- 18.01.2011, 12:53:27
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ÖH Uni Wien: Ende des offenen Hochschulzugangs
Gesetzesentwurf führt Zugangsbeschränkungen durch die Hintertür ein
Wien (OTS) - Der heute in der Pressekonferenz von Karl und Schmied
vorgestellte Gesetzesentwurf führt den Angriff auf Studierende fort:
"Unis sind keine Ausbildungfabriken! Bildungspolitik muss sich an den
Student_innen orientieren und nicht an der Wirtschaft. Die Regierung
muss sich gefälligst auf die Seite der Studierenden stellen und sich
für den freien und offenen Hochschulzugang entscheiden," so das
Vorsitzteam der ÖH Uni Wien unisono.
Die Studieneingangs- und "Orientierungs"phase (STEOP) soll in Zukunft
ein Semester umfassen, in der eine oder mehrere Lehrveranstaltungen
stattfinden können. Verschärft wird die Situation vor allem dadurch,
dass Prüfungen in dieser STEOP nur noch ein Mal wiederholt werden
dürfen. Bisher war es möglich, drei Mal anzutreten. Außerdem ist die
positive Absolvierung aller Prüfungen in der STEOP Voraussetzung zur
Fortsetzung des Studiums. Mit dieser Regelung können Student_innen
gezielt aus ihrem Studium hinaus geprüft werden - vor allem, wenn nur
noch zwei Prüfungstermine angeboten werden müssen. Liegen diese knapp
hintereinander bleibt außerdem kaum noch Zeit um genug zu lernen. "Es
ist eine Frechheit auf diese Art am Studieren gehindert zu werden",
erzürnt sich Flora Ederaus dem Vorsitzteam der ÖH Uni Wien.
Für Schüler_innen stellt die Voranmeldung zum Studium bis zum 31.
August eine weitere Hürde da. Schüler_innen, die ihre Matura
wiederholen müssen, können zu diesem Termin noch kein Zeugnis
vorlegen. Bisher galt das Maturazeugnis als Nachweis zur
Studienberechtigung. Jetzt ist zu befürchten, dass dieser auch schon
bei der Voranmeldung vorzuweisen ist. Somit könnten Schüler_innen
gezwungen werden, ein Semester auszusetzen. Gerade in der Kombination
mit den herabgesetzten Bezugszeitraum für die Familienbeihilfe wird
das zu erheblichen Problemen führen. "Diese Politik ist ein weiterer
Schritt in Richtung Eliteunis und zeigt, was die Regierung vom
offenen Hochschulzugang hält: gar nichts!" zeigt sich Veronika
Helfert aus dem Vorsitzteam der ÖH Uni Wien, erbost über den heute
vorgelegten Gesetzesentwurf.
Beratung ist grundsätzlich wünschenswert, aber ein einmaliges
Gespräch kann nicht als umfassende Information gewertet werden. Hier
wird in einer Scheinaktion eine weitere Barriere geschaffen. "Es
braucht die intensive Auseinandersetzung mit den verschiedenen
Studienmöglichkeiten. Beispielsweise in Form eines eigens dafür
geschaffenen Schulfaches in der Oberstufe. Die Form, die im
Gesetzesentwurf gewählt wurde, ist sicher nicht zielführend sondern
schießt am Ziel klar vorbei", fordert Oona Kroisleitner aus dem
Vorsitzteam.
Rückfragehinweis:
ÖH Uni Wien - Öffentlichkeitsarbeit mailto:[email protected] http://www.oeh.univie.ac.at/ Johanna Pisecky: 0680 20 80 370 Lucia Bischof: 0676 97 18 993
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