• 10.01.2011, 14:59:00
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Zahlreiche Aktivitäten zum Internationalen Jahr des Waldes 2011

Berlakovich: Kostbares und schützenswertes Gut für kommende Generationen

Wien (OTS) - Österreich ist ein Waldland. 47,6% der Landesfläche
sind bewaldet, Tendenz steigend. Der Forst ist damit ein
unverzichtbarer Teil der Landschaft, gleichzeitig aber auch
wirtschaftlich, ökologisch und sozial von großer Bedeutung.
Hierzulande gibt es fast 170.000 Waldbesitzer und nahezu 300.000
Menschen sind entlang der gesamten Holzwertschöpfungskette
beschäftigt. "Unsere Wälder sind ein kostbares Gut, das mit aller
Kraft geschützt werden muss", waren sich Bundesminister Nikolaus
Berlakovich sowie die Vertreter der gesamten Holzwertschöpfungskette
bei der heutigen Auftaktveranstaltung zu dem von der UNO ausgerufenen
Jahres des Waldes 2011 einig. Die vielfältigen Aktivitäten in den
kommenden zwölf Monaten sollen dazu beitragen, die ökologische,
ökonomische und soziale Bedeutung der heimischen Wälder mehr in den
Mittelpunkt des Interesses zu rücken und in der Gesellschaft das
Bewusstsein und Wissen um ihre Erhaltung und nachhaltige Entwicklung
zum Nutzen heutiger und künftiger Generationen zu fördern.

Motto "Wald für die Menschen"

"Dass der Forst den wertvollen Rohstoff Holz liefern, Arbeit in
der Holz-, Möbel- oder Energiewirtschaft schaffen, Siedlungsgebiete
schützen, die Luft rein halten und Erholungsraum bieten kann, dafür
sorgen die Waldbesitzer in ganz Österreich, die diesen seit
Jahrhunderten ökologisch und nachhaltig bewirtschaften und damit
Sorge tragen, dass die ganze derzeitige und künftige Gesellschaft von
diesen Funktionen profitiert", so Landwirtschaftskammer-Präsident
Gerhard Wlodkowski. Damit die Waldarbeit auch in Zukunft im Sinne der
Bevölkerung erfüllt werden könne, bräuchte die Jugend positive
Perspektiven, wie die Möglichkeit, ein ausreichendes Einkommen zu
erwirtschaften, so Rudolf Rosenstatter, Obmann des Waldverbandes. Die
heimischen Waldbesitzer hatten in den vergangenen Jahren mit
zahlreichen Sturmereignissen, Verwerfungen auf den Märkten und der
Wirtschaftskrise zu kämpfen. Nun sei Holz aber wieder gefragt, die
Preise hätten aber noch das niedrige Niveau von vor vier Jahren,
ergänzte Land&Forst Betriebe-Vorsitzender Felix Montecuccoli. Da sei
man froh, dass Infrastrukturmaßnahmen im Rahmen der Ländlichen
Entwicklung bis zum Programmende weiter gefördert werden.

111.000 ha mehr Wald in 25 Jahren

Während laut Schätzungen der FAO (Ernährungs- und
Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) jedes Jahr
weltweit 130.000 km2 Wald verloren gehen, nimmt die Fläche in
Österreich beständig zu - in den vergangenen 25 Jahren um rund
111.000 ha oder 220.000 Fußballfelder. Als Reaktion auf den
Klimawandel haben die heimischen Bewirtschafter einen Bestandesumbau
vorgenommen, sie setzen vermehrt auf naturnahe Baumarten und die
Förderung von Laubholz. "Damit haben wir erstmals über 50% Laub- und
Mischwälder", weiß Peter Mayer, Leiter des Waldforschungszentrums
BFW, das die jüngste Waldinventur der Jahre 2007 bis 2009
durchgeführt hat. Außerdem hat sich in den vergangenen beiden
Jahrzehnten der Vorrat an stehendem Totholz im Ertragswald fast
verdoppelt, was positive Effekte auf die Biodiversität hat.
Schließlich wurde auch der Holzeinschlag deutlich angehoben (26 Mio.
fm/Jahr), dennoch werden nur 85% des Zuwachses geerntet. "Künftige
Holz- und Biomassepotenziale liegen vor allem in der Waldpflege und
im bäuerlichen Kleinwald", ist Mayer überzeugt.

Neue Verwertungsmöglichkeiten für Holz entwickeln

Bei der Holznutzung seien neben der thermischen Verwertung auch
große Chancen als "gestalterischer Rohstoff" in der Architektur
gegeben, meinte Laszlo Döry, Vorsitzender der Plattenindustrie. In
der Gesellschaft noch zu wenig bekannt aber durchaus ausbaufähig sei
auch die Textilerzeugung aus Viskosefaser, die aus Buchen- und
Fichtenholz gewonnen werde, ergänzte wald.zeit Österreich-Präsident
Hans Resch. "Gemeinsam haben wir den Auftrag, den Werk- und Wertstoff
Holz in jeder Verarbeitungsstufe mit seiner höchstmöglichen
Wertschöpfung so effizient und wertsteigend wie möglich einzusetzen",
plädierte der Vorsitzende der Kooperationsplattform Forst Holz Papier
(FHP), Georg Starhemberg, für eine nationale Holzphilosophie.

Probleme bereitet der Branche dabei seit einigen Wochen die
Zusammenarbeit mit der Rail Cargo Austria (RCA), einem
Tochterunternehmen der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Diese
will die Tarife in den kommenden drei Jahren um 30% anheben, was für
die Holzwertschöpfungskette in diesem Ausmaß "unmöglich ist", wie
Resch betonte. "Derzeit transportieren 200.000 Waggons das Holz in
die Werke. Wenn die ÖBB an ihrer Forderung festhält, wären wir
gezwungen auf die Straße auszuweichen, sodass 400.000 zusätzliche
Lkws massive Auswirkungen auf die Österreichische Klimabilanz
hätten", so Resch. Auch für Minister Berlakovich ist es nur schwer
vorstellbar, dass die wirtschaftliche Lage der ÖBB es zulassen
könnte, dass 12% des RCA-Volumens, die die Holztransporte ausmachen,
auf die Straße verlagert werden. Es liege aber in der Verantwortung
von Infrastrukturministerin Doris Bures dies mit der ÖBB zu klären,
so der Minister.

Weitere Informationen zum "Internationalen Jahr des Waldes 2011"
sind im Internet unter www.jahrdeswaldes.at zu finden.
(Schluss) wol

Rückfragehinweis:
wald.zeit Österreich
Mag. Hermine Hackl
E-mail: [email protected]
Mobil 0664/837 61 78

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