- 24.11.2010, 11:19:30
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Hinter der Fassade - verborgene Gewalt im sozialen Nahraum
20 Prozent der österreichischen Frauen erleiden mindestens einmal im Leben Gewalt / Der Orden der Barmherzigen Brüder beherbergt die Ausstellung "Hinter der Fassade"
Wien (OTS) - Gewalt in der Familie ist ein weitverbreitetes
Problem, unabhängig von der sozialen Schicht. Aktuellen Schätzungen
zufolge wird jede fünfte in Österreich lebende Frau Opfer von Gewalt
in der Paarbeziehung. Meistens werden auch die Kinder misshandelt.
Familiäre Gewalt hat unterschiedliche Ursachen, manifestiert sich in
diversen Formen und folgt verschiedenen Mustern. Im Rahmen der
Ausstellung "Hinter der Fassade" werden Schulklassen für das Thema
familiäre Gewalt, betreut durch psychologisch geschultes Personal,
sensibilisiert und erhalten gleichzeitig Informationen über
Betreuungs- und Hilfseinrichtungen. Gezeigt wird die Ausstellung vom
25. November bis 10. Dezember wochentags von 9.00 bis 16.00 Uhr in
den Räumlichkeiten des Ordens der Barmherzigen Brüder, in der
Taborstraße 16, 1020 Wien, die es als Selbstverständlichkeit sehen,
diese Initiative zu unterstützen.
Ausstellung "Hinter der Fassade"
Gewalt in der Familie wird meist "zu Hause" angewandt. Frauen und
Kinder werden in der gewohnten Umgebung geschlagen oder missbraucht.
Genau hier setzt die Ausstellung "Hinter der Fassade" an und bietet
anhand einer nachgebauten Familienwohnung die Möglichkeit, sich an
jenen Ort zu begeben, an dem Gewalttaten ausgeübt werden. Mittels
Videoinstallationen, Informationsmaterialien und mit Unterstützung
von psychologisch geschulten Betreuungspersonen, haben Schulklassen
und Erwachsene die Möglichkeit, sich mit den verschiedenen Formen,
Mustern und Ursachen von familiärer Gewalt zu befassen. Für die
laufende Ausstellung gibt es schon Anmeldungen von mehr als 30
Schulklassen - einige kommen aus Niederösterreich, die meisten aus
Wien.
Frühe Sensibilisierung ist wichtig
An der Pressekonferenz zur Ausstellungseröffnung nahmen teil:
Gesamtleiter Mag. Dr. Rein-hard Pichler (Krankenhaus der Barmherzigen
Brüder Wien), Mag. Dr. Susanne Brandsteidl (Amtsführende Präsidentin
des Stadtschulrats für Wien), Mag. Maria Rösslhumer
(Geschäfts-führerin des Vereins Autonome Österreichische
Frauenhäuser-AÖF), Ao.Univ.Prof. Dr. And-rea Berzlanovich (Department
für Gerichtsmedizin, Fachbereich Forensische Gerontologie,
Medizinische Universität Wien) und Prim.Univ.-Prof.Dr. Wilfried Ilias
(Vorstand der Abteilung für Anästhesiologie, Intensivmedizin &
Schmerztherapie im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien).
Im Rahmen des Pressegespräches wurde festgehalten, dass das
Erkennen von Gewalt von zentraler Bedeutung ist, um die Opfer zu
schützen. Leider so die einhellige Meinung der ExpertInnen, schützen
Opfer häufig aus Scham und Angst die Täter. Erst wenn ein
Vertrauensverhältnis beispielsweise gegenüber dem Arzt oder den
Mitarbeitern der Pflege besteht, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass
das Opfer gegenüber dem Täter rechtliche Schritte unternimmt. Ein
weiterer Punkt, der angesprochen worden ist, bezieht sich auf die
Aus- und Weiterbildung von medizinischem und pflegerischem Personal
im Umgang mit Gewaltopfern. Es ist notwendig und essentiell, so die
SpezialistInnen einstimmig, häusliche Gewalt nicht mehr als Tabuthema
zu sehen, sondern mittels Initiativen wie der Ausstellung "Hinter der
Fassade" dieses Thema immer wieder anzusprechen und Lösungen zu
finden.
Die Ausstellung "Hinter der Fassade" ist vom 25. November bis 10.
Dezember, wochentags von 9.00 bis 16.00 Uhr (geschlossen am 8.
Dezember 2010), im Krankenhaus/Konvent der Barmherzigen Brüder,
Gabriel Ferrara-Saal, Zugang Taborstraße 16, 1020 Wien zu
besichtigen.
Die Langfassung des Pressetextes können Sie per Mail unter
[email protected] anfordern.
Rückfragehinweis:
Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien Mag. Christa Praher Johannes von Gott Platz 1, 1020 Wien Tel: +43 1 211 21 1067 Fax: +43 1 211 21 1344 Mail: [email protected] oder [email protected]
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