• 16.12.2010, 10:42:39
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Grünewald: Unhaltbare Zustände an Unis müssen ein Ende haben

Wissenschaftssprecher der Grünen fordert sofortiges Umdenken

Wien (OTS) - "Die Klagen der Universitätenkonferenz und ihres
Präsidenten Sünkel über unzumutbare Studienbedingungen in
'Massenfächern' sind verständlich. Die Bundesregierung redet an den
realen Problemen der Universitäten völlig vorbei. Oder ist es
wirklich Unwissen gekoppelt mit Ignoranz?", fragt sich der
Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald.
"Dass eine Wissenschaftsministerin glaubt, die Treffsicherheit der
Studienwahl rasch und allein durch eine verpflichtende
Studienberatung erhöhen zu können, ist mehr als blauäugig. Nicht nur
die Zahl der Beratungen müsste sich dann verdreifachen, sondern auch
die Qualität und der Umfang der Beratungen gesteigert werden. Wenn
all das nach Aussagen der vorliegenden Gesetzesnovelle aber mit
keinen Mehrkosten verbunden sein darf, ist dies blanker Unsinn",
zeigt sich Grünewald verärgert.
"Die Rücklagen der Bundesministerin von 310 Millionen Euro dürfen
nicht zur Gänze im Tresor gehortet werden. Das Exzellenzinstitut in
Gugging war politischer Wille und sollte daher zusätzlich zu den
Universitäten finanziert werden und nicht auf Kosten der
Universitäten", fordert der Wissenschaftssprecher der Grünen.

"Wenn das Ministerium das Angebot der ÖH, eine flächendeckende und
umfassende Studienberatung an allen Universitäten und FHS für 250.000
Euro anzubieten, ablehnt, dann fehlt mir dafür jedwedes Verständnis.
Allein die Inseratenkampagne des Ministeriums für die MINT-Fächer
kostete das doppelte dieses Betrags", erklärt Grünewald und weiter:
"Bei allem Verständnis für die Probleme der Rektoren kann es nicht
sein, dass bei einem propagierten Bildungs- und
Wissenschaftsschwerpunkt der Bundesregierung die Zahl der
Studierenden um mehr als ein Drittel gesenkt wird, nur um die
Qualität der Lehre zu sichern."

"Dass sich abgewiesene Studierende gleichmäßig auf andere Fächer
verteilen würden, ist für mich nicht mehr als eine optimistische
Spekulation", reagiert Grünewald auf die Forderung nach rigorosen
Zulassungsbeschränkungen. "Rektoren und wir wissen, dass Geld
vorhanden ist. Auch alternative Finanzierungsvorschläge wurden von
den Grünen erarbeitet. Der Schwarze Peter gehört der Regierung und
nicht den Studierenden und den Universitäten", meint Grünewald.
"Anscheinend erschöpft sich die Politik der Regierung aber nur mehr
auf das Erarbeiten von Plänen und Programmen, die ohnehin in den
nächsten Jahren nicht finanzierbar sind. Ich erwarte mir von der
Regierung zumindest die Ehrlichkeit zu sagen, dass Bildung und
Forschung nicht der Stellenwert zugewiesen wird, von dem über Jahre
vollmundig die Rede war", schließt Grünewald.

Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]

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