- 01.12.2010, 09:59:09
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Wissenschaftsbudget: Keine Früchte ohne Bäume
Neuordnung im unabhängigen Wissenschaftssektor braucht Finanzierung
Wien/Salzburg (OTS) - Der Kahlschlag findet statt
Die vom Finanzminister in der Budgetrede vorgelegte Finanzierung
für den Bereich Wissenschaft und Forschung folgt dem Loipersdorfer
Budgetentwurf und ist ungenügend für die Entwicklung Österreichs als
Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort.
Die Finanzierung der unabhängigen Wissenschaftseinrichtungen und
Forschungsinstitute ist nicht gewährleistet und jene Institute und
Einrichtungen, die nicht im Eigentum von Bund oder Ländern stehen,
werden ab 2011/12 budgetär kahlgeschlagen.
Es geht nicht um Einzelinstitutionen
"Wenn ein ganzer Sektor der Wissenschaften und Forschung
geschlägert wird, dann ist es wie in einem Obstgarten: Man kann nicht
die Bäume zuerst umschlagen und sich dann tolle Früchte und eine
reiche Ernte erwarten", so Prof. Dr. Peter A. Bruck, Präsident der
Wissenschaftskonferenz. "Ein neuer Baumschnitt ist regelmäßig
notwendig, aber gegen einen Kahlschlag muss jeder kämpfen, dem die
intellektuelle Identität Österreich wichtig ist. Die
Wissenschaftskonferenz wehrt sich entschieden gegen eine
Neustrukturierung von Budgetisten ohne Plan und ohne Geld. Wer
schneidet ohne zu düngen, gefährdet die Ernte im kommenden Jahr", so
Bruck. "Die Wissenschaftskonferenz spricht jeden Parlamentarier für
sich an, eine Steigerung der Wissenschaftsbudgets zu bewirken."
Der Sektor der unabhängigen Wissenschafts- und
Forschungseinrichtungen kann mit Evaluation und
Leistungsvereinbarungen auf eine vernünftige Basis gestellt werden.
"Es geht hier nicht um Einzelinstitute, sondern darum, die
Finanzierung auch für eine Neustrukturierung zu erhalten", sagt
WiKo-Vizepräsident Dr. Jörg Flecker.
Umverteilung ändert nichts an der generellen Streichung
"Wissenschaftliche Qualität hängt eng mit Basisförderung zusammen
und darum müssen fixe Kriterien für die Förderung definiert werden",
meint Univ.-Prof. Dr. Robert Trappl, Vizepräsident der WiKo und
Leiter des Österreichischen Instituts für Artificial Intelligence.
"Wir werden überleben, aber Österreich vertreibt auf diese Weise
unsere top-ausgebildeten WissenschaftlerInnen ins Ausland. Österreich
wird in Rankings abstürzen und die Rückholung von EU Geldern ist
damit wesentlich behindert", ergänzt Trappl.
Soziale Innovation torpediert
"Durch den Kahlschlag geht gerade praxisorientierte Forschung
verloren, deren Themen sich erst kürzlich etablieren haben", hebt
Gabriele Sprengseis hervor. "Wir leben soziale Innovation und
bearbeiten Schnittstellenthemen, z. B. Gewalt gegen pflegebedürftige
Menschen, die Engagement und Eigeninitiative erfordern und enorme
Interdisziplinarität voraussetzen", so die Leiterin des
Forschungsinstituts des Roten Kreuzes. "Österreich wird am Ende einen
Rückschrittsprozess im europäischen Forschungsraum machen", warnt
Günter Ogris, Scientific Director von SORA, "und das kommt einer
Abschaffung der Forschungspolitik gleich."
Rückfragehinweis:
Mag. Birgit Baumgartner, Forschungskommunikation, RSA FG |
T: +43 (0)662 834602 - 600 | M: +43 (0)664 8251185 | [email protected]
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