- 19.01.2011, 15:01:04
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Erster Kongress der Gesundheitsberufe im Zeichen von Qualität und Patientensicherheit 1
Dorner warnt vor Ökonomisierung - Gesundheit ist keine Ware - Abgrenzung von gewerblichen Berufen
Wien (OTS) - Zunehmende Ökonomisierungstendenzen und wachsende
Herausforderungen im Gesundheitssystem, die klare Abgrenzung von
gewerblichen Berufen, die in den Gesundheitsbereich drängen,
demografische Veränderungen wie zunehmende Überalterung: Den
gesetzlich verankerten Gesundheitsberufen weht ein rauer Wind
entgegen - dem will man jetzt mit vereinten Kräften widerstehen. Mit
der Gründung der österreichischen Gesundheitsberufekonferenz im Mai
2009 wurde ein erster Schritt gesetzt. Am Mittwoch präsentierten sich
die 23 Mitgliedsorganisationen erstmals bei einem gemeinsamen
Kongress.
"Wir wollen Mitsprache bei politischen Entscheidungen. Die
Gesundheitsberufe wurden schon viel zu lange ignoriert", hielt der
Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner, in
seinem Eröffnungsstatement fest. In Fragen der Versorgung und
Qualitätssicherung müssten die Gesundheitsberufe einbezogen werden,
ihre Fachkompetenz und -expertise sei unerlässlich, betonte Dorner.
Der Fokus liege dabei selbstverständlich auf dem Patienten, der
ganzheitlich versorgt werden müsse. Dorner: "Es geht uns um ein
integratives Bemühen um unsere Patientinnen und Patienten, um
Zuwendung und Empathie sowie um eine qualitativ hochwertige
Gesundheitsversorgung. Dies können wir nur zusammen erreichen." Die
Gesundheitsberufekonferenz verstehe sich insofern auch als eine
Plattform des Miteinanders und der Kommunikation, die sich darüber
hinaus scharf von ökonomischen Tendenzen abgrenzen wolle. "Der
Patient ist kein Kunde und Gesundheit keine Ware", so Dorner. Das
Gesundheitssystem müsse von ökonomischen Zwängen befreit werden, und
hoher administrativer Aufwand dürfe nicht länger zu Lasten der
Qualität gehen, sagte der ÖÄK-Präsident.
Qualität im Gesundheitswesen könne aber nur dann gesichert werden,
wenn man gewerblichen Berufen, die ins Gesundheitssystem
hineindrängen, einen Riegel vorschiebe. Dorner: "Wir wehren uns gegen
die verheerende Tendenz, Gesundheitsberufe zu Lehrberufen zu machen,
und wir wehren uns gegen die Entprofessionalisierung von
Gesundheitsleistungen." Auch die zunehmende Ökonomisierung müsse
gestoppt werden. Im Interesse der Bevölkerung müsse alles daran
gesetzt werden, dass Leistungen der Gesundheitsberufe nicht zur
Dienstleistung verkommen. Zusätzlich gelte es auch, die Zukunft im
Auge zu behalten und junge Menschen zu motivieren, einen
Gesundheitsberuf zu ergreifen. "Der attraktivste Beruf, den es gibt,
ist es, den Menschen zu helfen und für die Menschen da zu sein",
appellierte Dorner an die Jugend. (Forts.) sl
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: (++43-1) 513 18 33-14
Mail: [email protected]
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