- 22.11.2010, 12:23:42
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Bundesministerin Heinisch-Hosek: Von der Väterkarenz profitieren die Männer und die Unternehmen
Die Frauenministerin startet gemeinsam mit dem Sozialministerium und den Sozialpartnern eine Informationsoffensive in der Wirtschaft für Väterkarenz
Wien (OTS) - "Eigentlich sollte es heute eine
Selbstverständlichkeit sein, dass sich beide Elternteile eine gewisse
Zeit um ihre Kinder kümmern", sagte Frauenministerin Gabriele
Heinisch-Hosek heute bei der Präsentation der Informationsoffensive
für mehr Väterkarenz in der Wirtschaft im Wiener Ringturm. "Zwei
Drittel der Väter wollen das auch, das zeigen die Umfragen, tun es
dann aus verschiedenen Gründen aber doch nicht." Nur knapp fünf
Prozent der jungen Väter nutzen die Gelegenheit zur Väterkarenz.
Ein Argument, nämlich im Karenzfall zuwenig Geld für die Familie zur
Verfügung zu haben, sei bereits durch die Einführung des
einkommensabhängigen Kindergeldes weggefallen, betonte die
Ministerin. Aber in den Unternehmen sei es noch immer nicht
selbstverständlich geworden, dass Männer in Karenz gingen. "Viele
werden noch als Exoten angesehen, viele fürchten einen Karriereknick
und haben Angst, nicht mehr auf ihren angestammten Arbeitsplatz
zurückkehren zu können", so Heinisch-Hosek, die von einem jungen
Vater aus dem Bankenbereich berichtete, der zwar gern die Karenzzeit
in Anspruch genommen hätte, aber fürchtete seine Großkunden zu
verlieren.
In dieser Situation sei es umso wichtiger, den österreichischen
Unternehmen die Väterkarenz "schmackhaft" zu machen, denn es könne
eine Win-Win-Situation für Väter und für die Betriebe entstehen. "Die
Väter gewinnen Kompetenz im Umgang mit den Kindern und erweitern
ihren Horizont, die Unternehmen gewinnen hochmotivierte Mitarbeiter,
die nach der Karenz neue Perspektiven und Managementfähigkeiten
mitbringen", so die Frauenministerin.
"Mit der neuen Informations-Offensive für die Wirtschaft wollen wir
gemeinsam - Frauenministerium, Sozialministerium, ÖGB,
Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer, Landwirtschaftskammer und
Industriellenvereinigung - die Unternehmen gezielt ansprechen", sagte
Heinisch-Hosek. Es gehe nun darum, Bewusstsein in den Betrieben zu
schaffen und gemeinsam mit der Wirtschaft eine neue
Unternehmenskultur zu entwickeln, die Männer motiviert, eine
Väterkarenz in Anspruch zu nehmen.
Minister Rudolf Hundstorfer betonte, dass das Sozialministerium die
Kampagne massiv unterstützen werde. "Wir müssen signalisieren, dass
von der partnerschaftlichen Kinderbetreuung sowohl die Eltern als
auch der Betrieb wie auch das Kind profitieren können." Auch die
anwesenden Sozialpartner unterstrichen die Wichtigkeit der
Informationsoffensive für die gesellschaftliche Zukunft.
Das abz*austria wurde damit beauftragt, in den kommenden Monaten in
allen Bundesländern Veranstaltungen, vor allem für PersonalistInnen
in Klein- und Mittelbetrieben, anzubieten. Unterstützend zu den
Workshops für Betriebe sind auch drei Diskurs-Cafés zur
überbetrieblichen regionalen Vernetzung geplant, in denen über das
Thema Väterkarenz diskutiert werde.
Weitere Informationen finden Sie auch auf der Website des
Frauenministeriums unter: http://www.maennerinkarenz.at/
Rückfragehinweis:
Pressesprecherin der Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Mag. Dagmar Strobel
Tel.: (01) 531 15 - 2149
mailto:[email protected]
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