• 25.11.2010, 17:35:22
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  • OTS0324 OTW0324

Österreichs Politik verspielt die Zukunft!

An Bildung und Forschung zu sparen, bedeutet ein riskantes Spiel mit der Zukunft

Klagenfurt (OTS) - An Bildung und Forschung zu sparen, bedeutet
ein riskantes Spiel mit der Zukunft: so der Tenor beim Informations-
und Diskussionsforum an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt am
25.11.2010, zu dem Rektorat, ÖH, Senat und Betriebsräte eingeladen
hatten.

Die Gespräche zwischen dem Präsidium der Universitätenkonferenz
und der ÖH mit Kanzler Faymann und Vizekanzler Pröll haben keine
greifbaren Ergebnisse erzielt. Damit stehen die österreichischen
Universitäten und deren Angehörige vor einer aussichtslosen
Situation. Die Politik muss endlich erkennen, dass Bildung und
Forschung essentiell für die Zukunftsfähigkeit und Entwicklung
Österreichs sind. Werden die Forderungen der Universitätenkonferenz
und der ÖH nicht erfüllt, so wird sich die prekäre Situation in
absehbarer Zeit massiv verschärfen.

Rektor Heinrich C. Mayr betonte, dass sich ab der Leistungsperiode
2013 enorme Finanzierungslücken für das gesamte österreichische
Universitätensystem und damit auch die Alpen-Adria-Universität
Klagenfurt ergeben, sollte die Bundesregierung ihre aktuellen
Drohungen zur Budgeteinfrierung bewahrheiten. Alleine durch Inflation
und Struktureffekte werden Mehrkosten von rund 10 % zu erwarten sein:
Kosten, die durch die Universitäten selbst kaum beeinflussbar und
damit auch nicht einsparbar sind.

Das Einfrieren der Budgets bedeutet somit eine reale Kürzung.
Schon im Jahr 2013 werden den österreichischen Universitäten damit
300 Millionen Euro fehlen. Für die Alpen-Adria-Universität beträgt
die anteilige Summe rund vier bis fünf Millionen Euro. Die Vertreter
am Podium bemühten ironische Zahlenvergleiche, um die
(Nicht-)Wertigkeit der Bildung in Österreich zu verdeutlichen. Rektor
Mayr: "Alleine mit den Sanierungskosten der Hypo Alpe Adria Bank
könnte unsere Universität 70 Jahre lang voll finanziert werden."

Die Ernsthaftigkeit politischer Aussagen grenzt inzwischen an
Hohn, betrachtet man die reale Situation. ÖH-Vorsitzender Stefan
Sagl: "Bei Unis wird jeder Euro doppelt umgedreht oder gekürzt. Bei
Flughafenprojekten, beispielsweise dem Terminal Skylink, explodieren
die Kosten von 400 Millionen auf 1 Milliarde Euro - und niemand sagt
etwas."

Senatsvorsitzender Oliver Vitouch dazu: "Der Flughafen ist ja
schließlich wichtig! Geht's dem Flughafen gut, geht's uns allen gut."
Leider ist diese Botschaft - zum Leidwesen von Studierenden,
Lehrenden und der Wirtschaft - in der Frage der Bildungspolitik noch
nicht durchgedrungen.

Wie lange muss es noch dauern, bis die Regierung einsieht, dass
der wirtschaftliche Erfolg des Landes in großem Maße von der
Innovations- und Leistungsfähigkeit der österreichischen
Universitäten abhängt? Jetzt ist es für die Politiker an der Zeit,
über den Tellerrand der Legislaturperiode hinauszublicken und
tragfähige Entscheidungen für die Zukunft Österreichs zu treffen.

Die Wortmeldungen aus dem Plenum wurden gesammelt, konkrete
Maßnahmen und Aktionen werden in den nächsten Wochen folgen.

Fotolink: http://www.uni-klu.ac.at/main/inhalt/uninews_40752.htm

Rückfragehinweis:
Dr. Annegret Landes, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt,
T: 0664 8398856
Stefan Sagl, Vorsitzender der ÖH Klagenfurt, T: 0676 4888118

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