OTS0183   13. Jan. 2011, 13:46

Neuer Geschäftsführer des bfi Wien fordert Aufwertung der überbetrieblichen Lehrausbildung

bfi Wien reagiert mit neuen Ausbildungsangeboten auf Bedürfnisse der Wirtschaft


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BILD zu OTS - Pressekonferenz des neuen Geschäftsführer des BFI Wien Mag. Franz-Josef Lackinger (li.) und des neuen Kursprogrammes gestaltet von Christian Ludwig Attersee (re.)


Seit 1. Jänner 2011 ist Mag. Franz-Josef Lackinger neuer Geschäftsführer des bfi Wien. Er tritt damit die Nachfolge von Dr. Herwig Stage an, der die Geschäftsführung über 20 Jahre erfolgreich ausübte. Lackinger gehört dem bfi Wien seit acht Jahren an und hatte zuletzt die Funktion des stellvertretenden Geschäftsführers und Personalchefs inne. Er hat die erfolgreiche Entwicklung und Expansion des bfi Wien maßgeblich mitgestaltet, etwa die Gründung von work4me (Arbeitskräftevermittlung), die Ausweitung der Lehrwerkstätten bis hin zu den überbetrieblichen Lehrlingsausbildungen oder die Berechtigung als Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege. Managementlehrgänge wie die Etablierung des Masterlehrgangs Integrierte Kommunikation oder die Gründung der bfi Wien Akademie für (angehende) Führungskräfte gehen ebenfalls auf Initiativen des neuen Geschäftsführers zurück.

Jugend braucht Perspektiven - das bfi Wien empfiehlt Integration der überbetrieblichen Lehrlingsausbildung in das Regel-Bildungssystem

Auch wenn sich der Arbeitsmarkt für Jugendliche 2010 "etwas beruhigt hat, darf man nicht übersehen, dass in den letzten Jahren österreichweit im Schnitt jährlich deutlich mehr als 5000 Jugendliche erfolglos eine Lehrstelle suchen," erläutert Lackinger. Die überbetriebliche Lehrausbildung ist als Kernelement der Ausbildungsgarantie für Jugendliche der Bundesregierung nunmehr der dualen Berufsausbildung gleich gestellt, "leistet aber wesentlich mehr, wenn man die sozialpädagogische Betreuung, den Förderunterricht für Deutsch und Mathematik und die gezielte Unterstützung bei der Lehrabschlussprüfung hinzu zählt."

Die aktuellen PISA-Ergebnisse machen bewusst, dass Österreichs Bildungssystem jährlich einen zu hohen Prozentsatz an Jugendlichen nicht so ausbildet, dass sie die Wirtschaft nahtlos übernehmen kann. Hier setzt die überbetriebliche Lehrausbildung an. Zuerst wird den Jugendlichen Berufsorientierung angeboten, Interesse geweckt und durch praktische Erfahrungen vertieft (Jugendwerkstatt des bfi Wien). Seit 1998 können Jugendliche im bfi Wien eine Lehrausbildung absolvieren und so den Grundstein für ihre berufliche Zukunft legen. Mit 250 Jugendlichen wurde begonnen, bis heute stieg die Zahl kontinuierlich an. Seit 1998 begannen 5401 Jugendliche in den ersten Lehrjahren. Mit Ende 2010 waren 669 Jugendlichen in der ÜBA (das sind ca. 1/3 der ÜBA-Lehrlinge in Wien).

Bei den Vermittlungszahlen zeigt sich, dass im 1. Lehrjahr die Teilnehmer/innen abhängig vom Berufsbereich werden bis zu 40% auf betriebliche Lehrstellen vermittelt werden. Diese hohe Quote erreicht das bfi Wien im Dienstleistungsbereich im Speziellen im Hotel-, und Gastgewerbe. Im Bau- und Metallbereich sind es ca.15%. Da die Lehrzeit der ÜBA bei Übernahme in einen Betrieb angerechnet werden muss, sinken die Vermittlungszahlen im zweiten Lehrjahr, sind aber im Dienstleistungsbereich mit bis zu 30% immer noch gut. Im dritten Lehrjahr sehen sich nur noch einzelne Jugendliche veranlasst zu wechseln. Der Grund liegt in der optimalen Unterstützung auf die Lehrabschlussprüfung sowie in der höheren Ausbildungsentschädigung.

Insgesamt ist diese Ausbildungsschiene neben den betrieblichen Lehrausbildungen höchst erfolgreich, wie eine aktuelle Studie von ÖIBF und IBW im Auftrag von AMS und AK belegt.

Kosten der überbetrieblichen Lehrausbildung nur unwesentlich höher

Nach einer Modellrechnung des bfi Wien der öffentlichen Ausgaben für die Erstausbildung pro Person und Ausbildungsplatz und Jahr sind die Kosten für die überbetriebliche Lehrausbildung zwar etwas höher als etwa für berufsbildende mittlere und höhere Schulen. Während in diesen Schulen pro Person ca. 10.280,- öffentliche Kosten kalkuliert werden müssen, so belaufen sich die jährlichen Aufwendungen in der ÜBA am bfi Wien bei den gefragten technischen Berufen auf ca. 13.750,- (davon 3.760,- Berufsschule, 2.000,- Ausbildungsentschädigung).

"Als Bildungschance für benachteiligte Jugendliche, als notwendige Basisausbildung gegen Facharbeitermangel und last but not least um Kosten für Arbeitslosen-Karrieren zu verhindern, lohnt sich diese Investition des Steuerzahlers," erklärt Lackinger.

Vor diesem Hintergrund leitet der Geschäftsführer des bfi Wien seine Forderung ab, dass die überbetriebliche Lehrausbildung in das Regel-Bildungssystem integriert wird. Damit erhält die ÜBA eine budgetäre Absicherung. Das ermöglicht Bildungsträgern wie dem bfi Wien die unbedingt notwendige Planbarkeit der Ausbildung. "Diese Ausbildungsschiene ist nämlich keine Konkurrenz zur betrieblichen Lehre, sondern ein höchst erfolgreiches Partnermodell für die Wirtschaft", so Lackinger.

Neues Kursprogramm deckt Ausbildungstrends ab

Lackinger erläutert zum neuen Kursprogramm 2011, dass das bfi Wien mit neuen Ausbildungsangeboten auf die Bedürfnisse der Wirtschaft reagiert. Dazu gehören Angebote wie CAE-Virtuelle Produktentwicklung, Erneuerbare Energien, Innovations- und Produktentwicklung (bfi Wien Akademie), Internationale Rechnungslegung, aber auch die Ausbildung von diplomiertem Krankenpflegepersonal.

Christian Ludwig Attersee, der das Cover mit dem Titel "Bildung heißt reisen" gestaltet hat, will Weiterbildung nicht nur als Arbeit sehen. Freude, Neugier, Interesse am Leben sollen den Lebens- und Bildungsweg bestimmen. Sein Bild veranschaulicht z.B., "dass man mit Bildung auf den höchsten Berg reisen kann und vor allem, dass man seinen ganz persönlichen Platz findet."

Über Mag. Franz-Josef Lackinger

Lackinger hat in Wien Geschichte und Germanistik studiert und ist seit 1988 in der Erwachsenenbildung tätig, seit 1991 in leitender Funktion. Bis 2003 war er zentraler Bildungsreferent des ÖGB und in dieser Funktion auch im Aufsichtsrat des bfi Wien. Bildungstheorie und -politik sowie Bildungspraxis auf nationaler und internationaler Ebene gehörten zu seinen Aufgabenfeldern. Ergänzend erwarb er sich die Zusatzqualifikation BWL für Führungskräfte mit Abschluss an der FH des bfi Wien.

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OTS0183 2011-01-13 13:46 131346 Jän 11 BFI0010 0827



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Rückfragehinweis: Mag. Gabriele Masuch,
bfi Wien,
g.masuch@bfi-wien.or.at,
Tel.: 01/81178/101385,
www.bfi-wien.at

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