- 16.12.2010, 11:31:37
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Bildung: Chance und Pflicht
ÖGV-Positionspapier empfiehlt unabhängige Schulen mit Personal- und Budgethoheit
Wien (OTS) - "Die Politik fährt die Schulen leichtfertig an die
Wand. Die Diskussionsbeiträge zu den verheerenden PISA-Ergebnisse
konzentrieren sich auf die Ausweitung des politischen Einflusses und
der Möglichkeiten Posten zu verteilen," begründet Stephan Blahut,
Generalsekretär des Österreichischen Gewerbevereines (ÖGV), die
wiederholte Vorlage des ÖGV-Positionspapier 'Bildung: Chance und
Pflicht'. "Während in Deutschland und der Schweiz konsequent an
Verbesserungen gearbeitet wird, wüten hierzulande Hahnenkämpfe, die
nichts zur Lösung der immer dramatischeren Herausforderungen
beitragen."
"Wir Unternehmer als 'Konsumenten' des 'Produktionsfaktors
menschliche Arbeit' haben ein Recht darauf, in einen vom Wettbewerb
geprägten Markt hervorragend ausgebildete MitarbeiterInnen
beschäftigen zu können." Dieser Produktionsfaktor sei in Österreich
durch höchste Lohnzusatzkosten erheblich verteuert und benachteilige
die Unternehmen im internationalen Vergleich. Der Bildungsarbeit der
Schulen, aber auch der Eltern, müsse daher besonderes Augenmerk
geschenkt werden. Der Trend zur Dienstleistungs- und
Wissensgesellschaft und der globale Wettbewerb der Ideen,
Dienstleistungen und Produkte erzwinge dies, wollte Österreich nicht
noch weiter zurückfallen.
Der ÖGV empfiehlt daher Grundsätzliches: Das Bildungsministerium ist
dabei gefragt, die beschlossenen Bildungsstandards rasch auf den
gesamten Fächerkanon auszuweiten und zu umfassenden, überprüfbaren
Kompetenzstandards, die einen Schwerpunkt bei der Ausformung sozialer
Fähigkeiten setzen, weiterzuentwickeln. Blahut verweist auch darauf,
dass die demografische Entwicklung einen verpflichtenden, gemeinsamen
Ethikunterricht für alle Schüler - neben dem Religionsunterricht -
unumgänglich mache. Dies sei für das Verständnis anderer Kulturen,
Religionen, Wertvorstellungen und Bräuche und damit für ein
konstruktives Miteinanderleben ohne Ängste zwingend notwendig. Im
Lichte der aktuellen Integrationsdebatte sei es überfällig.
Dringlichst ist zudem, das Wissen über technologische und
wirtschaftswissenschaftliche Zusammenhänge, als wichtigste
Antriebskraft für Unternehmensgründungen und Innovationsprozesse in
den Standards abzubilden.
"Organisatorisch müssen die Schulen der Tagespolitik schleunigst
entrissen werden," fordert Blahut. Jeder Schulstandort muss in der
Wahl seines Schulprofils und der Methoden frei sein, um
kontrollierbare Kompetenzstandards in eigener Verantwortung auch
erreichen zu können. Eine entsprechend ausgebildete und nach
objektiven Kriterien berufene Schulleitung kann über Budget und
Personal frei verfügen. "Bei der Auswahl von Direktoren und Lehrer
ist das Parteibuch ein fataler Ratgeber", weist der ÖGV-General
einmal mehr auf PISA und auf die in der Regel ernüchternde Erfahrung
der Unternehmer mit Schulabgängern hin.
Der im internationalen Vergleich hohe Mitteleinsatz müsse endlich in
den Klassenzimmern, bei Schülern und Lehrern ankommen. Die
Verwaltungsebenen müssten auf das zwingend Notwendige reduziert
werden, während zeitgemäße und ausreichende ganztägig aufgebaute
Angebote rasch zu etablieren seien. Lehrer, die den ganzen Tag in den
Schulen arbeiten sollten, benötigten entsprechend moderne
Arbeitsplätze - die heute vorherrschenden Bedingungen seien großteils
unzumutbar. Blahut: "Schließlich muss von Zeugnissen erwartet werden
können, dass sie das Erreichen der Mindeststandards auch tatsächlich
bezeugen - die vorherrschenden Qualitätsunterschiede degradieren
somanche Schulnachricht auf das Niveau eines Junk-Bonds."
"Wir, die Privat- und Familienunternehmer, haben eine gute und lange
Erfahrung bei nachhaltigen Optimierungen und der Personalentwicklung.
Für uns sind die genannten Empfehlungen aber bloß
Minimalerfordernisse, um den Schulen Spitzenleistungen wieder zu
ermöglichen", schliesst der Gewerbeverein-Generalsekretär.
Das Positionspapier finden Sie im Wortlaut auf www.gewerbeverein.at.
Rückfragehinweis:
Österreichischer Gewerbeverein Generalsekretär Mag.(FH) Stephan Blahut Tel: 01/587 3633 Fax: 01/587 0192 mailto: [email protected] http://www.gewerbeverein.at
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