- 14.12.2010, 12:22:40
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Eine Vision wird Wirklichkeit: Tourismusschule für den Pinzgau
Wirtschaftsschulen Bramberg als Tourismusschule weitergeführt - WKS und Partner schaffen maßgeschneiderte Ausbildung für Oberpinzgau - Start im Herbst 2011
Salzburg (OTS) - Das Konzept steht, die neuen Lehrpläne sind
ausgearbeitet und die Verträge unterzeichnet. Seit heute, Dienstag,
ist es fix: Die Wirtschaftskammer Salzburg erweitert ihr
Tourismusschulangebot um einen vierten Schulstandort. Sie geht mit
dem "Schulverein für wirtschaftlichen Unterricht Oberpinzgau" und der
Erzdiözese Salzburg eine Partnerschaft ein und führt die
Wirtschaftsschulen Bramberg als Tourismusschule mit dem Schwerpunkt
"Nachhaltiger Tourismus" weiter. "Wir freuen uns sehr, dass ein
langjähriges Ziel der WKS - die Einrichtung einer Tourismusschule im
Pinzgau - Wirklichkeit wird. Das war nur möglich, weil alle Partner
an einem Strang gezogen haben", erklärt Dr. Manfred Pammer, der für
Bildung zuständige stellvertretende Direktor der Wirtschaftskammer
Salzburg.
Die WKS ließ im Vorfeld eine Machbarkeitsstudie durchführen, die
Chancen und Risiken erhob und den Bedarf nach einer
tourismusspezifischen Ausbildung in der Region belegt. Mit der
Etablierung der neuen Schule wird eine Ausbildungslücke im Pinzgau
geschlossen. "In der Region gibt es zwar knapp 80 Schulen, aber bis
dato keine Tourismusschule und das, obwohl der Tourismus der
Haupterwerbszweig in der Region ist", führt Pammer an.
Schule mit einzigartigem Profil
In Bramberg wird ein österreichweit einzigartiges Bildungsangebot
geschaffen, maßgeschneidert für die Nationalparkregion. "Diese
Ausbildung, die Tourismus und nachhaltiges Wirtschaften verbindet,
könnte nirgendwo besser etabliert werden. Wir liegen mit der
Einführung dieses neuen Ausbildungsschwerpunktes absolut am Puls der
Zeit. Denn die Bedürfnisse von Erholungssuchenden nach Erlebnissen,
die auf lokalen Ressourcen, authentischer Kultur und direkten
Kontakten zur Bevölkerung beruhen, steigen", weiß Mag. Leonhard
Wörndl, Geschäftsführer der Tourismusschulen Salzburg. Der Trend geht
zunehmend in Richtung umwelt- und sozialverträgliches Reisen. Immer
mehr Gäste wollen ihren Urlaub in einem ökologisch und sozial
intakten Umfeld verbringen. "Tourismus muss im Einklang mit der Natur
erlebbar sein", ergänzt Wörndl.
Die Ausbildung an den Tourismusschulen Salzburg - Bramberg setzt
genau hier an und wird sich neben allgemeinen
betriebswirtschaftlichen, touristischen und fachpraktischen
Lehrinhalten mit alternativen und nachhaltigen Formen des Tourismus
auseinandersetzen. Unter Federführung der WKS, die jahrzehntelange
Erfahrung als Erhalter von Tourismusschulen hat, wurden in den
vergangenen Monaten gemeinsam mit Direktion, LehrerInnen,
UnternehmerInnen und dem langjährigen Direktor der Tourismusschulen
Salzburg - Kleßheim, Dr. Franz Heffeter, Lehrpläne für nachhaltiges
Wirtschaften ausgearbeitet. Die Umstellung auf den neuen Schulbetrieb
ist stufenweise geplant. Der dreijährige Aufbaulehrgang für
wirtschaftliche Berufe startete in diesem Schuljahr letztmalig.
Weiterhin geben wird es die dreijährige Fachschule für
wirtschaftliche Berufe mit dem Schwerpunkt IT-Support, während der
Schwerpunkt Kulturtouristik ausläuft. Ab Herbst 2011 gibt es dann
erstmals zwei tourismusspezifische Schulformen: eine dreijährige
Hotelfachschule sowie einen dreijährigen Aufbaulehrgang.
Investitionen in innovatives Projekt
Bevor der Schulbetrieb startet, wird noch kräftig investiert. WKS,
Land, Bund sowie die Oberpinzgauer Gemeinden bringen ca. 4,2 Mill.
Euro in die neue Infrastruktur ein. "Wie wichtig uns dieses Projekt
ist, zeigt sich auch darin, dass die WKS mit 1,5 Mill. Euro den
größten Investitionsanteil übernimmt", bekräftigt Pammer. Errichtet
werden neue Klassenräume, eine zusätzliche Lehrküche, ein
Betriebsrestaurant sowie eine eigene Turnhalle. Der Spatenstich
erfolgte heute, Dienstag. "Die WKS führt mit der Etablierung dieser
neuen Bildungseinrichtung ihre Qualifizierungsmaßnahmen im
Oberpinzgau strategisch weiter. Es ist wichtig und notwendig, nicht
nur im städtischen Raum, sondern auch in weniger zentral gelegenen
Gebieten zukunftsorientierte und vor allem regional maßgeschneiderte
Bildungsangebote zu schaffen", hält WKS-Bezirksstellenobmann LAbg.
Michael Obermoser fest.
Der Standort ist wie kein zweiter für eine Schule mit dieser
innovativen Ausrichtung geeignet. Der Pinzgau gilt als
Tourismushochburg Salzburgs. Speziell der Oberpinzgau hat sich, da er
zu weiten Teilen im Nationalpark Hohe Tauern liegt, ein spezifisches
Profil erarbeitet. Der Weg in Richtung einer nachhaltigen
Tourismusentwicklung ist vorgegeben und entsprechende Strukturen sind
vorhanden. "Die Neuausrichtung der Wirtschaftsschulen hat für uns
einen großen Stellenwert, denn wir können damit das
Entwicklungspotenzial noch besser ausschöpfen. Der Tourismus ist der
wichtigste Erwerbszweig im Oberpinzgau und wir müssen alles
daransetzen, für die Zukunft gerüstet zu sein", betont der Obmann des
Schulvereins, Neukirchens Bürgermeister Peter Nindl. "Wir freuen uns
sehr, dass wir gemeinsam mit der WKS hier gute Rahmenbedingungen
sowie ein Alleinstellungsmerkmal in der Bildungslandschaft schaffen
und unseren Jugendlichen bestmögliche Perspektiven für die Zukunft
bieten können."
Unverwechselbares Erleben von Kultur und Natur
Für Regionalverbandsobmann, Mittersills Bürgermeister Dr. Wolfgang
Viertler, ist Nachhaltigkeit keine Frage der Werbung, sondern des
Tuns. "Wir sind im Oberpinzgau auf einem hervorragenden Weg und es
ist erfreulich, dass wir in den nächsten Jahren - durch die Schaffung
dieser Schule - auf fachkundigen Berufsnachwuchs setzen können."
Durch die Weiterentwicklung der Wirtschaftsschulen in Richtung
nachhaltiger Tourismus ergibt sich ein doppelter Nutzen: Die Betriebe
können auf gut ausgebildete Arbeitskräfte zurückgreifen, die mit
aktuellen Trends nachhaltiger Tourismuswirtschaft vertraut sind. Für
junge PinzgauerInnen ergeben sich hervorragende Berufschancen in der
Region. "Uns liegt sehr viel daran, die Jungen auch im Oberpinzgau zu
halten und einer Abwanderung durch konsequente Maßnahmen
entgegenzuwirken. Insofern sind wir sehr froh darüber, dass die WKS
den Schulstandort weiterentwickelt und ein auf die Nationalparkregion
zugeschnittenes Angebot schafft", ergänzt Viertler.
Die Erzdiözese Salzburg fungierte seit 1995 als Schulerhalter der
Wirtschaftsschulen. Sie wird auch weiterhin gemeinsam mit dem
bisherigen Schulverein in einem Beirat in das Schulgeschehen
eingebunden sein. "Wir begrüßen das Engagement der WKS und ihr
Bestreben, die Schule auch in Zukunft im Sinne einer katholischen
Privatschule weiterzuführen und die schulischen Bildungs- und
Erziehungsziele nach den christlichen Grundwerten auszurichten",
betont Mag. Josef Rupprechter, Direktor des Katechetischen Amtes der
Erzdiözese.
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Salzburg, Presseabteilung
Tel.: 0662/8888 DW 345
mailto:[email protected]
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