Montecuccoli: Forstwirtschaft fordert klares Ergebnis in Cancun

Nachhaltige Forstwirtschaft in CO2-Bilanzen positiv anrechnen

Wien (OTS/aiz) - "Die Land- und Forstwirtschaft bekommt etwaige Folgen des Klimawandels als erstes zu spüren. Deshalb rufen die Land&Forst Betriebe Österreich die Verantwortlichen mit großer Besorgnis auf, die UN-Klimakonferenz in Cancun mit greifbaren und rasch umzusetzenden Ergebnissen für den globalen Klimaschutz zum Abschluss zu bringen", sagt der Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich, Dipl.-Ing. Felix Montecuccoli, zum zähen Ringen in Cancun.

Konkret fordert er dabei verbindliche Zielsetzungen, um die Temperaturzunahme als wesentlichen Standortfaktor für den Wald bei zwei Grad Celsius zu stabilisieren, indem die Treibhausgasemissionen aus fossilen Quellen reduziert und die Wirtschaft konsequent in Richtung "low carbon economy" entwickelt wird. "Dafür müssen sich aber alle Teilnehmer in Cancun bewegen, sowohl die Industrie als auch die Entwicklungs- und Schwellenländer." Montecuccoli verweist auf die von den Land&Forst Betrieben Österreich ausgearbeiteten Positionen zur Anrechenbarkeit der CO2-Speicherung im Zuge einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung, die mittlerweile zur offiziellen Position der österreichischen Forstwirtschaft weiterentwickelt wurden.

Land&Forst Betriebe fordern Anrechnung nachhaltiger Holzentnahme als CO2-Senke

Die österreichische Forstwirtschaft fordert, dass ein Kyoto-Nachfolgeprotokoll die positiven Klimaleistungen traditioneller Waldländer mit hohen Holzvorräten und nachhaltiger, multifunktionaler Forstwirtschaft, wie sie in Österreich seit Generationen betrieben wird, bei der Erstellung der CO2-Bilanzen positiv berücksichtigt. Die Holzentnahme aus dem Wald und deren CO2-senkende Verwendung muss als sogenannte Kohlenstoffsenke angerechnet werden. Die Kohlenstoff speichernde Wirkung des Waldes kann nur durch eine gezielte Holzentnahme auf Basis einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung weiterhin garantiert werden. Denn Windwürfe, Insektenkalamitäten und in Folge im Wald belassene und verrottende Biomasse setzen CO2 frei, wohingegen die Verwendung von Holz und Biomasse aus nachhaltiger Waldwirtschaft kohlenstoffintensive Materialien oder fossile Energiequellen substituiert und einen signifikanten Beitrag zur Abschwächung der Folgen des Klimawandels leistet.

Alle im Wald verbleibende Biomasse positiv als Kohlenstoffsenke anzurechnen, macht nur in Ländern einen Sinn, wo Entwaldung, Brandrodung und nicht nachhaltige Forstregime vorherrschen.

Nachhaltig bewirtschaftete europäische Wälder speichern 410 Mio. t Kohlenstoff

Die Land&Forst Betriebe Österreich weisen nachdrücklich darauf hin, dass die europäischen Wälder aufgrund ihrer nachhaltigen und umsichtigen Bewirtschaftung beträchtlich zur Senkung der CO2-Emissionen beitragen. Die Kohlenstoffspeicherung des Waldes in der EU-27 wird mit 410 Mio. t CO2 im Jahr 2008 beziffert. "Durch die nachhaltige Waldbewirtschaftung leistet die heimische Forstwirtschaft einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz und erbringt dadurch eine wichtige Leistung für die Gesellschaft. Gleichzeitig ist die Land-und Forstwirtschaft allerdings durch die negativen Auswirkungen des Klimawandels direkt betroffen", so Montecuccoli.

Holzverwendung - ein wichtiger Schlüssel zum Klimaschutz

Holz kann in vielfältiger Weise energieintensive und damit klimaschädliche Roh- und Werkstoffe ersetzen. Beton, Glas, Stahl, Aluminium und viele Kunststoffe können heute oft durch Holz ersetzt werden. "Ein Holzhaus verursacht nur ein Zehntel der Emissionen eines vergleichbaren, aus Beton erbauten Hauses. Eine nachhaltige Holzgewinnung und Verwendung muss endlich auch positiv angerechnet werden", appelliert Montecuccoli.
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