• 19.01.2011, 12:54:09
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Bünker, Kampits und Wagner fordern flächendeckende Einführung des Ethikunterrichts

Schulversuch sollte ins Regelschulwesen übergeführt werden - Angebot speziell für SchülerInnen ohne religiöses Bekenntnis

Wien (OTS/epdÖ) - "Die flächendeckende Einführung eines
Ethikunterrichts in der Sekundarstufe 2 des Regelschulwesens"
forderte der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker auf einer
Pressekonferenz am 19. Jänner in Wien. Bünker verwies darauf, dass in
Österreich immer mehr Menschen ohne religiöses Bekenntnis lebten.
Auch solche SchülerInnen benötigten eine verpflichtende Ausbildung in
religiösen und ethischen Fragen. Wie Bünker hervorhob, könne es dabei
nicht um eine Wahlmöglichkeit zwischen dem konfessionellen
Religionsunterricht und einem Ethikunterricht gehen, sondern um ein
Angebot speziell an SchülerInnen ohne religiöses Bekenntnis.

Der Bischof, der vor den Journalisten betonte: "Wir sitzen hier
auf Initiative der AbsolventInnen der Ethik-Lehrgänge an den
Pädagogischen Hochschulen und an der Universität Wien" bedauerte,
dass die Fragen nach einem sachgemäßen Lehrplan für den
Ethikunterricht und nach den personellen Ressourcen derzeit nicht
geklärt seien. "Das kann nicht der richtige Umgang mit einem Fach
sein, das in der Verfassung verankert ist", kritisierte Bünker die
staatlichen Stellen.

Wie der Alt-Dekan der Fakultät für Philosophie und
Bildungswissenschaft an der Universität Wien, Peter Kampits,
unterstrich, sei es wichtig, dass bei der ethischen Bildung der
Bevölkerung ohne religiöses Bekenntnis "kein Vakuum" entstehe.
Kampits plädierte auf der Pressekonferenz für eine "solide und
gediegene Ausbildung" im Fach Ethik an den Hochschulen und an der
Universität Wien. Es sei "betrüblich", dass Zusagen von der Politik,
den Schulversuch Ethik in das Regelschulwesen zu überführen, nicht
eingehalten worden seien. Kampits sprach sich allerdings dagegen aus,
dass ReligionslehrerInnen das Fach Ethik unterrichten sollten. Obwohl
beide vieles gemeinsam hätten, sei philosophische Ethik im
Unterschied zu religiöser Ethik "rational begründet".

Dass der Ethikunterricht zum Religionsunterricht "nicht wirklich
eine Alternative" sein könne, betonte der Rektor der Kirchlichen
Pädagogischen Hochschule Wien/Krems (KPH), Michael Wagner, bei der
Pressekonferenz. Für die KPH handle es sich um ein "schwieriges
Thema", allerdings sehe seine Hochschule auch die Verantwortung,
SchülerInnen ohne religiöses Bekenntnis "gesellschaftliche und
kulturelle Werte" zu vermitteln. Wagner äußerte die Überzeugung, der
Ethikunterricht werde den konfessionellen Religionsunterricht
"stärken". Der Lehrgang Ethik, den die KPH zusammen mit der
Philosophischen Fakultät der Universität Wien angeboten habe, habe
"unglaublich positive Rückmeldungen" erfahren.

Rückfragehinweis:
epdÖ
Dr. Thomas Dasek
Tel.: (01) 712 54 61 DW 12
mailto:[email protected]
http://www.evang.at

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