"trend": Niederösterreich gegen E-Control
Für Niederösterreichs Landesrat Stephan Pernkopf ist die E-Control eine "Ökostrom-Vernichtungsbehörde".
Wien (OTS) - "Energiepolitik machen immer noch wir", sagt Stephan
Pernkopf, zuständig für das Ressort Landwirtschaft und Umweltschutz
des Landes Niederösterreich. Im kommenden Montag erscheinenden
Wirtschaftsmagazin "trend" kritisiert er die Regulierungsbehörde und
damit auch deren Geschäftsführer Walter Boltz ungewöhnlich scharf:
"Die E-Control hat keine Energiepolitik zu machen. Sie soll keine
Ökostrom-Vernichtungsbehörde sein, sondern auf ihr Geschäft schauen."
Grund der scharfen Worte aus Niederösterreich ist die Kritik der
E-Control an angeblich zu großzügigen Länder-Förderungen für
Alternativenergie. Boltz lehnt bekanntlich Dauerförderungen ab und
bezweifelt die Sinnhaftigkeit von Biogasanlagen.
Pernkopf, einst Kabinettschef von Ex-Landwirtschaftsminister Josef
Pröll, betont im Widerspruch dazu, wie wichtig "die gesamte Palette"
von Alternativenergien sei und fühlt sich auch politisch im Recht.
"Die Bevölkerung von Niederösterreich trägt unsre Politik mit", sagt
Pernkopf im Gespräch mit dem "trend".
Eine weitere Verlängerung des Vertrags von Walter Boltz scheint nicht
zuletzt aufgrund dieses Dauer-Konflikts aus heutiger Sicht wenig
wahrscheinlich, vermuten Insider.
Anfang 2011 wird Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner die
Geschäftsführung der E-Control neu ausschreiben. Dabei werden, gemäß
der im Ministerrat beschlossenen Novelle des
Elektrizitätswirtschafts- und Organisationsgesetzes, zwei
Geschäftsführer installiert. Boltz, der noch unter Schwarzblau zu
seiner Funktion kam, scheint im aktuellen großkoalitionären
Farbenspiel nur mehr wenig Chancen auf eine neuerliche Amtsperiode
haben.
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