- 14.01.2011, 09:39:59
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VIER PFOTEN fordert Einstellung der Massentötung von Füchsen
56.000 grundlos getötete Füchse - angebliche Gefahr für Menschen leicht durchschaubare und widerlegbare Ausrede
Wien (OTS) - Vielerorts findet in den kommenden Tagen die so
genannte "Nacht des Fuchses" statt, wobei Füchsen über mehrere
Jagdreviere hinweg mit allen verfügbaren Mitteln nachgestellt wird.
Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN fordert das
Landwirtschaftsministerium und die zuständigen Landesräte auf,
Fuchswochen schon während der Paarungszeit im Jänner und Februar zu
unterbinden.
Die zynischerweise als "Nacht des Fuchses" bezeichneten
Massenvernichtungsaktionen, bei denen unter Zuhilfenahme von
Jagdgästen revierübergreifend oft Dutzende von Füchsen getötet
werden, finden hauptsächlich im Jänner und Februar statt. In der
winterlichen Paarungszeit sind die Füchse weitaus weniger vorsichtig
als sonst, und der Schnee macht sie und ihre Spuren leichter
sichtbar. Allein im letzten Winter wurden laut Statistik Austria rund
56.000 Füchse getötet. Diese werden größtenteils verscharrt oder in
der Tierkörperbeseitigung entsorgt - kritische Jäger sprechen bereits
vom Rotfuchs als "Wegwerfartikel Nummer eins" in unseren Wäldern
(http://www.oejv-saar.de/seite400.html).
Als Begründung für die Veranstaltung solcher Fuchsmassaker wird
meist angeführt, man müsse die Fuchspopulation "regulieren", etwa, um
der Ausbreitung von Seuchen (Tollwut) und Fuchsbandwurm Einhalt zu
gebieten. Tatsächlich kann man die Fuchsdichte mit jagdlichen Mitteln
jedoch keineswegs kontrollieren: Je mehr Füchse durch Jagd oder
Unfälle sterben, desto stärker steigt die Geburtenrate. Andersherum
führt eine sinkende Sterblichkeit durch soziale
Regulationsmechanismen zu weniger Nachwuchs. Von einer wie auch immer
gearteten Notwendigkeit, Füchse zur vermeintlichen Bestandsreduktion
zu bejagen, kann also keine Rede sein.
Dabei verursachen gerade die "Nächte des Fuchses" viel unnötiges
Tierleid. Zum einen sorgt die intensive Jagd gerade jetzt im Winter,
wo Wildtiere mit ihrer Kraft haushalten müssen und nicht unnötig
beunruhigt werden sollten, für massive Störungen in Wald und Feld.
Darüber hinaus können die zahllosen Fuchsrüden, die nach der
erfolgreichen Paarung mit einer Füchsin getötet werden, ihre wichtige
Rolle bei der Aufzucht des Nachwuchses nicht mehr erfüllen. Wie
Forschungsarbeiten jedoch unmissverständlich zeigen, sinken
Überlebenschancen und Kondition der Welpen deutlich, wenn der
Fuchsvater die Familie nicht mit Nahrung versorgen und vor
Konkurrenten schützen kann.
Der Fuchs ist ein hübscher und intelligenter, mit unseren
Haushunden verwandter Beutegreifer, der als Gesundheitspolizist und
Mäusejäger wichtige Dienste leistet. Umso unverständlicher ist, warum
er wie ein Schädling verfolgt und ihm nicht einmal eine Schonzeit
zugestanden wird.
VIER PFOTEN fordert Bund und Länder auf eine Schonzeit von Anfang
Jänner bis Ende September zu erlassen. Auf diese Weise soll
sichergestellt werden, dass auch der Fuchs seinen Nachwuchs ungestört
von menschlichen Nachstellungen großziehen kann. Die Hauptforderung
ist allerdings die Streichung der tierschutzrechtlich äußerst
bedenklichen Ausnahme der Jagd aus dem Tierschutzgesetz, wobei
gleichzeitig darauf hingewiesen wird, dass die Organisation jede
entdeckte jagdliche Tierquälerei strafrechtlich zur Anzeige bringt.
Umfassende Infos zum Rotfuchs (Vulpes vulpes): www.fuechse.info
Rückfragehinweis:
VIER PFOTEN: Mag. Nunu Kaller Press Office Austria Tel: +43-1-545 50 20-66 Mobile: +43 664 308 63 03 Fax: +43 1 545 50 20-99 [email protected]
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