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Fehlerhafte Ermittlungen bei der Österreichischen Agentur für Wissenschaftliche Integrität

Wurden alle relevanten Unterlagen der ÖAWI vorgelegt?

Bremen (OTS) - Prof. Dr. Alexander Lerchl, Professor für Biologie
an der JACOBS UNIVERSITY meldet sich heute, nach Veröffentlichung der

"Stellungnahme der Kommission für Wissenschaftliche Integrität zum Fall 2009/01" zu Wort: "Ich habe gegen die im Rahmen des EU-geförderten Reflex-Projekts erarbeiteten Ergebnisse aus den Arbeiten Schwarz et al. 2008 und Diem et al. 2005 zur Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen Zellschädigungen und elektromagnetischer Strahlung gibt, den begründeten Verdacht geäußert, dass die Verblindung der Proben unzureichend war und daher diese Ergebnisse wissenschaftlich nicht belastbar sind. Selbst die ÖAWI bemängelt, dass die Dokumentationen der Originaldaten und deren Darstellung nicht den Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis entspricht und dass die notwendige Sorgfalt vermisst wird, um publizierte Ergebnisse nachzuvollziehen. Darüber hinaus ist es fraglich, ob der Kommission tatsächlich alle relevanten Unterlagen zur Verfügung gestellt worden sind!"

Unplausible Datenmuster - fundamentale Zweifel gerechtfertigt

Die Kommission der Österreichische Agentur für Wissenschaftliche Integrität (OeAWI; www.oeawi.at hat heute ihren Abschlussbericht bzgl. der Fälschungsvorwürfe gegen 4 Publikationen der Arbeitsgruppe von Prof. Rüdiger (ehem. Leiter der Arbeitsmedizin an der Medizinischen Universität Wien (MUW)) veröffentlicht.)

Der Bericht bzw. die Ermittlung sind in mehrfacher Hinsicht fehlerhaft: Die Gutachten von O. Univ. Prof. Dr. Bauer, seinerzeit Leiter des Instituts für Medizinische Statistik der MUW, vom 6.5.2008 und 28.8.2008 zu zwei Publikationen sind der Kommission nicht vorgelegt worden, wie die Leiterin der Kommission schriftlich am Vortag (25.11.2010) auf Nachfrage von Lerchl mitgeteilt hat. "Diese Gutachten sind aber für die Beurteilung der Sachverhalte von zentraler Bedeutung, da sie meine Argumente vollumfänglich stützen.", so Lerchl und weiter: "Hier wird klar ausgedrückt, dass die Evidenz vorliegt, dass ein Versuch einer unabhängigen Forschergruppe völlig fehlgeschlagen ist, die wiederholt publizierten, ähnlichen und schon im Einzelfall unplausiblen Datenmuster unabhängig zu reproduzieren. Daher müssen an der Validität der Ergebnisse fundamentale Zweifel angemeldet werden!"

Lerchl wurde nicht zur Anhörung eingeladen

Die Kommission konnte den von Lerchl "erhobenen Fälschungsvorwurf weder bestätigen noch entkräften" bzw. es konnten weitere "Fälschungsvorwürfe nicht verifiziert werden." In einer solchen Situation schreibt die Geschäftsordnung der Kommission (4.2.) vor: "Wenn aufgrund der vorgelegten Unterlagen keine ausreichende Beurteilung des Sachverhaltes möglich ist, kann eine Anhörung der Betroffenen durch Mitglieder der Kommission durchgeführt werden."

"Ich bin zu keinem Zeitpunkt, weder schriftlich noch mündlich angehört oder zu einer Anhörung nach Wien geladen worden. Eine Anhörung hätte dieses Versäumnis sowie eventuelle weitere Fehler verhindert", ist Lerchl überzeugt um weiters festzustellen, "dass die Kommission die Fälschungsvorwürfe nicht mit dem erforderlichen Nachdruck und der notwendigen Sorgfalt untersucht und gegen ihre eigene Geschäftsordnung gehandelt hat."

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