- 31.12.2010, 08:00:15
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"profil": Prominenter Ex-Ordensmann unter Missbrauchs-Verdacht
Schwere Vorwürfe gegen Martin Bormann, Sohn von Hitlers gleichnamigem Vertrauten
Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag
erscheindenden Ausgabe berichtet, soll Martin Bormann, Sohn von
Hitlers Reichsleiter und Sekretär, sich Anfang der sechziger Jahre
als Geistlicher im Gymnasium der Herz Jesu Missionare in
Salzburg-Liefering an einem Zwölfjährigen vergangen haben. Bormann
war auf der Flucht zu Kriegsende 1945 in Salzburg untergetaucht,
Ordensmann und Priester geworden und in der Internatsschule Erzieher
gewesen. Ein heute 63-jähriger Ex-Zögling hat sich mit seinen
Vorwürfen an die unabhängige Plattform Betroffene kirchlicher Gewalt
gewandt und hielt nun auch gegenüber "profil" fest, wie der damalige
Präfekt Bormann ihn über ein Jahr hinweg missbraucht hatte.
Der älteste Sohn von Hitlers mächtigem Vertrauten (Martin Bormann
senior wurde 1946 in Abwesenheit zum Tod verurteilt) hatte zunächst
in katholischen Kreisen Karriere gemacht. Nach seiner Laisierung und
Heirat 1971 trat er als gefragter Vortragender auf. "profil" hat
Bormann in Deutschland aufgesucht und mit den Vorwürfen konfrontiert.
Der 80-Jährige konnte oder mochte sich an seine Zeit als Erzieher
nicht erinnern, seine Frau sagte, die Konfrontation komme aufgrund
seiner Erkrankung zu spät.
Ein Mitschüler des ebenfalls schwer kranken mutmaßlichen
Missbrauchsopfers war von Bormann bewusstlos geschlagen worden. Der
heutige Ordensprovinzial Pater Walter Licklederer sagte gegenüber
"profil", er sei über die massiven Anschuldigungen "erschüttert".
Rückfragehinweis:
"profil"-Redaktion, Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502
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