• 03.01.2011, 16:35:14
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Heinisch-Hosek in ÖSTERREICH: "Ärzte müssen weiter haften"

Frauenministerin widerspricht im ÖSTERREICH-Interview Justizministerin Bandion-Ortner

Wien (OTS) - SPÖ-Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek stellt
sich in einem Interview in der Tageszeitung ÖSTERREICH
(Dienstagsausgabe) gegen Justizministerin Claudia Bandion-Ortner.
Diese will eine Aufhebung der Haftungspflicht für Ärzte im Fall einer
nicht-diagnostizierten Behinderung eines Ungeborenen. Heinisch-Hosek
erklärt dazu: "Das geltende Gesetz sagt, wenn ein Arzt einen Fehler
bei der Diagnose vor der Geburt macht oder der Schwangeren
Informationen vorenthält, dann ist er für den Mehraufwand, den ein
behindertes Kind verursacht, haftbar. Das soll auch so bleiben,
Gynäkologen haben wie alle anderen Ärzte für Fehler geradezustehen."

Die Ärzte aus der Haftung entlassen will ÖVP-Justizministerin
Claudia Bandion-Ortner. Anlass ist der Fall Emil: Eine Vorarlberger
Familie hatte dagegen geklagt, dass ihr Sohn "Emil" als Schaden
behandelt würde. Heinisch-Hosek in ÖSTERREICH: "Es stimmt nicht, dass
im Gesetz steht, ein behindertes Kind wäre ein Schaden. Das würde ich
auch nie sagen, denn ich habe selbst drei Jahre für ein behindertes
Kind gesorgt." Dennoch will Bandion die Gesetzesänderung.
Heinisch-Hosek wertet das als Angriff auf das Recht von Frauen auf
Schwangerschaftsabbruch: "Die Frau muss das Recht haben, sich
entscheiden zu können."

In Sachen neues Gleichbehandlungsgesetz ist Heinisch-Hosek noch
immer am Verhandeln: "Hauptsächlich geht es um die betriebsinterne
Offenlegung der Frauen- und Männerdurchschnittsgehälter. Leider
sollen Arbeitnehmer sollen Strafen zahlen, wenn sie mit Dritten über
diese Berichte reden. Aber die habe ich auf ein Viertel der
ursprünglich geplanten 1.500 Euro runter verhandelt und will sie ganz
weg haben."

Rückfragehinweis:
ÖSTERREICH, Chefredaktion
Tel.: (01) 588 11 / 1010
mailto:[email protected]

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