- 23.11.2010, 09:58:09
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Kreditzinsen heimischer Banken trotz leichter Anstiege noch deutlich niedriger als im Euroraum
Die Entwicklung der Kundenzinssätze der Banken in Österreich und im Euroraum im 3. Quartal 2010
Wien (OTS) - Bei weiterhin unverändertem EZB-Leitzinssatz führten
steigende Zwischenbankzinssätze im dritten Quartal 2010 in Österreich
bei neu vereinbarten Kreditzinssätzen mit privaten Haushalten und
Unternehmen durchwegs zu höheren Zinssätzen. Dennoch blieb der
Zinsvorteil gegenüber den Durchschnittswerten des Euroraums für
Österreichs Kunden erhalten.
Bei den Einlagenzinssätzen blieben die neu vereinbarten Zinssätze
unter dem Schnitt des Euroraums, wobei dieser allerdings durch
vergleichsweise sehr hohe Zinssätze in einigen südlichen Ländern nach
oben beeinflusst wurde.
Im dritten Quartal 2010 waren ohne zinspolitische Impulse der
Europäischen Zentralbank (der EZB-Leitzins blieb auf 1,00%) die
ansteigenden Zwischenbankzinssätze (der 3-Monats-EURIBOR stieg um
0,15 Prozentpunkte auf 0,88%) ein wesentlicher Grund für Anstiege bei
den Kundenzinssätzen der Banken.
Im Kreditgeschäft gab es die stärksten Anstiege bei neu vergebenen
Konsumkrediten an private Haushalte, welche sich um 0,19
Prozentpunkte auf 4,81% im Vergleich zum Vorquartalverteuerten, damit
aber nach wie vor deutlich unter dem durchschnittlich im Euroraum
vergebenen Zinssatz von 6,55% lagen. Bei Wohnbaukrediten gab es in
Österreich im Neugeschäft im Gegensatz zum Euroraum nur einen sehr
geringfügigen Anstieg und mit 2,68% betrug der Zinsvorteil im
September 2010 gegenüber dem Euroraum bereits 0,71 Prozentpunkte
verglichen mit lediglich 0,21 Prozentpunkten im September 2009. Über
den aushaftenden Gesamtbestand gab es im dritten Quartal bei Krediten
an Haushalte dank des Auslaufens von höher verzinsten Altkrediten
sogar leichte Reduktionen zu verzeichnen (-0,09 Prozentpunkte bei
Wohnbaukrediten bzw.
-0,08 Prozentpunkte bei Konsumkrediten).
Auch bei Unternehmenskrediten gab es im dritten Quartal Verteuerungen
zu beobachten. Der Durchschnittszinssatz für neu vergebene
Großkredite (über 1 Mio Euro) lag mit 1,87% um 0,07 Prozentpunkte
über dem Vergleichswert im Juni 2010, wobei es anschließend im Juli
und August zwischenzeitlich sogar noch stärkere Anstiege gegeben
hatte. Weniger Veränderungen gab es im dritten Quartal bei
Unternehmenskrediten bis 1 Mio Euro zu beobachten, die letztendlich
um 0,05 Prozentpunkte auf 2,43% stiegen. In beiden Kategorien zeigte
sich jedenfalls im dritten Quartal der weiterhin deutliche
Zinsvorteil für Österreichs Unternehmen im Vergleich zum
Euroraumdurchschnitt von 1,01 Prozentpunkte bei bis zu 1 Mio Euro
bzw. von 0,46 Prozentpunkte bei Krediten über 1 Mio Euro. Auch
hinsichtlich des aushaftenden Gesamtbestandes der Kredite ist
festzustellen, dass österreichische Unternehmen mit durchschnittlich
2,72% deutlich günstigere Zinskonditionen vorfanden als der
Durchschnitt im Euroraum (3,35%).
Bei neu vergebenen Einlagen an private Haushalte waren bei kurzen
Laufzeiten (bis 1 Jahr) bzw. langen Laufzeiten (über 2 Jahre) nach
den historischen Tiefstständen der letzten Monate im
Quartalsvergleich nunmehr wieder Anstiege (im Schnitt um 0,06 bzw.
0,07 Prozentpunkte) zu verzeichnen. Dennoch lagen die Zinssätze
besonders bei kürzeren Laufzeiten deutlich unter den
Euroraumvergleichswerten. Bei Laufzeit von bis zu 1 Jahr wurde die
1-Prozentmarke im September 2010 mit 1,03% in Österreich nur knapp
überschritten, während im Euroraum im Schnitt ein Zinssatz von 2,25%
zu verzeichnen war. Allerdings muss hier betont werden, dass die
Durchschnittszinssätze des Euroraums durch extrem hohe Zinssätze in
einigen südlichen Ländern stark nach oben beeinflusst wurden.
Geringer war der Zinsnachteil für Österreichs Kunden bei
Bindungsfristen von mehr als 2 Jahren. Hier betrug der
Durchschnittszinssatz im September 2010 in Österreich 2,05%
verglichen mit 2,28% im Euroraum.
Weitere statistische Informationen unter dieaktuellezahl.oenb.at bzw.
www.oenb.at im Bereich "Statistik und Melderservice".
Herausgeber:
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