• 25.01.2011, 13:58:58
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  • OTS0201 OTW0201

Energiespeicher Beton: intelligente Gebäude einfach nützen

Zementindustrie und Bauinnung Salzburg geben neue Impulse

Wien/Salzburg (OTS) -
- Integration neuester Forschung in bestehende Ausbildung
- Bauteilaktivierter Simulationsraum für Forschung und Demonstration
- Nutzer von Gebäuden mit neuer Bauweise vertraut machen

Im Jahr 2009 wurde auf Betreiben von Landesinnungmeister
Jastrinsky eine eigene Forschungsstelle in der Bauakademie in
Salzburg eingerichtet, die für Wissenstransfer und Forschungsprojekte
zuständig ist. Das Land Salzburg und die Europäische Union
unterstützen diese Initiative über das Förderprogramm "Regionale
Wettbewerbsfähigkeit." "Wir müssen einfach dafür sorgen, dass
wissenschaftliche Resultate so rasch wie möglich in die Praxis kommen
und eine bestmögliche Umsetzung erreichen", sagt Bmst. DI Eva Maria
Habersatter-Lindner, Innungsmeister-Stellvertreterin der Landesinnung
Bau Salzburg. Damit der Umgang mit der neuen Materie rasch und
effizient erlernt werden kann, wurde gemeinsam mit der
Zementindustrie eine Ausbildungsinitiative für das Baugewerbe
gestartet. Strukturen der Ausbildung und Umsetzungsmodalitäten
neuester Forschungsergebnisse wurden analysiert und entsprechend
adaptiert. "Neues Wissen muss beim Nutzer auf dem schnellsten Weg
ankommen, damit Energiesparziele besser erreicht werden", so Mag.
Rudolf Zrost Vorstandsvorsitzender der Vereinigung der
Österreichischen Zementindustrie und Geschäftsführer der
Unternehmensgruppe Leube, bei der heutigen Pressekonferenz in
Salzburg.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Wohn- und Dienstleistungsbau
sind große Zukunftsthemen und seit Jahren wesentlicher Schwerpunkt
der Zementindustrie. Im November des Vorjahres wurde erstmals der
internationale Preis für Gebäude die den "Energiespeicher Beton"
nutzen vergeben. Damit die Theorie rasch zur Realität werden kann,
will man mit den bisherigen Erkenntnissen zur Bauteilaktivierung des
Energiespeichers Beton gemeinsam mit den Bauinnungen an der Basis
ansetzen. Umsetzende Personen werden fundierte Informationen über das
gesamte Spektrum der Vorteile und deren bauliche Voraussetzungen
erhalten. "Dieses Ziel können wir am besten erreichen, indem wir
schon in der Ausbildung beginnen, sämtliche Möglichkeiten für die
Praxis zu dokumentieren, aufzubereiten und in den Unterricht
einfließen zu lassen", sagt Habersatter-Lindner.

Integration neuester Forschung in bestehende Ausbildung

Die neuesten Erkenntnisse und Forschungsergebnisse werden in
unterschiedliche Lehr- und Ausbildungsangebote für die Bauwirtschaft
sinnvoll und ergänzend integriert. Rohrspezialist Rehau, schon einige
Jahre im Bereich der Bauteilaktivierung tätig, sowie
Haustechnikexperten der Bauakademie bilden im ersten Schritt nach dem
"Train the Trainer-" Prinzip die Werkmeister der Bauakademie Salzburg
und Lehrer von Berufsschulen aus. Maurerlehrlinge werden bereits im
Wintersemester 2010 im Rahmen der zwischenbetrieblichen Ausbildung im
Teilgebiet "Schalen und Bewehren" in die neue Technologie eingeführt,
Schalungsbauer erhalten themenspezifisches Wissen an den
Berufsschulen und Praxisvertiefung an der Bauakademie. Auch Polieren
und Baumeistern werden an der Bauakademie Salzburg einschlägige
Module angeboten. Salzburg fungiert hier als Pilotstandort, nach
einer Erprobungsphase sollen die Weiterbildungsmodule über die
Bauakademie Österreich an allen 8 Standorten in Österreich angeboten
werden.

Triale Ausbildung und integrative Einbindung der Gewerke

Das triale Ausbildungssystem - Lernen in Betrieb, Berufsschule und
Lehrbauhof, in Österreich nur für die "Bauberufe" Maurer,
Schalungsbauer und Tiefbauer flächendeckend eingeführt - ermöglicht
es, die Technologie sowohl in der Berufsschule als auch im Lehrbauhof
zu vermitteln. "Wir bauen keine zusätzlichen Unterrichtsstufen ein,
sondern ergänzen vorhandene Ausbildungsinhalte", sagt DI Ronald
Setznagel, Geschäftsführer der Bauakademie Lehrbauhof Salzburg. Auch
bereits in der Praxis tätige Architekten und Planer sollen Nutznießer
der neuen Initiative werden, einschlägige Seminarangebote an der
Bauakademie befinden sich in Ausarbeitung. "Ausbildung und
Weiterbildung sind maßgeblich für den Erfolg eines Unternehmens",
sagt Zrost. "Die Technologie der Bauteilaktivierung betrifft Planer
und Ausführende in gleichem Maße, wir müssen integrativ vorgehen und
wollen alle betroffenen Gewerke auf der planenden und auf der
ausführenden Seite in die Umsetzung einbinden", so Setznagel. Auch
HTLs und Fachhochschulen sollen in die Initiative eingebunden werden.

Bauteilaktivierter Simulationsraum für Forschung und Demonstration

2009 wurden auf dem Gelände der Bauakademie Salzburg im Rahmen
eines Forschungsprojektes von Holzbauunternehmen zwei
Simulationsräume - ein Holzmassiv- und ein Holzleichtbau -
installiert. Mit Beginn der kommenden Bausaison wird als dritter
Bauteil der bauteilaktivierte Simulationsraum "Energiespeicher Beton"
errichtet. Dieser soll weitere Forschungserkenntnisse für die Praxis
bringen und als Demonstrationsprojekt für künftige Nutzer und
Auszubildende dienen. Es handelt sich dabei um eine Box mit zwei
Fenstern und einer Tür, die über Wärmedämmung nach letztem Stand der
Technik verfügt und sich in der Kubatur an die bereits bestehenden
Objekte angleicht. Alle raumbildenden Flächen sind aus Beton -
Fußboden, Decke sowie Wände - und werden bauteilaktiviert, wobei man
jede einzelne Fläche individuell steuern kann, um alle
unterschiedlichen Varianten, etwa Heizen mit dem Fußboden und Kühlen
mit der Decke, zu simulieren. Gemessen und beobachtet werden sollen
darin Luft- und Oberflächentemperaturen, Luftfeuchte und der
notwendige Heiz- und Kühlbedarf, sowie die zeitlichen Abläufe der
Temperaturänderungen. Eine große Rolle spielen aber auch das
subjektive Wohlfühlverhalten oder die direkte Auswirkung
verschiedener Beschattungssysteme auf das Raumklima. "Die Überprüfung
theoretischer Rechenmodelle und die neuen Erfahrungen aus dem
Praxisbetrieb werden wegweisend für den umfassenden Einsatz der
Bauteilaktivierung in der Architektur sein", ist Zrost überzeugt.
Auch die Bundesinnung Bau begrüßt solche Initiativen und beteiligt
sich an der Errichtung des Simulationsraumes.

Nutzer von Gebäuden mit neuer Bauweise vertraut machen

"Die Raumwärme ist neben dem Verkehr noch immer der große Hebel,
wenn es um die Erreichung der Klimaschutzziele in Österreich geht",
sagt Zrost. So sollen von diesem neuen Teil des Forschungsprojektes
insbesondere auch die zukünftigen Nutzer von Gebäuden profitieren.
Beispielsweise müssten Mitarbeiter in Bürogebäuden oder Bewohner von
Einfamilienhäusern mit den neuen energetischen Bedingungen und der
Umgangsweise mit diesen Gebäuden vertraut gemacht werden. Nur so wird
es möglich sein die theoretische Energiereduktion auch tatsächlich zu
erreichen. Das neue Demonstrationsobjekt des Simulationsraumes
veranschaulicht eindeutig das Prinzip, dass bei einem
bauteilaktivierten Gebäude gänzlich auf Heizkörper verzichtet werden
kann. Das ist wichtig, um ein Umdenken für den privaten
Energieverbrauch einzuleiten. "Die Aktivierung der Bauteile eines
Passivhauses, das über eine Dämmung nach letztem Stand der Technik
verfügt, bildet das absolute Optimum. Trotz richtiger Inbetriebnahme
des Hauses wird immer eine geringe zusätzliche Energiezufuhr von
außen benötigt. Die durchschnittliche Wohlfühltemperatur von 22 Grad
Celsius gibt die Parameter vor, die für den Planer relevant sind",
betont Zrost. "Bauteilaktivierte Architektur eignet sich nicht nur
für Gewerbe- und Bürobauten, sondern auch hervorragend für den
Einfamilienhausbau und mehrgeschossigen Wohnbau." Voraussetzung ist,
dass der Nutzen dieser Bauweise verständlich und begreifbar gemacht
wird. Bei Einfamilienhäusern, die nach diesem Prinzip gebaut sind,
können schon sehr gute Erfolge verzeichnet werden. Der
mehrgeschossige Wohnbau in dem sehr viele Menschen mit
unterschiedlichsten, individuellen Bedürfnissen wohnen, stellt für
die praktische Nutzung jedoch eine große Herausforderung dar", sagt
Zrost. In der Errichtung entstehen kaum Mehrkosten, entscheidend ist,
dass keine Zusatzheizung nötig ist. Um das Potenzial der Anwendung
ausschöpfen zu können, ist es erklärtes Ziel des gemeinsamen
Projektes der Zementindustrie und der Bauinnung Salzburg, Nutzer
umfassend zu informieren. "Wir müssen Häuser entwickeln, die in der
Ausstattung intelligent sind, lediglich eine minimale technische
Ausstattung brauchen und in der Nutzung einfach begreifbar sind. Der
Mensch muss bei Entwicklungen im Mittelpunkt stehen, nicht die
Technik, sonst sind Forschungsergebnisse nutzlos. Das Haus der
Zukunft muss mit durchschnittlichem Hausverstand bzw. ohne lange
Anleitungen bedienbar sein", so Rudolf Zrost.

Das Land Salzburg und die Europäische Union (EFRE- Europäischer
Fonds für Regionale Entwicklung) unterstützen die Forschungsprojekte
und die Forschungsstelle der Salzburger Bauwirtschaft im Rahmen des
Programms "Stärkung der Regionalen Wettbewerbsfähigkeit (RWF)".
Infos unter: www.zement.at

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Zementindustrie,
Andrea Baidinger andrea.baidinger bauen wohnen immobilien Kommunikationsberatung GmbH Tel +43-1-904 21 55-0, Fax +43-1-904 21 55-11, email: [email protected]

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