• 26.11.2010, 13:43:46
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Dipl. Medizinisch-Technische Fachkräfte dürfen keine Hilfsberufe werden

NÖ Ärztekammer und Arbeiterkammer fordern moderne Berufsbilder für MTF-Berufe

Wien (OTS/AKNÖ) - Die Niederösterreichische Arbeiterkammer und die
NÖ Ärztekammer fordern eine rasche Modernisierung des 50 Jahre alten
Berufsbildes der dipl. Medizinisch-Technischen Fachkräfte. Einen
vorliegenden Gesetzesentwurf, der die Herabstufung des
hochqualifizierten Berufes in einen einspartigen Hilfsberuf im
Gesundheitswesen vorsieht, lehnen NÖ Ärzte- und Arbeiterkammer ab.
AKNÖ-Vizepräsidentin Adler: "Wir fordern gemeinsam mit den
Gewerkschaften und dem Berufsverband eine Aufwertung des Berufes und
eine breite Ausbildung in mindestens drei Sparten. Eine Reduzierung
auf eine Schmalspurausbildung würde Gehaltsreduzierung, Lohndruck auf
bestehende Beschäftigungsverhältnisse und Verlust des Berufsschutzes
bedeuten."

Schützenhilfe erhalten die Medizinisch-Technischen Fachkräfte auch
vom Vizepräsidenten der NÖ Ärztekammer und Kurienobmann der
angestellten Ärzte, Dr. Ronald Gallob: "Die MTFs sind für einen guten
reibungslosen Ablauf in unserer täglichen Arbeit ein unerlässlicher
Partner. Die rund 5.000 MTFs in Österreich derart zu degradieren
würde einen massiven Qualitätsverlust für die PatientInnen und
Patienten mit sich bringen. Dies gilt es zu verhindern."

Die MTF-Berufe erfüllen gerade wegen ihrer Allround-Ausbildung in den
Sparten Röntgen, Labor und Physiotherapie sowohl in den Spitälern als
auch in Arzt-Ordinationen oder Physikalischen Instituten eine
wichtige Aufgabe.

AKNÖ-Gesundheitsexperte Dr. Bernhard Rupp, MBA: "Positiv im Konzept
des Gesundheitsministeriums sind Ausbildungspläne nach Modulen und
beispielsweise endlich eine Aufwertung für ArzthelferInnen, nur für
die diplomierten MTF ist der Entwurf eine Bedrohung." Der Beruf wird
hauptsächlich von Frauen und darunter von sehr vielen
Berufs-Umsteigerinnen ausgeübt, die über den 2. Bildungsweg und oft
unter großen Anstrengungen einen qualifizierten Gesundheitsberuf
erlernen. Die beabsichtigte Herabstufung von einem Fach- zu einem
Hilfsberuf würde allen Bemühungen zu einer Höher-Qualifizierung der
Beschäftigten widersprechen.

Zwei Schulen in Niederösterreich betroffen

Nach Ansicht der AKNÖ darf "diese gut aufgestellte Berufsgruppe nicht
zerschlagen werden". Statt über Verschlechterungen sollte über
Verbesserungen in Richtung Abschluss auf Maturaniveau und in Richtung
Durchlässigkeit zum gehobenen medizinisch-technischen Dienst und
nachgedacht werden.

Bernhard Rupp: "Den Schülerinnen und Schülern, die in Gmünd und St.
Pölten ihre Ausbildung machen, würde der Boden unter den Füßen
weggezogen werden. Sie wären schon nach wenigen Berufsjahren der
Konkurrenz der Schmalspurberufe ausgesetzt, sollte die geplante
Gesetzesänderung tatsächlich im Ministerrat beschlossen werden."

Rückfragehinweis:
AKNÖ Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (01) 58883-1247
mailto:[email protected]
http://noe.arbeiterkammer.at

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