• 26.12.2010, 09:00:11
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Aufnahmeprüfungen an Universitäten entwerten die Matura

Linz (OTS) - "Der erwartete Ansturm deutscher Abiturienten darf
kein Vorwand für weniger Studienplätze für österreichische Maturanten
sein", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Er lehnt den
Gesetzesentwurf von Wissenschaftsministerin Dr.in Beatrix Karl, der
Aufnahmeprüfungen oder Studieneingangsphasen mit vorgesehenem K.O an
Österreichs Universtäten vorsieht, entschieden ab.

Während überall in Europa Studienangebote erweitert werden, geht
Österreich aus Budgetgründen den umgekehrten Weg. Die
Wissenschaftsministerin plant, die Studienplätze an österreichischen
Universitäten auf den Durchschnitt der letzten fünf Jahre abzusenken.
Mit den vorgesehenen Aufnahmeprüfungen oder Studieneingangsphasen mit
geplantem K.O. können Universitäten ab Herbst 2011 nach den Plänen
der Wissenschaftsministerin die Zahl der Studienanfänger/innen in den
größten Studienrichtungen um bis zu 15 Prozent kürzen.

Wenn Universitäten aber Aufnahmeprüfungen vorschreiben, wird die
österreichische Matura als allgemeine Studienberechtigung massiv
abgewertet. Das Gleiche gilt auch für die für Arbeitnehmer/-innen so
wichtige Berufsreifeprüfung oder die Lehre mit Matura. Über die
Studienberechtigung an Universitäten entscheidet dann nicht der
Erfolg bei der Matura, sondern die Aufnahmeprüfung. Da jede
Universität für jede Studienrichtung eigene Aufnahmeprüfungen
festlegen kann, wird ein Chaos von Studienanforderungen entstehen.

"Dieser Gesetzesentwurf hält Jugendliche von den Universitäten
fern. Österreich braucht aber nicht weniger, sondern mehr bestens
ausgebildete Menschen. Dafür ist eine deutliche Aufstockung des
Universitätsbudgets dringen notwendig", sagt der AK-Präsident.

Der Vorwand das alles sei nötig, um den erwarteten Ansturm
deutscher Studierender abzuwehren(doppelter Abiturientenjahrgang in
einzelnen Bundesländern sowie das Aufheben der Wehrpflicht in
Deutschland) ist absurd: Denn gerade im Medizinstudium, bei dem es
schon jetzt Aufnahmeprüfungen gibt, ist der Anteil ausländischer
Studierender besonders hoch. Für österreichische Studierende würden
durch die Konkurrenz aus Deutschland die verringerten Studienplätze
also nochmals knapper. Im Plan der Wissenschaftsministerin ist aber
für inländische Studierende nicht einmal eine Mindestquote
vorgesehen, wie das nach den ersten negativen Erfahrungen im
Medizinstudium gemacht wurde.

AK fordert vorübergehende Zugangsbeschränkung
für deutsche Studierende in Österreich

Um dem Ansturm deutscher Studierender zu begegnen, sind andere
Maßnahmen als die Zerschlagung der österreichischen Matura
zweckmäßig: Sie sollen im Herbst 2010, so wie es die frühere Regelung
vorsah, nur dann in Österreich zum Studium zugelassen werden, wenn
sie eine Zulassung an einer deutschen Universität nachweisen können.
In dieser Notsituation muss über EU-Recht hinweggesehen werden, wenn
das österreichische Bildungssystem nicht dauerhaften Schaden nehmen
soll.

Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Dr. Walter Sturm
Tel.: 0 664/54 55 984
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com

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