteren Bildungsweg vorzubereiten."

Marek hebt auch die große Zahl an Schülern/innen in Wien hervor, die
aufgrund unzureichender Deutschkenntnisse als außerordentliche
Schüler/innen geführt würden. "Allein im vergangenen Schuljahr waren
es über 8.000. Aber statt diese Kinder in einem eigenen Vorschuljahr
optimal und gezielt auf die Schule vorzubereiten, wie wir es fordern,
werden sie einfach mitgeschleppt und sind damit schon fast
vorprogrammierte Bildungsverlierer. Denn wir alle wissen, dass es für
die Ermittlung der Schulreife, die ja Grundlage für die Frage
Vorschule oder nicht ist, die Sprachkompetenz im Sinne von
Deutsch-können keine Relevanz hat. Auch wenn die SPÖ noch so oft das
Gegenteil behauptet." Auch die vorhandenen Angebote in Sachen
Sprachunterricht seien schlecht bzw. falsch organisiert. "Denn die
elf Stunden Deutschförderung und zwei Stunden muttersprachlicher
Unterricht pro Woche finden nicht ERGÄNZEND zu den 20 Wochenstunden
Unterricht in der Volksschule statt, sondern parallel dazu. Das
bedeutet, dass Kinder mit schlechten Deutschkenntnissen, die sich
meist ohnehin schon schwerer tun, so noch schlechtere Chancen haben.
Sie müssen das, wofür die anderen Kinder ausreichend Zeit haben, in
rund einem Drittel der Zeit absolvieren. Chancengleichheit und
optimale Förderung sehen anders aus."

Eine wesentliche Maßnahme zur Förderung von Schülerinnen und Schülern
sieht Marek in der Entwicklung und Forcierung ganztägiger
Schulformen. Im Besondern, wenn es um die Förderung von Lese- und
Sprachkompetenzen gehe, würden ganztägige Schulformen die Möglichkeit
bieten, sowohl dem Regelunterricht zu folgen, als auch einen
Schwerpunkt auf die Förderung und den Spracherwerb zu legen. Damit
könnten auch diejenigen Kinder, deren Eltern sie - aus welchem Grund
auch immer - nicht im notwendigen Ausmaß fördern können, unterstützt
werden. "Das alles können wir aber nur gewährleisten, wenn die
Rahmenbedingungen optimal gestaltet sind. Neben den entsprechenden
und geeigneten Räumlichkeiten für Unterricht und Freizeitgestaltung
braucht es ausreichend und gut qualifiziertes Personal. In Containern
und mit im Crashkurs ausgebildetem Personal, wie dies in Wien leider
an der Tagesordnung ist, kommen wir sicher nicht weiter", betont
Marek, die in diesem Zusammenhang auch auf einen aktuellen Bericht
des Kontrollamts hinweist, der einmal mehr klar bestätigt habe, dass
die räumlichen und sicherheitstechnischen Zustände in den Wiener
Schulen teilweise katastrophal seien.

"Als ÖVP Wien bekennen wir uns ganz klar zu ganztägigen Schulformen,
denn neben den pädagogischen Aspekten kann nur so eine optimale
Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleistet werden. Es muss
aber den Eltern vorbehalten sein, die für sie jeweils optimale Form
zu wählen. Daher muss es sowohl verschränkte Ganztagsschulen als auch
klassische Schulen mit Nachmittagsbetreuung geben. Dass jede dieser
Varianten in der besten Qualität ausgestaltet sein muss, versteht
sich wohl von selbst", so die Klubobfrau der ÖVP Wien, die sich
abschließend auch gegen die von der SPÖ geplante Zerschlagung des
Gymnasiums und die Einführung einer undifferenzierte Einheitsschule
für alle 10- bis 14jährigen ausspricht. "Die Schule muss die Kinder
auf eine immer stärker fordernde Arbeitswelt und Lebensrealitäten
vorbereiten. Dazu müssen wir Bewährtes erhalten und weiterentwickeln
und notwendige Verbesserungen rigoros umsetzen. Dafür stehen wir als
Partner auch ganz klar zur Verfügung."

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0180 2011-01-26 12:06 261206 Jän 11 VPR0001 0783



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