- 10.12.2010, 10:19:21
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Truck Cargo Austria - ÖBB konterkariert Schiene und Klimaschutz
Gutes Flächenangebot der Bahn statt Melkkuh der Bauwirtschaft
Wien (OTS) - Als ungeheuerlichen Anschlag auf den Klimaschutz
kritisiert die Umweltorganisation VIRUS die Absicht der ÖBB,
zahllose Betriebe nicht mehr über die Anschlussgleise zu bedienen,
die Transporttarife zu erhöhen und den Güterverkehr selbst verstärkt
über LKW abzuwickeln. "Im Windschatten der Fahrplankürzungen im
Personenverkehr wird nun auch dem Gütertransport auf der
umweltfreundlichen Bahn der Garaus gemacht. So wird aus der Rail
Cargo Austria endgültig eine Truck Cargo Austria," so VIRUS-Sprecher
Wolfgang Rehm sarkastisch.
Wie die Umweltorganisation betont, wurde erst am 12. November das
Bauprogramm Schiene von der Verkehrsministerin präsentiert. Trotz
Kürzungen ist es laut VIRUS immer noch "sehr opulent" und beinhaltet
nach großzügigen Bahnhofsausbauten - in Wien werden die drei größten
zeitgleich umgesetzt - gleich drei milliardenteure Bauvorhaben, den
Semmeringtunnel, den Koralmtunnel und den Brennerbasistunnel die von
der Verkehrs- und Wirtschaftswissenschaft samt und sonders in Frage
gestellt werden. "Man hat den Eindruck, die ÖBB soll nur mehr als
Melkkuh der Bauwirtschaft dienen, wie dann dort Verkehr stattfindet,
ist offenbar zweitrangig," kritisiert Rehm.
Aus verkehrspolitischem öffentlichen Interesse wäre es hingegen
die vordringlichste Aufgabe der Bahn, für ein gutes Flächenangebot
bei Güter- und Personeverkehrsangebot zu sorgen. "Mit den neuen
Fahrplänen und der Truck Cargo Austria wird die Verlagerung von der
Straße zur Schiene, die ÖBB General Kern im November vollmundig
angekündigt hat, sicher nicht zu bewerkstelligen sein, " kritisiert
Rehm. Nachdem Österreich beim Klimaschutz gerade im Verkehr versage,
hinge laut VIRUS davon auch ab, ob sich Österreich wie aktuell bei
der Klimakonferenz in Cancun weiterhin vor der Weltöffentlichkeit
blamieren werde. "Wir fordern die Verkehrsministerin auf, die
Verschlechterungen rückgängig zu machen, das Bauprogramm massiv zu
kürezen und eine Bahn-Betriebsoffensive gemeinsam mit der drastischen
Erhöhung der Wegekosten auf der Strasse rasch umzusetzen," so Rehm
abschließend.
Rückfragehinweis:
Wolfgang Rehm
Tel.: 0699/12419913
mailto:[email protected]
http://virus.wuk.at
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