• 07.01.2011, 12:49:00
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ÖVP-Bildungskonzept II – Karl: Neue Mittelschule kommt, Gymnasium bleibt

Wohl des Kindes im Mittelpunkt – Schwächen fördern, Stärken fordern – Fokus auf Sprachkompetenz ab Kindergarten – Ausbau der flächendeckenden Kinderbetreuung – "Mittlere Reife" vor Oberstufeneintritt

Wien, 07. Jänner 2011 (ÖVP-PD) "Im Mittelpunkt des ÖVP-
Bildungskonzepts stehen das Wohl des Kindes sowie die Wahlfreiheit
des Bildungswegs für Eltern und Kinder", betont Wissenschafts- und
Forschungsministerin Beatrix Karl im Rahmen der Präsentation des
ÖVP-Bildungskonzepts, das einen Ausbau der Neuen Mittelschule und
die Beibehaltung des Gymnasiums vorsieht. "Lernschwache fördern und
Begabte fordern", ist einer der zentralen Punkte des ÖVP-Konzepts,
das den Grundstein für einen modernen und zukunftsorientierten
Bildungsweg legt, um jedem Kind entsprechend seiner individuellen
Neigungen eine optimale Ausbildung zu ermöglichen. ****

"Die Schule der Zukunft muss Raum bieten für individuelle
Differenzierung und Förderung von Neigung, Eignung und Leistung",
so Ministerin Karl, die die Leitlinien des ÖVP-Bildungsweges
skizziert: Einen wichtigen Schwerpunkt stellt eine
Bildungsvereinbarung zwischen Eltern und Schule dar. Denn: "Die
Ausbildung kann nicht nur an die Schule delegiert werden. Eltern
und Schule müssen gemeinsam Verantwortung übernehmen.“

"Sprache ist ein zentraler Punkt, der sich durch das gesamte
Bildungskonzept durchzieht“, so die Ministerin weiter. „Die Basis
wird im Kindergarten gelegt. Daher sieht unser Konzept einen Ausbau
der bedarfsorientierten, flächendeckenden Kinderbetreuung sowie die
Vermittlung von Sprach- und Sozialkompetenz bereits im Kindergarten
vor", betont Beatrix Karl. Mittels Sprachstandsfeststellungen soll
die sprachliche Entwicklung jedes Kindes begleitet und entwickelt
werden. Sollten Defizite bei der Sprachkompetenz vorhanden sein,
sind verpflichtende Programme zur Sprachförderung vorgesehen, denn:
"Es muss sichergestellt sein, dass jedes Kind bei Schulantritt
Deutsch kann", so die Wissenschaftsministerin. Vor Eintritt in die
Volksschule wird es eine Überprüfung der Schulreife geben, um unter
anderem festzustellen, ob ausreichend Deutschkenntnisse vorhanden
sind, um dem Unterricht folgen zu können. Sollten die Standards
nicht erreicht werden, ist vor Volksschuleintritt ein Vorschuljahr
zu absolvieren.

"Die PISA-Studie hat uns einmal mehr vor Augen gehalten, dass
wir bereits in der Volksschule ansetzen müssen. Der Fokus muss auf
dem Erlernen der Grundkulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen
liegen. Auch auf dieser Ebene sind Förderungen am Nachmittag
vorgesehen, um Defizite aufholen zu können", erklärt Ministerin
Beatrix Karl. Der bedarfsorientierte Ausbau der
Nachmittagsbetreuung soll sich dabei auch auf musisch-kreative und
sportliche Fächer konzentrieren.

Am Ende der dritten Volksschul-Klasse und im Lauf der 4.
Volksschul-Klasse baut das ÖVP-Bildungskonzept auf einer
Begleitphase als Orientierungshilfe auf. Für den Übertritt in die
Mittelstufe wird eine Bildungsempfehlung für jedes Kind verfasst,
das auf die individuellen Neigungen, Stärken und Schwächen eingeht,
um den bestmöglichen weiteren Bildungsweg einzuschlagen.

Ein zentraler Punkt des ÖVP-Bildungskonzepts ist der
flächendeckende Ausbau der Neuen Mittelschule bei Beibehaltung des
Gymnasiums, wobei in beiden Formen der Fokus auf die
Leistungsdifferenzierung gelegt wird. "Ein Fächerkanon und
einheitliche Bildungsstandards werden die volle Durchlässigkeit
zwischen diesen beiden Schulformen gewährleisten", erklärt die
Wissenschaftsministerin und betont, dass auch auf dieser Ebene auf
verpflichtende Förderangebote am Nachmittag bei etwaigen
Lernschwächen gesetzt wird. "Die positive Absolvierung der
'mittleren Reife' in den Kernfächern Deutsch, Mathematik, einer
lebenden Fremdsprache sowie zwei Schwerpunktfächern ist die
Voraussetzung für den Aufstieg in die Oberstufe und muss von allen
Schülerinnen und Schülern absolviert werden", betont Ministerin
Beatrix Karl.

"Wir haben viele begabte Kinder, doch wir müssen diese
Begabungen noch verstärkt entdecken und fördern. Keine Begabung
darf verloren gehen, daher haben wir in der Mittelstufe
'Talentechecks' vorgesehen, um auf besondere Talente aufmerksam zu
werden", so die Wissenschaftsministerin. Dabei fordert sie aber
auch "Mut zur Elite": "Hochbegabte Kinder müssen gefördert werden",
betont Ministerin Karl, und verweist auf "High Potential Groups".

Wissenschaftsministerin Karl hält fest: "Noten sind zur
Bewertung der Leistung zielführend, daher wollen wir an diesem
System festhalten. Doch neben der Leistungsbeurteilung durch Noten
soll es in Zukunft auch eine 'verbale Beurteilung' geben, um auf
außerordentliche Talente und Begabungen hinweisen zu können, die
durch Noten nicht immer zum Ausdruck kommen."

"Das 'Sitzen bleiben' soll zukünftig nur noch die 'ultima
ratio' sein", erklärt Wissenschaftsministerin Karl. Durch ein neues
Modulsystem und Fördermaßnahmen sollen Lernschwächen früh erkannt
und präventiv beseitigt werden, damit das Wiederholen einer
Schulstufe nicht mehr nötig ist.

"Wir haben ein umfassendes Bildungskonzept vorgelegt. Nach
einer gemeinsamen Ausarbeitung geht die ÖVP jetzt gemeinsam an die
Umsetzung", so Wissenschaftsministerin Beatrix Karl abschließend.

Kaltenegger will mit SPÖ den Bildungsweg gemeinsam gehen

"Heute geht es uns darum, ein Signal für gemeinsame Arbeit und
Reformschritte zu setzen, die wir bei der Bildung beginnen. Jetzt
geht es darum, sich nicht wegzudrücken, sondern uns Problemen
gemeinsam zu stellen und Lösungen zu entwickeln", so ÖVP-
Generalsekretär Fritz Kaltenegger zur Vorstellung des ÖVP-
Bildungskonzepts, der hinzufügte: "Wir haben gemeinsam die Krise
gemeistert und gemeinsam mit dem Koalitionspartner ein
zukunftsfähiges Budget entwickelt. Jetzt heißt es auch im
Bildungsbereich gemeinsame Wege gehen." Der Fokus muss für
Kaltenegger dabei klar auf Leistung, Differenzierung und
Einbeziehung der Eltern liegen: "Wir nehmen das Beste aus
verschiedenen Schulmodellen. Die Neue Mittelschule kommt, das
Gymnasium bleibt."

"Die ÖVP kann das jedoch nicht alleine stemmen. Die zuständige
Ministerin heißt Claudia Schmied", stellte Kaltenegger klar, und
weiter: "Noch ist vieles aus dem Regierungsprogramm unerledigt, 41
von 49 Punkten sind offen." Kaltenegger verweist auf offene Themen
wie Lehrerausbildung, Dienstrecht, Ausbau von Deutschförderkursen
sowie Förderung von Sprach- und Lesekompetenz. "Das alles gilt es
nun rasch umzusetzen, den Bildungsweg der ÖVP zu beschreiten und
diesen Weg gemeinsam zu gehen."

Rückfragehinweis: ÖVP Bundespartei, Abteilung Presse und Medien
Tel.:(01) 401 26-420; Internet: http://www.oevp.at

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