Stichworte: Energie, Gas, Klima, Technologie, Umwelt Channel: Wirtschaft
OTS0094   3. Dez. 2010, 10:39

Fernwärme zwischen Cancún und Sparbudget

Fernwärmeausbau als umweltrelevante Maßnahme gefährdet/Gesetzlich vorgesehener Fördertopf nicht ausreichend dotiert



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Wien (OTS) - Während bei der Klimakonferenz in Cancún nach Lösungen gegen den unkontrollierten Ausstoß von Treibhausgasen gerungen wird, liegt in Österreich seit 2009 eine klimarelevante Maßnahme in der Warteschleife, die sofort wirksam werden könnte: Seit 17. Juni 2009 ist das Wärme- Kälteleitungsausbaugesetz in Österreich in Kraft. Dieses in der Zuständigkeit des Wirtschaftsministers liegende Gesetz sieht Investitionsförderungen von bis zu 60 Mio. Euro pro Jahr für den Ausbau von Fernwärme oder -kälte vor, die durch das geplante Budget des Bundes für das Jahr 2011 nun wieder gefährdet scheint.

Die Wärmeversorgungsunternehmen haben bereits zahlreiche große und kleine Projekte fertig geplant, diese zur Förderung eingereicht und sie könnten jederzeit mit deren Durchführung starten. "Die Politik braucht nur den Hebel umlegen, die erforderliche effiziente Technologie ist vorhanden, aber die im Gesetz vorgesehenen Fördersummen werden nicht ausgeschüttet", sagt Roland Pumberger, Vorstand der Energie AG Oberösterreich und Bereichssprecher des Fachverbandes Gas Wärme.

Studie der Österreichischen Energieagentur belegt volkswirtschaftliche Effekte

Neben dem Klimaschutz verweist Pumberger auf volkswirtschaftliche und beschäftigungspolitische Effekte: "Bis 2020 würde die Wirtschaft mit diesem Anreiz mehr als 1,5 Mrd. EUR investieren. Das bedeutet für Österreich 1.600 Arbeitsplätze und eine Wertschöpfung von über 1,2 Mrd. Euro. Wenn wir diese und ähnliche Chancen nicht nutzen, ist wirklich fraglich, was wir in Richtung Kyotoziele schaffen."

Fritz Unterpertinger, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, der eine Studie über die Auswirkungen dieser Investförderungen des Wärme -kälte ist in der Energiestrategie für Österreich nicht nur mit zielgerichteten Förderungen vorgesehen, sondern auch gegenüber der Förderung von individuellen Heizsystemen priorisiert. Fernwärme und -kälte sind in hohem Maß versorgungssicher und reduzieren aufgrund der erheblichen Primärenergieeffizienz den Importbedarf an Energieträgern. Der Verzicht auf diesen koordinierten Ausbau von Fernwärme und -kälte bedeutet damit auch einen Verlust an Emissionsreduktion."

Für Pumberger geht es auch nicht um den Abtausch einer Technologie gegen die andere sondern um die Konsequenz bei der Schaffung von Rahmenbedingungen. "Die oft ausufernde Diskussion über zukünftige Technologien spart noch gar nichts ein, auf dem Weg dorthin müssen wir jetzt schon handeln. Die Politik braucht von der Wirtschaft kein Engagement erwarten, wenn die Unternehmen, die in Vorleistung gehen dann hängen gelassen werden." so Vorstandsdirektor Pumberger "e-Mobilität und Photovoltaik brauchen noch viele Jahre für eine flächendeckende Wirksamkeit, bis dahin sollte man die Hände nicht in den Schoß legen, schon gar nicht, wenn es bereits derart gut vorbereitete Lösungen gibt."

Der Fachverband der Gas- und Fernwärmeunternehmen(FGW) ist die unabhängige, gesetzliche Interessenvertretung aller Unternehmen der Gas- und Wärmeversorgung Österreichs. Gemeinsam mit seinen 600 Mitgliedsunternehmen engagiert sich der FGW für den wirtschaftlichen, sicheren und umweltschonenden Einsatz von Fernwärme und Fernkälte, Erdgas und Biogas in Österreich.

Link zur Studie Wirtschaftsfaktor Fernwärme und Fernkälte - Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Österreich

http://www.ots.at/redirect/Fernwaerme_Endbericht

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0094 2010-12-03 10:39 031039 Dez 10 GWV0001 0475



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