- 09.12.2010, 11:15:14
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Der Österreichische Arbeitsgesundheitsmonitor: 46 Prozent halten nicht bis 60/65 durch
Wien (OTS) - Insgesamt 46 Prozent der unselbstständig
Beschäftigten halten es für unwahrscheinlich, dass sie bis zum
regulären Pensionsantrittsalter in ihrem Beruf tätig sein können. Das
ist viel weniger eine Frage der persönlichen Motivation als eine der
Arbeitsbedingungen: Wer unter dem Verhalten seiner Vorgesetzten
leidet, oder hohen Zeitdruck verspürt, der glaubt auch häufiger nicht
daran, bis 60 bzw. 65 Jahre arbeiten zu können.
Die Unternehmer/-innen sind oft der Meinung es genüge, den
Lebensstil zu verbessern: Gesündere Ernährung, mehr Bewegung und
(Selbst)Motivation würden ausreichen, damit die Beschäftigten fit und
vor allem leistungsfähig bis zur Pensionierung bleiben. Ignoriert
wird dabei, dass es die Arbeitgeber/-innen zum größten Teil selbst in
der Hand haben, ob ihre Mitarbeiter/-innen gesund und zufrieden sind.
Die Schlüsselfaktoren lauten: bessere Arbeitsbedingungen, bessere
Führung und besseres Arbeitsklima.
Die Zahlen des Österreichischen Arbeitsgesundheitsmonitors zeigen
außerdem deutlich: Arbeitnehmer/-innen, die sich durch die
Vorgesetzten, Kollegen/-innen, hohen Zeitdruck oder unregelmäßige
Arbeitszeiten belastet fühlen, leiden besonders häufig unter
psychischen und körperlichen Beschwerden. Arbeitnehmer/-innen ab 50
Jahren leiden häufiger unter gesundheitlichen Beschwerden als
jüngere. 71 Prozent der über 50-Jährigen haben Rückenschmerzen, 66
Prozent Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich, 55 Prozent
kämpfen mit Erschöpfung und rascher Ermüdung, 52 Prozent haben immer
wieder Kopfschmerzen oder sogar Migräne. Auch bei den psychischen
Beeinträchtigungen zeigen sich häufig Anzeichen von Erschöpfung und
Sinnverlust. Die Ursachen sind jahrelange gesundheitliche Belastungen
am Arbeitsplatz.
Der Österreichische Arbeitsgesundheitsmonitor wurde auf der
Grundlage von ausgedehnten Feldstudien in den Jahren 2006 und 2007
entwickelt. Er ist repräsentativ für alle unselbständig Beschäftigten
in Österreich. Der Österreichische Arbeitsgesundheitsmonitor ist eine
umfassende Erhebung der subjektiven gesundheitlichen Befindlichkeit
von Arbeitnehmern/-innen.
Damit wird auf Basis der WHO-Definition ein breiter
Gesundheitsbegriff konsequent angewendet und in Beziehung zu den
Arbeitsbedingungen gesetzt: Es zeigt sich, dass den Betroffenen
vielfach die Abhängigkeit ihrer Beschwerden von den
Arbeitsbelastungen nicht bewusst ist.
Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Mag. Rainer Brunhofer
Tel.: (0732) 6906-2185
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com
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