- 12.01.2011, 11:37:40
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Küberl begrüßt Hundstorfer-Vorstoß zu Zivildienst-Alternative
Caritaspräsident regt Reformkommission zur Umsetzung eines sozialen Freiwilligendienstes an
Wien (OTS) - Caritaspräsident Franz Küberl begrüßt den Vorstoß
von Sozialminister Rudolf Hundstorfer zur Entwicklung einer
Alternative zum Zivildienst: "Damit ist die Diskussion um die
Ausgestaltung eines künftigen sozialen Freiwilligendienst eröffnet."
Beim derzeit im Raum stehende Modell handle es sich allerdings
nicht um klassische Freiwilligenarbeit, betont der Caritaspräsident:
"Der Sozialminister spricht von einem kollektivertraglichen
Mindestentgelt, das den Personen in diesem Sozialjahr seitens des
Bundes zur Verfügung gestellt wird. Insofern geht es um ein
Anstellungsverhältnis in Verbindung mit einer sozialen Tätigkeit. Ich
kann mir aber gut vorstellen, dass ein solches Sozialjahr für die
Lebensorientierung eines jungen Menschen oder als Vorbereitung für
eine Berufsausbildung im Sozial- und Gesundheitsbereich eine gute
Basis darstellt."
Nach Auffassung des Caritas-Präsidenten solle ein solcher
Freiwilligendienst allerdings arbeitsmarktneutral sein. "Hier ist
sicherlich noch Diskussionsbedarf. Dieses Modell darf nicht zur
Verdrängung oder zum Ersatz von regulären Arbeitskräften führen",
unterstreicht er. Weiters gelte es, einen solchen befristeten
Sozialdienst auch mit entsprechenden Begleitmaßnahmen (Fortbildung,
Schnuppertage in verschiedenen Sozialbereichen, Supervision etc.) zu
kombinieren. Hier könne das deutsche Modell eines
Bundesfreiwilligendienstes für die Diskussion in Österreich gute
Anhaltspunkte bieten, ist Küberl überzeugt.
Für Küberl hat sich der Zivildienst zu einer wesentlichen
Grundlage der Zivilgesellschaft entwickelt: "Heute ist er
unbestreitbar eine wichtige Säule im Sozial- und Gesundheitssystem.
Sollte es zu einer Abschaffung der Wehrpflicht und damit auch des
Zivildienstes kommen, dann müssten deshalb tragfähige Ersatzlösungen
gefunden werden."
Bereits im vergangenen September hat der Caritaspräsident eine
breit angelegte Diskussion angeregt und seine Vorschläge in
brieflicher Form bei Bundeskanzler Faymann, Vizekanzler Pröll und
Innenministerin Fekter eingebracht. Küberl betonte in seinem
Schreiben, dass es darum gehen müsse, die Gelder, die durch den
Wegfall des Zivildienstes frei würden, "im Sinne der Grundidee eines
tatkräftigen Einsatzes für hilfsbedürftige Menschen zu verwenden".
Ein sozialer Freiwilligendienst sollte - so betonte
Caritaspräsident Küberl bereits im September 2010 - ähnlich dem
jetzigen Zivildienst und "vergleichbar mit den Bedingungen eines
künftigen freiwilligen Präsenzdienstes" sein. Für die Ausarbeitung
von Grundlinien eines solchen freiwilligen Sozialdienstes schlug der
Caritaspräsident die Bildung einer "Reformkommission" vor. Wichtige
Punkte wären hier attraktive Rahmenbedingungen, entsprechende
Bewerbung und eine unbürokratische Abwicklung.
"Eine solche Reformkommission halte ich nach wie vor für wichtig.
Hier geht es ja nicht um eine Detailfrage, sondern um die Begleitung
und Betreuung von tausenden Menschen in unserem Land. Der Zivildienst
ist seit Jahrzehnten eingespielt. Wenn es zu einem guten Übergang
kommen soll, dann braucht das viel Planung, Strategie und
Strukturarbeit" begründet Küberl seinen neuerlichen Vorschlag für
eine Reformkommission. Zusätzlich gelte es zu überlegen, wie man auch
ältere Menschen, die sich fit genug fühlen, für einen
Freiwilligendienst gewinnen kann.
Rückfragehinweis:
Caritas Österreich
Mag. Silke Ruprechtsberger
Tel.: 01/488 31/417 oder: 0664/82 66 909
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