• 26.01.2011, 11:03:29
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Accenture-Studie: Volkswirtschaften können deutlich schneller wachsen und Arbeitsplätze in Millionenhöhe schaffen

Alternde Gesellschaft, Rohstoffknappheit, neue Technologien und aufstrebende Märkte in den Schwellenländern sind die wichtigsten Wachstumstreiber der Zukunft

Wien (OTS) - Viele Volkswirtschaften kämpfen immer noch mit dem
Verlust von Arbeitsplätzen, hohen Staatsschulden, Haushaltsdefiziten
und stehen im Wettbewerb mit den immer einflussreicheren
Schwellenländern. Indes hat eine aktuelle Studie von Accenture vier
große Wachstumstreiber identifiziert, die bei einer konsequenten
Umsetzung das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahrzehnt signifikant
steigern und neue Arbeitsplätze in Millionenhöhe schaffen können.

Wie die Accenture-Studie mit dem Titel "New Waves of Growth:
Unlocking Opportunity in the Multi-Polar World" zeigt, hängt
künftiges Wachstum vor allem davon ab, wie erfolgreich
Volkswirtschaften und Unternehmen vier wesentliche Wachstumstreiber
für sich nutzen können:

- Alternde Gesellschaft: Die steigende Lebenserwartung der
Bevölkerung bringt erhebliche Wachstumschancen mit sich, die aber
bislang kaum genutzt werden: Die Produktivität älterer Menschen und
das Pensionseintrittsalter steigen, gleichzeitig fragt der ältere
Teil der Bevölkerung Produkte und Dienstleistungen weiter aktiv nach
- etwa bei Gesundheit und Wellness, bei Finanzdienstleistungen,
Bildungsangeboten oder neuen Technologien.

- Energieeffizienz: Mit dem Wachstum der Schwellenländer steigt
nicht nur der Anspruch an Versorgungssicherheit und moderne
Infrastruktur, auch werden erneuerbare Energien weiter an Bedeutung
gewinnen. Der Nutzung neuer Technologien zur Energieeinsparung wird
großes Potenzial zugeschrieben.

- Neue Technologien: Cloud Computing, Datenanalytik, mobile
Anwendungen und andere neue Technologien werden ihre volle
Leistungsfähigkeit noch entfalten und große Wachstumspotenziale für
neue Dienstleistungsangebote freisetzen. Nach Schätzungen wird sich
die Zahl der Internetnutzer in den kommenden zehn Jahren um 1,5
Milliarden Menschen erhöhen.

- Neue Märkte in den aufstrebenden Wirtschaftsregionen: Mit dem
Aufkommen der multipolaren Welt, in der die Triade USA, Japan,
Westeuropa durch eine Vielzahl von starken Wirtschaftsnationen
weltweit abgelöst wird, verschieben sich die Wachstumszentren immer
mehr zu den extrem dynamischen Volkswirtschaften Asiens und
Lateinamerikas. Export- und expansionsorientierte Unternehmen
profitieren damit aber auch von den rasant steigenden Handels- und
Investmentchancen in diesen Märkten.

Für die Studie wurde ein Modell des Marktforschungsinstituts
Oxford Economics herangezogen, um Wachstumschancen konkret zu
prognostizieren. Das Ergebnis: Wenn Wirtschaft und Politik die
notwendigen Fähigkeiten und Infrastrukturen aufbauen, könnten die
skizzierten Entwicklungen neue, rasch wachsende Märkte und
Effizienzgewinne hervorbringen. Wenn etwa die USA die in der Studie
ermittelten Wachstumstrends konsequent nutzen, würden sie ein ebenso
hohes Maß an Arbeitsplätzen und Wirtschaftsleistung zusätzlich
schaffen wie es derzeit in der gesamten heimischen Automobilbranche
vorhanden ist. In ähnlicher Weise wäre Wachstum auch in den drei
anderen untersuchten Märkten Deutschland, Indien und Großbritannien
möglich.

"Gerade für die exportorientierte österreichische Wirtschaft
ergeben sich aus den prognostizierten Wachstumsschüben große Chancen
- etwa in den Schwellenländern oder bei den erneuerbaren Energien",
sagt Klaus Malle, Country Managing Director, Accenture Österreich.
"Wollen Wirtschaft und Politik die dargelegten Wachstumschancen voll
ausschöpfen, dann müssen sie ihre Strategien für die Nutzung der
Marktchancen dieser Trends mit noch höherer Geschwindigkeit und
Präzision umsetzen. Vor allem jenen Ländern gehört die Zukunft, die
bereit sind, in intelligente neue Infrastrukturen und Arbeitskräfte
zu investieren sowie Brücken zu den neuen Märkten bauen", so Klaus
Malle.

Jobs und Wirtschaftswachstum in einer multipolaren Welt

Die Studie von Accenture ist die fünfte in einer Reihe von
jährlich durchgeführten Untersuchungen zur Entstehung der so
genannten multipolaren Welt. Diese ist geprägt durch die rasante
Entwicklung der Schwellenländer, die zunehmend mit den etablierten
Volkswirtschaften auf Augenhöhe konkurrieren können. Dazu befähigen
sie insbesondere die große Zahl an Konsumenten, ein hoher
Innovationsgrad und ein stetig steigendes Ausbildungsniveau sowie
ihre wachsenden Produktionskapazitäten und ihr technologisches
Know-how.

In der aktuellen Studie stehen vier große Volkswirtschaften im
Mittelpunkt, die zusammen für fast zwei Fünftel der globalen
Wirtschaftsleistung stehen. Dabei sind beispielhaft sowohl
entwickelte als auch aufstrebende Wirtschaftsmächte vertreten:
Deutschland, Großbritannien, Indien und die USA. Die Ergebnisse
basieren auf ausführlichen Interviews mit Experten aus Wirtschaft,
Wissenschaft, Politik und Nichtregierungsorganisationen sowie Daten
einer makroökonomischen Analyse von Oxford Economics.

Die Studie zeigt, dass Volkswirtschaften signifikant wachsen und
Arbeitsplätze aufbauen können, wenn sie sich die vier
Wachstumstreiber zu eigen machen, indem sie gezielt in den Aufbau
entsprechender Fähigkeiten und Infrastrukturen investieren.

- USA: durchschnittliches jährliches Wachstum von 3,8 Prozent,
gegenüber den derzeit erwarteten 3,1 Prozent; 8,7 Millionen mehr
Arbeitsplätze bis 2020 als derzeit erwartet

- Deutschland: durchschnittliches jährliches Wachstum von 2,8
Prozent, gegenüber den derzeit erwarteten 1,9 Prozent; 3 Millionen
mehr Arbeitsplätze bis 2020 als derzeit erwartet

- Großbritannien: durchschnittliches jährliches Wachstum von 3,1
Prozent, gegenüber den derzeit erwarteten 2,5 Prozent; 2,6 Millionen
mehr Arbeitsplätze bis 2020 als derzeit erwartet

- Indien: durchschnittliches jährliches Wachstum von 8,7 Prozent,
gegenüber den derzeit erwarteten 8,0 Prozent; 37,5 Millionen mehr
Arbeitsplätze bis 2020 als derzeit erwartet

Wachstumspotenzial über alle Branchen hinweg

Vom Trend der alternden Gesellschaft kann gleich eine ganze Reihe
von Bereichen profitieren: Von vernetzter Medizin
(Gesundheitsanalytik, elektronische Verwaltung von
Patienteninformationen und Versorgungsmanagement) über
Finanzdienstleistungen (maßgeschneiderte Wertanlagen,
Krankenversicherungen und biometrisch gesicherte Geldautomaten) bis
zu Konsumgütern, die speziell die Bedürfnisse älterer Menschen
berücksichtigen.

Die Nachfrage nach Rohstoffen wächst rasant, der Wettbewerb um
Boden, Wasser, Energie, Nahrungsmittel und sich verknappende
Bodenschätze wird damit immer härter - was das Marktpotenzial von
intelligent erzeugter und genutzter Energie massiv vorantreibt, samt
intelligenter Stromnetze, der CO2-Abscheidung und -Lagerung, sowie
ferngesteuerter Sensoren und Messgeräte. Umweltfreundliche
Industrieanlagen und eine "grüne" Infrastruktur mit
Photovoltaikanlagen und Windturbinen sowie modernen Systeme zur
Abfallentsorgung, Wasseraufbereitung und zur kostengünstigen
Erschließung von Land werden an Bedeutung gewinnen.

Neue Technologien wie etwa intelligente Stromnetze ("Smart Grids")
werden ganze Branchen revolutionieren, zum Beispiel im Bildungswesen,
im Chemiesektor, im öffentlichen Bereich, bei Transport und Logistik
sowie Konsumgüter. Während neue bahnbrechende
Kommunikationstechnologien die Welt weiter schrumpfen lassen,
entwickeln sich Schlüsseltechnologien wie schnelle
Breitbandverbindungen, Cloud Computing, Robotik sowie mobile und
ferngesteuerte Sensoren. Ergänzende Dienstleistungen wie etwa
Datenanalytik und Online-Sicherheit sowie konvergente Technologien
gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Hier entstehen aus der Kombination
von bestehenden Technologien wie der Bio-Informatik und der Biometrik
ganz neue Geschäftsbereiche. Technologische Innovationen legen zudem
die Basis für innovative Geschäftsmodelle wie Micro-Payments oder
cloudbasierte Dienste in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Musik,
Logistik und Transport.

Schließlich zeigt die Accenture-Studie, dass sich durch eine
Sogwirkung der aufstrebenden Wachstumsmärkte die Möglichkeiten von
Handels- und Investitionstätigkeiten massiv erweitern. Angetrieben
von der doppelten Dynamik einer wachsenden Mittelschicht und rasch
voranschreitender Urbanisierung werden Schwellenländer zu gefragten
Abnehmern für den Export von Dienstleistungen, Gebrauchs-, und
Industriegütern wie beispielsweise Anlagen und Maschinen. Große
Chancen für weiteres Wachstum in den Schwellenländern sieht die
Studie bei kostengünstig bereitgestellten Waren und Dienstleistungen.
Neben Konsumgütern stehen ganz oben auf der Liste: Autos,
Telekommunikation, Pharmazeutika und Gesundheitsfürsorge. Ebenso
gefragt sind Finanzprodukte wie Versicherungen, Mikrokredite und
mobile Bankgeschäfte. In puncto Infrastruktur besteht hohes Potenzial
bei Energieversorgungsnetzen, Straßen, Schiffshäfen, Flughäfen,
Bahnstrecken und Lösungen zur Abfallentsorgung. Auch Bürger-Services
in den Bereichen Gesundheit, Bildung, öffentliche Sicherheit,
Wohnungsbau und Transport bergen beträchtliches Potenzial.

Wie Unternehmen die neuen Wachstumsmöglichkeiten für sich nutzen
können

Die Accenture-Studie identifiziert vier Maßnahmen, die Unternehmen
umsetzen sollten, um von den neuen Wachstumsmöglichkeiten zu
profitieren:

- Neue Märkte in den Wachstumsregionen erschließen, um am
Aufschwung der Schwellenländer teilzuhaben und sich
Wachstumsmöglichkeiten auf der ganzen Welt zu sichern. In den
jeweiligen Märkten lokal auftreten, Unternehmen vernetzen,
Führungsstrukturen fördern, die die multipolare Weltwirtschaft
abbilden und ein angemessenes internationales Geschäftsmodell
entwickeln.

- Die Vorteile neuer Technologien nutzen durch den Einsatz von
Cloud Computing, um Kosten zu senken und neue Geschäftsmodelle zu
entwickeln. Außerdem auf fortschrittliche Analysemethoden setzen, um
die Nachfrage der demographischen Entwicklung und den Kundenprofilen
anzupassen. Die Technologie auch am Arbeitsplatz nutzen und sich auf
die neuen IT-Trends vorbereiten.

- Innovationen in allen Bereichen vorantreiben durch die
kommerzielle Vermarktung neuer Technologien, weltweit nach
innovativen Ideen suchen und Potenzial für den Massenmarkt prüfen.
Offene Innovationsnetzwerke schaffen, mit denen sich die besten Ideen
aller relevanten Gruppen zusammenführen lassen.

- Mit anderen Branchen zusammenarbeiten und das Vorgehen
koordinieren, um Unternehmen, die öffentliche Hand und
Nichtregierungsorganisationen an der Realisierung von erheblichen
Wachstumsmöglichkeiten zu beteiligen.

- Auch an ungewöhnlichen Stellen nach den Talenten von morgen
suchen und die Fähigkeiten sowie das Wissen der Mitarbeiter auf dem
neuesten Stand halten. Erfahrungen dem gesamten Unternehmen nutzbar
machen, neue Skills in traditionellen Branchen ausfindig machen und
Expertise im Bereich Nachhaltigkeit aufbauen.

Über Accenture:

Accenture ist ein weltweit agierender Managementberatungs-,
Technologie- und Outsourcing-Dienstleister. Das Unternehmen bringt
umfassende Projekterfahrung, fundierte Fähigkeiten über alle Branchen
und Unternehmensbereiche hinweg und Wissen aus qualifizierten
Analysen der weltweit erfolgreichsten Unternehmen in eine
partnerschaftliche Zusammenarbeit mit seinen Kunden ein. Mit rund
211.000 Mitarbeitern, die für Kunden in über 120 Ländern tätig sind,
erwirtschaftete Accenture im vergangenen Fiskaljahr (zum 31. August
2010) einen Nettoumsatz von 21,6 Mrd. US-Dollar. Die Internetadresse
lautet www.accenture.at

Rückfragehinweis:
Accenture
Mirko Alexander Lück
Tel.: +49 (0)6173 94 65 844
E-Mail: [email protected]
www.accenture.at

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