- 04.12.2010, 10:00:11
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Frauenberger: "Wien bekämpft Armut in Rumänien und Afrika"
Wien hilft durch Förderung von Bildungs- und Gesundheitsprojekten für Kinder und Frauen
Wien (OTS) - Heute Freitag haben wieder sieben Projekte der Wiener
Auslandshilfe zur Armutsbekämpfung den zuständigen
Gemeinderatsausschuss für Integration, Frauenfragen,
KonsumentInnenschutz und Personal passiert. Zwei Projekte in Rumänien
widmen sich der Ausbildung von Roma-Kindern bzw. der Berufsausbildung
und Schaffung von Einkommensmöglichkeiten. Darüber hinaus werden im
Rahmen des heurigen Afrikaschwerpunktes der Wiener
Entwicklungszusammenarbeit weitere fünf Projekte im Bildungs- und
Gesundheitsbereich unter Berücksichtigung der
Geschlechtergerechtigkeit in Äthiopien, Kenia, Mosambik und Niger
gefördert. ****
Dazu Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger: "Wien hat schon
in den beiden vergangenen Jahren bei der Auslandshilfe einen
Schwerpunkt auf Ausbildungs- und Gesundheitsprojekte insbesondere für
Frauen sowie Kinder in benachteiligen Regionen gesetzt. Denn Bildung
und Gesundheitsförderung bzw. ausreichende medizinische Versorgung
und Aufklärung bekämpfen Armut nachhaltig. Hier werden wir
kontinuierlich weiterarbeiten. Dass wir insbesondere helfen wollen,
die Lebenssituation von Frauen zu verbessern, hat einen handfesten
Hintergrund: Frauen und ihre Kinder sind die Hauptbetroffenen von
Armut, Flucht vor Krieg und Gewalt. Sie sind aber auch die
TrägerInnen von Entwicklung. Je besser sie gebildet sind, je besser
ihre Lebenssituation ist, desto bessere Chancen gibt es für die
nächste Generation."
Wien fördert Bildungs- und Qualifizierungsprojekte in Rumänien
zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit
Die DorfbewohnerInnen von Stejarisu leben trotz einiger
Verbesserungen noch immer in großer Armut. Analphabetismus, mangelnde
Berufsqualifizierung und eine Arbeitslosenquote von 60 Prozent sind
dabei die typischen Merkmale der Unterentwicklung, die man generell
im ländlichen Raum Rumäniens vorfindet. Da der Schlüssel zu einer
besseren sozialen und ökonomischen Situation der Roma die Bildung
ist, wird ein Projekt zur Nachmittagsbetreuung von 30
Grundschulkindern starten. Über einen Zeitraum von zwei Jahren werden
die Mädchen und Buben von einer in Rumänien und Österreich
ausgebildeten Pädagogin unterrichtet. Unter ihrer Anleitung werden
die Hausübungen gemacht und der am Vormittag vermittelte Lernstoff
wiederholt und gefestigt. In einem zweiten Dorf werden Erwachsene im
Baugewerbe ausgebildet, sodass sie bei Projektende in ein
Angestelltenverhältnis wechseln oder ihren eigenen Kleinbetrieb
eröffnen können.
Solidarität mit Äthiopiens Frauen
Äthiopien ist ein Schwerpunktland der österreichischen
Entwicklungszusammenarbeit. Um die österreichischen Bemühungen zur
Armutsbekämpfung zu unterstützen, finanziert die Stadt Wien ein
Projekt zur Gesundheitsförderung von Frauen. Die ca. 1,5 Mio.
Menschen umfassende Volksgruppe der Afar lebt zum Großteil
seminomadisch. Sie sind Viehhirten, die das Wüstengebiet südlich der
Danakil-Senke im Nordosten Äthiopiens bewohnen. Die Afar-Region zählt
zu den heißesten bewohnten Regionen der Erde und musste in den
letzten Jahren immer wieder mit Dürrekatastrophen kämpfen. Dies hatte
große Hungerperioden, Seuchen, fehlendes Trinkwasser und Reduzierung
des Viehbestands zur Folge.
Die Afar sind den Traditionen entsprechend, nomadisch lebende
moslemische Viehzüchter, die eine patriarchalische
Gesellschafsstruktur aufweisen. Der Status von Frauen hat sich seit
der Implementierung der letzten von der Stadt Wien finanzierten
Projekte wesentlich verbessert. Trotzdem kommen im Projektgebiet
immer noch Zwangsheirat, Ausbeutung und die weibliche
Genitalverstümmelung (FGM) vor.
Chronischer Hunger, Durst sowie menschenverachtende Traditionen
wie FGM und fehlende medizinische Grundkenntnisse sind Ursachen der
sehr hohen Mütter- und Säuglingssterblichkeitsrate. Im ersten
Projektteil ist daher eine flächendeckende Gesundheitsaufklärung für
Jungmütter und werdende Mütter vorgesehen, die mindestens 75 Prozent
der Bevölkerung erreichen soll. Im zweiten Projektteil wird die
Reduzierung der traditionellen Praktiken, die das Leben der Frauen
gefährden, um 75 Prozent bis zum Ende des Projekts, angestrebt. Dazu
werden jährlich umfassende Frauenrechtstrainings angeboten. Darüber
hinaus sind insgesamt vier FGM-Workshops und einmal im Jahr eine
Frauen-Konferenz fix eingeplant.
Frauenberger abschließend: "Es muss unser generelles Ziel sein,
durch sinnvolle entwicklungspolitische Maßnahmen die Lebenssituation
der Menschen gerade auch in den Ausgangsländern von Migration zu
verbessern. Wien trägt seinen Teil dazu jedenfalls bei." (schluss)
gph
Rückfragehinweis:
Büro Stadträtin Sandra Frauenberger
Mediensprecherin Gabriele Philipp
Tel.: +43 1 4000 81295
mailto:[email protected]
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