LR Mikl-Leitner übergibt Maria Gjoni aus Grafenbach den AUVA-Pflegepreis Niederösterreich 2010
Wien (OTS) - Zweiunddreißig Tage vor der Geburt ihrer Tochter
Melissa wird der siebenjährige Sohn Michel am Heimweg von der Schule
am Zebrastreifen von einem Auto niedergefahren und schwerst verletzt.
Seit dem 9. Jänner 1992 steht für Maria Gjoni nur eines im
Mittelpunkt: ihren Kindern ein schönes Leben zu bieten. Sie betreut
ihren Sohn, der an den Folgen eines schweren Schädel-Hirn-Traumas
leidet, seit 18 Jahren zu Hause. Für ihre unerschütterliche Liebe,
Hingabe und ihre Lebensfreude erhält die 52-Jährige Grafenbacherin
2010 den AUVA-Pflegepreis für Niederösterreich. Soziallandesrätin
Mag. Johanna Mikl-Leitner, Mag. Friederike Lackenbauer, Direktorin
der AUVA-Landesstelle Wien, Hon. Prof. (FH) Dr. Bernhard Rupp, MBA,
Abteilungsleiter Gesundheitswesen AK NÖ, und Dr. Franz Wiedersich,
Direktor der Wirtschaftskammer NÖ, bedankten sich und gratulierten am
Montag, dem 13. Dezember um 10:30 Uhr im Ostarrichi-Saal des St.
Pöltener Landhauses.
Zu den Gratulanten zählten Alfred Kermer, Direktor-Stellvertreter,
Arbeiterkammer NÖ, Bürgermeisterin Mag. Sylvia Kögler, Gemeinde
Grafenbach, Christine Haiderer, Jury und NÖN Druck- und Verlags GmbH,
Mag. Reinhard Minixhofer, Direktor-Stellvertreter AUVA-Landesstelle
Wien, Dr. Dieter Eschberger, Jury und Chefarzt AUVA-Landesstelle
Wien, DGKS Christine Miskolczi, Jury und Pflegedienstleiterin des
AUVA-Unfallkrankenhauses und Rehabilitationszentrums Meidling, Ing.
Mag. Franz Preßlmayer, Leiter Rehabilitationsabteilung AUVA, Mag.
Peter Glavac, Leiter der Leistungsabteilung AUVA-Landesstelle Wien,
Ernst Heiss, Leiter der AUVA-Außenstelle St. Pölten, und Karin
Fehringer, die Rehabilitationsberaterin der Familie von der
Leistungsabteilung der AUVA-Landesstelle Wien.
Mit der einen Hand den Rollstuhl, mit der anderen Hand den
Kinderwagen schiebend, bewegte sich Maria Gjoni in der ersten Zeit
nach der Heimkehr des Sohnes sehr mühsam vorwärts. "Auf einmal hatte
ich zwei Kleinkinder, die alles erst lernen mussten. Es war schon
schmerzhaft mit an zu sehen, wie sich Melissa weiterentwickelte und
Michel ihren Fortschritten nicht folgen konnte", erinnert sich die
Preisträgerin an die Anfangsjahre. Geistig ist der Sohn im
Unfallalter stehen geblieben, körperlich ist er ein kräftiger
25-Jähriger Mann, dessen großes Problem es ist, nicht zu verstehen,
wieso er mit anderen Gleichaltrigen nicht mitkann. Er leidet an einem
hochgradigen Psychosyndrom mit spastischer Tetraparese und
ataktischem Gang.
"Melissa und ich versuchen ihm so viel Freiraum zu geben und
Bewegung unter Menschen zu verschaffen, wie möglich. Wir lassen ihn
Spazierengehen oder Einkaufen und sind immer ein paar Schritte
hinterher. Sogar in der Disko waren wir schon", erzählt Maria Gjoni.
Ihre 18-Jährige Tochter ist ihr eine große Hilfe und hat eine
Ausbildung zur Krankenschwester begonnen. Das große Problem bei allen
Aktivitäten: Michel kann sich nur kurze Zeit konzentrieren, verliert
rasch den Mut und wird müde.
Bis auf ein leichtes Hinken merkt man ihm beim ersten Hinsehen die
Schwere der Unfallfolgen nicht an. "Wir können ihn nicht alleine
lassen, da wir nicht vorhersagen können, was er macht. Er hilft zum
Beispiel gerne beim Kochen und lässt dann den Herd an. Seine
Bewegungen kann er schwer kontrollieren. Beim Pullover ausziehen geht
dann die Hängeleuchte kaputt. Wir haben daher nur mehr
Deckenleuchten. Da er auch leicht die Orientierung verliert, ist die
Gartentüre und nachts auch die Haustüre versperrt", ergänzt Melissa.
Eine Hilfe sind auch die heuer angeschafften Hunde Ceca und Julia:
für jedes Kind ein Mops. Die Tiere und die zugelaufene Perserkatze
Cherry sorgen für Abwechslung, gleichen Stimmungsschwankungen
wunderbar aus und mildern die lauten Aggressionsausbrüche ab.
Partnerschaften und Freundschaften sind an der Familiensituation
zerbrochen. Mit unerschütterlichem Humor bewältigt die Grafenbacherin
ihr Schicksal. Sie versucht ihren Sohn nach besten Kräften geistig,
motorisch und bewegungstechnisch zu fördern und dabei ihre Tochter
nicht zu vernachlässigen. Michel ist vormittags in einer Lebenshilfe
Werkstätte in Puchberg. So bleibt der Mutter Zeit für sich. Viel
Freude hat sie mit ihrem vor kurzem angetretenen Teilzeitjob bei
einer Modedesignerin und bei Saunabesuchen.
Maria und Melissa sind ein zusammengeschweißtes Team, das hilft
beiden die Lebenssituation zu bewältigen und bietet Michel ein
optimales Umfeld. Ein bisher noch nicht erfüllter Wunsch: einmal mit
ihrer Tochter auf Urlaub zu fahren. Ein Sachpreis - ein Urlaub in
einem Seminarhotel, gestiftet vom Präsidenten der AK NÖ - wird dies
möglich machen. Sie werden die Woche nützen, in der Michel mit der
Lebenshilfe auf Urlaub ist. Der Sachpreis der Wirtschaftskammer NÖ
wird für Renovierungsarbeiten genützt werden können.
Michel Mikanovic ist dank Rente und Pflegegeld der Stufe 6
finanziell abgesichert. Die AUVA hat bislang mit den notwendigen
Hilfsmitteln (Adaptierungen im Haus, orthopädische Schuhe) sowie mit
Zuschüssen für einen Gesundheitsstuhl, für technische Geräte, etc.
geholfen.
Über die AUVA:
Bei der AUVA sind rund 4,5 Millionen Personen gesetzlich gegen
Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert: 1,2 Millionen
Arbeiter, 1,6 Millionen Angestellte, 420.000 Selbständige
sowie 1,3 Millionen Schüler und Studenten. Die Landesstelle Wien
betreut in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland 42
Prozent der AUVA-Versicherten. Pro Jahr erhalten 120.000 Verletzte in
den Wiener AUVA-Unfallkrankenhäusern Meidling und Lorenz Böhler sowie
1.900 Patienten in den Rehabilitationszentren Wien-Meidling und
Weißer Hof, Klosterneuburg, die bestmögliche Behandlung. Die AUVA
finanziert ihre Aufgaben als soziale Unfallversicherung aus
Pflichtbeiträgen der Dienstgeber. Prävention ist dabei die vorrangige
Kernaufgabe der AUVA - die Verhütung von Unfällen und die Vorbeugung
von Berufskrankheiten senkt die Kosten für die drei weiteren
Unternehmensbereiche Heilbehandlung, Rehabilitation und finanzielle
Entschädigung von Unfallopfern am wirksamsten.
Öffentlichkeitsarbeit der AUVA-Landesstelle Wien
Telefon: 02242-38300
Telefon mobil: 0676 33 24 879
E-Mail: gabriela.wuerth@speed.at
Im Internet: www.auva.at/wien.













