- 03.12.2010, 10:14:13
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Brandsteidl eröffnete Glöckel-Ausstellung "Aufbruch in eine neue Zeit"
Stadtschulrat beging 75. Todestag des Schulreformers Otto Glöckel
Wien (OTS) - Gestern, Donnerstag, wurde in den Festsälen des
Stadtschulrats für Wien aus Anlass des heuer 75. Todestags des ersten
Wiener Stadtschulratspräsidenten, Otto Glöckel, eine große
Ausstellung unter dem Titel "Aufbruch in eine neue Zeit" eröffnet.
"Die Arbeit von Otto Glöckel in der Stadt Wien während der
Zwischenkriegszeit war in vieler Hinsicht richtungsweisend. Unter
schwierigsten Verhältnissen wurden in den Wiener Schulen Fortschritte
erzielt und pädagogische Initiativen gesetzt, die weltweite Beachtung
fanden. Otto Glöckel war ein Visionär, dem das Schicksal der
Mitbürger ein großes Anliegen war. Weder Not noch Wirtschaftskrise
konnten ihn davon abhalten, seine Ideen mit Nachhaltigkeit zu
verwirklichen. Im Rahmen dieser Ausstellung erinnern wir an das Leben
und Wirken Glöckels. Mehr als das: Mit dieser Glöckel-Ausstellung
möchten wir nicht allein die Bildungsreformen der Vergangenheit
ehren, sondern zugleich mutig in die Zukunft blicken", stellte Wiens
Amtsführende Stadtschulratspräsidentin, Susanne Brandsteidl, fest.
Notizen zum Leben Otto Glöckels: Otto Glöckel wurde 1874 geboren.
Nach Absolvierung der Lehrerbildungsanstalt wurde er 1892 als
"provisorischer Unterlehrer" in Wien angestellt. Er erkannte früh die
Reformbedürftigkeit des Schulwesens der Monarchie. Gemeinsam mit
Gleichgesinnten organisierte er die "Wiener Unterlehrerbewegung",
gründete die "Freie Lehrerstimme" und erstellte ein Programm zur
Erneuerung des Schulwesens. 1905 wurde er deshalb aus dem Schuldienst
entlassen. Bald danach wurde Glöckel Abgeordneter im Parlament und
Österreichs führender Schulpolitiker. Mit der Gründung der
demokratischen Republik 1918 ergab sich die Möglichkeit einer
Umgestaltung des Schulwesens. 1919/20 übernahm Otto Glöckel als
"Unterstaatssekretär" die Leitung des österreichischen Schulwesens;
von 1922 bis 1934 war er als Präsident des neugegründeten
Stadtschulrats für Wien Leiter des Wiener Schulwesens. In dieser Zeit
gelang es ihm und seinen Mitarbeitern, das Schulwesen in Richtung
eines sozial gerechten Systems mit demokratischer Bildung und einem
kindgerechten Unterricht umzuformen. Nach der Machtergreifung des
Austrofaschismus im Februar 1934 wurde Otto Glöckel an seinem
Schreibtisch im Stadtschulrat verhaftet und inhaftiert - sein
pädagogisches Werk wurde innerhalb kürzester Zeit autoritär wieder
rückgängig gemacht. Bald darauf, 1935, ist Otto Glöckel verstorben.
Brandsteidl: "Die Wiener Schulpolitik war und ist sich der
besonderen Herausforderungen einer metropolitanen Gesellschaft an
Bildung bewusst. Und so lässt sich seit Glöckels Zeiten bis heute mit
Fug und Recht behaupten: Wien macht Schule! Der Wiener Stadtschulrat
hat sich in seiner Geschichte niemals nur als Verwaltungsbehörde
gesehen, sondern seine Tätigkeit immer als Auftrag zu Reformen im
Interesse von Schülern und Eltern sowie im Geiste einer zeitgemäßen
Pädagogik verstanden." Als Beispiele aus Vergangenheit und Gegenwart
nannte sie die Glöckelsche Schulreform, den massiven Schulneubau, die
Senkung der Klassenschülerhöchstzahlen, ein ausgeklügeltes
Fördersystem, in den vergangenen Jahrzehnten auch den massiven
Beitrag zur schulischen Integration von Kindern nicht-deutscher
Muttersprache und die Entwicklung eines flächendeckenden Angebots an
ganztägigen Schulformen. (Schluss) ssr
o Pressebild: www.wien.gv.at/gallery2/rk/run.php?g2_itemId=4437
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.gv.at/rk/
Dragana Lichtner und Matias Meißner
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Telefon: 01 525 25-77014
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