- 25.11.2010, 11:14:19
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Heinisch-Hosek: Zwangsheirat hat in unserer Gesellschaft nichts verloren
Frauenministerin startet neue Projekte, die Opfer von Zwangsheirat unterstützen sollen
Wien (OTS) - "Zwangsheirat hat in unserer Gesellschaft nichts
verloren und ist eine Form der Gewalt, die nicht zu tolerieren ist",
sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek anlässlich des
heutigen Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen. Sie nutze nun
die folgenden 16 Tage gegen Gewalt, um ein deutliches Zeichen gegen
Zwangsheirat in Österreich zu setzen.
"Leider werden auch in Österreich viele junge Mädchen und Frauen zu
einer Zwangsheirat gezwungen", so die Ministerin. ExpertInnen
schätzen, dass jährlich um die 200 Mädchen und junge Frauen von
Zwangsheirat betroffen sind. Und das, obwohl Zwangsheirat unter
Strafe stehe und bei einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft
drohten. Das scheine viele Familien aber nicht davon abzuschrecken,
ihre Töchter zur Heirat zu zwingen. Gründe dafür gebe es viele:
kulturelle Wertvorstellungen, innerfamiliärer Druck, der auf den
Eltern lastet, Druck der eigenen Gemeinschaft, aber auch
wirtschaftliche Gründe - etwa durch ein möglichst hohes Brautgeld
oder die Absicht der Eltern, ihre Töchter durch Zwangsheirat
materiell abzusichern, schildert die Ministerin.
"Das ist eine gravierende Menschenrechtsverletzung, bei der wir nicht
wegschauen dürfen", sagte Heinisch-Hosek. Daher starte sie auch zwei
konkrete Projekte, um diesen Mädchen zu helfen. Einerseits werde sie
ein Ausbildungsprogramm für junge Frauen, die selbst von Zwangsheirat
bedroht oder betroffen waren, unterstützen, damit diese wiederum
anderen potentiellen Opfern in ihrem Umfeld helfen können. Und
andererseits werde eine neue Initiative für MultiplikatorInnen
finanziert, um LehrerInnen, SozialarbeiterInnen, JugendbetreuerInnen
und FamilienrichterInnen darin zu schulen, Zwangsheirat zu erkennen,
besser zu verstehen und damit umzugehen.
"Alle Menschen, die bei uns leben, müssen sich an die Spielregeln
halten. Und das heißt auch, dass jede Frau und jeder Mann sich aus
freiem Willen zu einer Heirat entscheidet", so Heinisch-Hosek zum
Schluss.
Rückfragehinweis:
Mag. Dagmar Strobel
Pressesprecherin der
Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Tel.: 01 531 15-2149
[email protected]
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