Neuer Geschäftsführer des bfi Wien fordert Aufwertung der überbetrieblichen Lehrausbildung - BILD
bfi Wien reagiert mit neuen Ausbildungsangeboten auf Bedürfnisse der Wirtschaft
Wien (OTS) - Seit 1. Jänner 2011 ist Mag. Franz-Josef Lackinger
neuer Geschäftsführer des bfi Wien. Er tritt damit die Nachfolge von
Dr. Herwig Stage an, der die Geschäftsführung über 20 Jahre
erfolgreich ausübte. Lackinger gehört dem bfi Wien seit acht Jahren
an und hatte zuletzt die Funktion des stellvertretenden
Geschäftsführers und Personalchefs inne. Er hat die erfolgreiche
Entwicklung und Expansion des bfi Wien maßgeblich mitgestaltet, etwa
die Gründung von work4me (Arbeitskräftevermittlung), die Ausweitung
der Lehrwerkstätten bis hin zu den überbetrieblichen
Lehrlingsausbildungen oder die Berechtigung als Schule für allgemeine
Gesundheits- und Krankenpflege. Managementlehrgänge wie die
Etablierung des Masterlehrgangs Integrierte Kommunikation oder die
Gründung der bfi Wien Akademie für (angehende) Führungskräfte gehen
ebenfalls auf Initiativen des neuen Geschäftsführers zurück.
Jugend braucht Perspektiven - das bfi Wien empfiehlt Integration der
überbetrieblichen Lehrlingsausbildung in das Regel-Bildungssystem
Auch wenn sich der Arbeitsmarkt für Jugendliche 2010 "etwas
beruhigt hat, darf man nicht übersehen, dass in den letzten Jahren
österreichweit im Schnitt jährlich deutlich mehr als 5000 Jugendliche
erfolglos eine Lehrstelle suchen," erläutert Lackinger.
Die überbetriebliche Lehrausbildung ist als Kernelement der
Ausbildungsgarantie für Jugendliche der Bundesregierung nunmehr der
dualen Berufsausbildung gleich gestellt, "leistet aber wesentlich
mehr, wenn man die sozialpädagogische Betreuung, den Förderunterricht
für Deutsch und Mathematik und die gezielte Unterstützung bei der
Lehrabschlussprüfung hinzu zählt."
Die aktuellen PISA-Ergebnisse machen bewusst, dass Österreichs
Bildungssystem jährlich einen zu hohen Prozentsatz an Jugendlichen
nicht so ausbildet, dass sie die Wirtschaft nahtlos übernehmen kann.
Hier setzt die überbetriebliche Lehrausbildung an.
Zuerst wird den Jugendlichen Berufsorientierung angeboten, Interesse
geweckt und durch praktische Erfahrungen vertieft (Jugendwerkstatt
des bfi Wien). Seit 1998 können Jugendliche im bfi Wien eine
Lehrausbildung absolvieren und so den Grundstein für ihre berufliche
Zukunft legen. Mit 250 Jugendlichen wurde begonnen, bis heute stieg
die Zahl kontinuierlich an. Seit 1998 begannen 5401 Jugendliche in
den ersten Lehrjahren. Mit Ende 2010 waren 669 Jugendlichen in der
ÜBA (das sind ca. 1/3 der ÜBA-Lehrlinge in Wien).
Bei den Vermittlungszahlen zeigt sich, dass im 1. Lehrjahr die
Teilnehmer/innen abhängig vom Berufsbereich werden bis zu 40% auf
betriebliche Lehrstellen vermittelt werden. Diese hohe Quote erreicht
das bfi Wien im Dienstleistungsbereich im Speziellen im Hotel-, und
Gastgewerbe. Im Bau- und Metallbereich sind es ca.15%. Da die
Lehrzeit der ÜBA bei Übernahme in einen Betrieb angerechnet werden
muss, sinken die Vermittlungszahlen im zweiten Lehrjahr, sind aber im
Dienstleistungsbereich mit bis zu 30% immer noch gut. Im dritten
Lehrjahr sehen sich nur noch einzelne Jugendliche veranlasst zu
wechseln. Der Grund liegt in der optimalen Unterstützung auf die
Lehrabschlussprüfung sowie in der höheren Ausbildungsentschädigung.
Insgesamt ist diese Ausbildungsschiene neben den betrieblichen
Lehrausbildungen höchst erfolgreich, wie eine aktuelle Studie von
ÖIBF und IBW im Auftrag von AMS und AK belegt.
Kosten der überbetrieblichen Lehrausbildung nur unwesentlich höher
Nach einer Modellrechnung des bfi Wien der öffentlichen Ausgaben
für die Erstausbildung pro Person und Ausbildungsplatz und Jahr sind
die Kosten für die überbetriebliche Lehrausbildung zwar etwas höher
als etwa für berufsbildende mittlere und höhere Schulen. Während in
diesen Schulen pro Person ca. 10.280,- öffentliche Kosten kalkuliert
werden müssen, so belaufen sich die jährlichen Aufwendungen in der
ÜBA am bfi Wien bei den gefragten technischen Berufen auf ca.
13.750,- (davon 3.760,- Berufsschule, 2.000,-
Ausbildungsentschädigung).
"Als Bildungschance für benachteiligte Jugendliche, als notwendige
Basisausbildung gegen Facharbeitermangel und last but not least um
Kosten für Arbeitslosen-Karrieren zu verhindern, lohnt sich diese
Investition des Steuerzahlers," erklärt Lackinger.
Vor diesem Hintergrund leitet der Geschäftsführer des bfi Wien
seine Forderung ab, dass die überbetriebliche Lehrausbildung in das
Regel-Bildungssystem integriert wird. Damit erhält die ÜBA eine
budgetäre Absicherung. Das ermöglicht Bildungsträgern wie dem bfi
Wien die unbedingt notwendige Planbarkeit der Ausbildung. "Diese
Ausbildungsschiene ist nämlich keine Konkurrenz zur betrieblichen
Lehre, sondern ein höchst erfolgreiches Partnermodell für die
Wirtschaft", so Lackinger.
Neues Kursprogramm deckt Ausbildungstrends ab
Lackinger erläutert zum neuen Kursprogramm 2011, dass das bfi Wien
mit neuen Ausbildungsangeboten auf die Bedürfnisse der Wirtschaft
reagiert. Dazu gehören Angebote wie CAE-Virtuelle Produktentwicklung,
Erneuerbare Energien, Innovations- und Produktentwicklung (bfi Wien
Akademie), Internationale Rechnungslegung, aber auch die Ausbildung
von diplomiertem Krankenpflegepersonal.
Christian Ludwig Attersee, der das Cover mit dem Titel "Bildung
heißt reisen" gestaltet hat, will Weiterbildung nicht nur als Arbeit
sehen. Freude, Neugier, Interesse am Leben sollen den Lebens- und
Bildungsweg bestimmen. Sein Bild veranschaulicht z.B., "dass man mit
Bildung auf den höchsten Berg reisen kann und vor allem, dass man
seinen ganz persönlichen Platz findet."
Über Mag. Franz-Josef Lackinger
Lackinger hat in Wien Geschichte und Germanistik studiert und ist
seit 1988 in der Erwachsenenbildung tätig, seit 1991 in leitender
Funktion. Bis 2003 war er zentraler Bildungsreferent des ÖGB und in
dieser Funktion auch im Aufsichtsrat des bfi Wien. Bildungstheorie
und -politik sowie Bildungspraxis auf nationaler und internationaler
Ebene gehörten zu seinen Aufgabenfeldern. Ergänzend erwarb er sich
die Zusatzqualifikation BWL für Führungskräfte mit Abschluss an der
FH des bfi Wien.
Weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=82&dir=201101&e=20110113_b&a=event
Vorherige Aussendung
Umwelt - SP-Valentin an FPÖ: "Wien ist beim Streumitteleinsatz vorbildlich!"
SPÖ Wien Rathausklub | 13. Jan. 2011, 13:44
Nächste Aussendung
GSB: Gesamte UN-Kinderrechtskonvention in die Verfassung
GSB | 13. Jan. 2011, 13:54
bfi Wien,
g.masuch@bfi-wien.or.at,
Tel.: 01/81178/101385,
www.bfi-wien.at















