• 07.12.2010, 14:55:28
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UGöD zu PISA: Schulsystemfehler beheben!

Unabhängige GewerkschafterInnen in der GÖD fordern als PISA-Konsequenz Schulreformen und keine Ausreden - Schluss mit den Kürzungen der Bildungsbudgets!

Wien (OTS) - PISA hat einmal mehr dem österreichischen
Schulsystem ein schlechtes Zeugnis ausgestellt - und zwar dem
Gesamtsystem. "Wenn 2010 wie bisher nach jedem PISA-Bericht Schuldige
gesucht werden, die mit der Bildungspolitik der ÖVP und den
ReformblockiererInnen in den LehrerInnengewerkschaften der GÖD nichts
zu tun haben dürfen, wird der Blick auf ein rückständiges und
unsoziales Schulsystem vernebelt. Es sind nicht die PISA-Tester,
nicht die KindergärtnerInnen, nicht die VolksschullehrerInnen, nicht
die LehrerInnen insgesamt und die Eltern ohne Hausbibliothek,
Konzerthaus-Abo und NachhilfelehrerInnen. Es ist das österreichische
Bildungs-System, das Reformen notwendig hat. Es sind die Kinder und
Jugendlichen, ohne Unterschied ihrer Herkunft, die diese Reformen
brauchen," fordert Reinhart Sellner, vom Vorsitzteam der Unabhängigen
GewerkschafterInnen im öffentlichen Dienst (UGöD) und Vertreter der
Österreichischen LehrerInneninitiative - Unabhängige
GewerkschafterInnen in der ARGE LehrerInnen der GöD.

Die ÖVP hat eine sozial-integrative, fördernde und fordernde,
ganztägig geführte Gesamtschule für alle Kinder und damit das
Kernstück jeder demokratischen Schulreform verhindert: aus Rücksicht
auf bürgerliche WählerInnen, aus Rücksicht auf die berufsständisch
neben- und gegeneinander organisierten "schwarzen"
LehrerInnengewerkschaften der GÖD, aus Rücksicht auf die
Landeshauptleute und ihre Personalmacht über die LandeslehrerInnen
der Hauptschulen und gegen zunehmenden Widerwillen von
Wirtschaftsbund und Industrie.

"Die SPÖ nennt notwendige Reformen beim Namen. Wieder einmal. In
der Vergangenheit hat die SPÖ nicht nur darauf verzichtet, für
grundlegende soziale und demokratische Bildungsreformen zu
mobilisieren, sondern auch vor dem Nichtwollen von ÖVP,
Landeshauptleuten und GÖD immer wieder resigniert", kritisiert der
unabhängige LehrerInnengewerkschafter Sellner. "Und in zwei Wochen
wollen SPÖ und ÖVP gemeinsam ein Budget verabschieden, das keine
'reformnotwendige' Ausweitung der Bildungsausgaben bringt, sondern
Kürzungen."

Die Unabhängigen GewerkschafterInnen in der GÖD fordern mit ÖGB,
AK, StudentInnen, Armutskonferenz und Caritas ein Zukunftsbudget.
"Her mit den Sozial- und Bildungsmilliarden! Unseren KollegInnen
aller Schultypen und aller Fraktionen rufen wir zu: Keine Angst vor
notwendigen Reformen, keine Angst vor einem gemeinsamen, die
'Schul-Arbeit' fördernden Dienstrecht und vor der Gesamtschule -
Schule kann für SchülerInnen und LehrerInnen nur besser werden,"
schließt Sellner.

PS: Nach dem letzten PISA-Test waren es für reformresistente
ÖVP-FunktionärInnen die KindergartenpädagogInnen, diesmal sind es die
VolksschullehrerInnen, "die eigentlich GesamtschullehrerInnen sind",
die schuld sein sollen. Die Gymnasien braucht PISA sowieso nicht zu
kümmern, weil die jugendlichen AnalphabetInnen aus Hauptschulen und
dem Poly kommen. Die Lernbedingungen in den Abschlussklassen der
Volksschule sind aber stark von der bevorstehenden Auslese der
9-10-jährigen für Hauptschule oder Gymnasium geprägt: Die Angst der
Eltern um die Aufstiegschancen ihrer Kinder, der Druck auf die
VolksschullehrerInnen, sich an den künftigen GymnasiastInnen zu
orientieren, und die Angst der Kinder vor schlechten Noten behindern
nachhaltiges, neugieriges Lernen. Wer weiß, dass lernschwächere
SchülerInnen von der AHS an die Hauptschule, von der 1. in die 3.
Leistungsgruppe und von dort in Sonderschulen ausgegliedert und nicht
ausreichend gefördert werden, soll nicht so tun, als wäre die AHS
nicht Teil des "Schulsystemfehlers".

Rückfragehinweis:
Reinhart Sellner, UGoeD Vorsitz
e-mail: [email protected], Tel: 0676/343 75 21
Internet: www.ugoed.at, www.oeli-ug.at

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