OTS0229   19. Nov. 2010, 13:30

ÖAMTC-Expertenforum: Motorisierte individuelle Mobilität der Zukunft - ökologisch und ökonomisch (+ Foto)

Verbrennungsmotor, E-Mobilität oder Brennstoffzelle - Herausforderungen und aktuelle Entwicklungen


Die Reduktion des Energieverbrauchs und der
Emissionen des Straßenverkehrs sowie der Umstieg auf nachhaltige
Ressourcen zur Erreichung der Klimaziele haben massive Auswirkungen
auf die individuelle motorisierte Mobilität. Im Mittelpunkt des
heutigen ÖAMTC-Expertenforums stand daher die Frage: Wohin geht die
Entwicklung der motorisierten individuellen Mobilität der Zukunft -
ökologisch und ökonomisch? "Die Mobilität der Zukunft muss sicher,
sauber und Ressourcen schonend sein. Daneben muss Mobilität auch
leistbar sein", erklärte der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung
Mario Rohracher.

Für Günter Lichtblau vom Umweltbundesamt ist die Reduktion der
Treibhausgas-Emissionen zum Stopp des Klimawandels eine große
Herausforderung. Im Bereich Verkehr sieht er enormes
Einsparungspotenzial: "Das Ziel im Verkehr sind null Emissionen. Die
Lösung liegt in der Elektrifizierung. Hier gibt es keine direkten
Emissionen." Notwendig seien aber auch strukturelle Änderungen, in
denen Wirtschaftswachstum und Transportleistung entkoppelt und
Mobilitätszwänge abgebaut würden. "Gesellschaft, Politik und
Wirtschaft sind gefordert, Übergänge in Richtung Zero Emission Sektor
vorzubereiten."

Ernst Pucher von der TU Wien hat eine umfassende Analyse zum
Primärenergieverbrauch und den CO2-Emissionen des Straßenverkehrs
gemacht. "Der Anteil der Pkw am Gesamtenergieverbrauch und an den
CO2-Emissionen wird überbewertet, weil unter dem Begriff
'Energieverbrauch des Verkehrs' eine Vielzahl von Verbrauchergruppen
wie Flugverkehr, Eisenbahn, Rohrleitungstransport, der gesamte
Straßenverkehr, Off-Road-Maschinen sowie Kraftstoffexport
zusammengefasst werden", erklärte Pucher beim ÖAMTC-Expertenforum. In
Österreich wird der größte Anteil der Primärenergie für die
Elektrizitätsversorgung eingesetzt. "Global ist der Übergang zu
nachhaltig dekarbonisierten Energieträgern notwendig, wenn die
CO2-Reduktion annähernd erreicht werden sollte", so Pucher beim
ÖAMTC-Expertenforum.

Auto-Mobilität wird deutlich nachhaltiger

Das globale Energie-Unternehmen Shell macht seit über 50 Jahren
eine Pkw-Studie. Im Mittelpunkt der aktuellen Studie steht die Frage
nach der Zukunft der Mobilität. "Auswirkungen auf die Motorisierung
wird der aktuell in vielen Ländern Europas stattfindende
demografische Wandel haben", erklärte Jörg Adolf beim
ÖAMTC-Expertenforum. Laut Studie wird die Zahl der Pkw steigen, die
Pkw-Fahrleistungen werden auf heutigem Niveau bleiben. Einsparungen
im Pkw-Bereich sind durch den Einsatz alternativer Antriebe möglich.
Die Klimaziele der EU und die geplanten Reduktionen der
CO2-Emissionen könnten erreicht, die CO2-Emissionen des
Straßenverkehrs bis 2030 um bis zu 17 Prozent reduziert werden.

Parallele Entwicklungen - verbesserter Verbrennungsmotor, Hybrid- und Elektrofahrzeuge, Wasserstoffantrieb als Zukunftshoffnung

Über aktuelle Entwicklungen, Zukunftsvisionen und -strategien im
Bereich Antriebe berichteten beim ÖAMTC-Expertenforum Vertreter der
Autoindustrie. "In Zukunft werden je nach Anwendung Fahrzeuge mit
unterschiedlichen Antrieben zum Einsatz kommen. Die drei Säulen -
Verbrennungsmotor, Hybridantrieb und Elektroantrieb - wird es
weiterhin in unterschiedlichen Entwicklungsstufen geben", so Andreas
Docter von Daimler. Entsprechend vielseitig sind die
Entwicklungsstrategien. "Auch der Verbrennungsmotor hat durchaus noch
Potenzial zur Optimierung", meinte Heiko Mertens von VW.
Erdgasfahrzeuge könnten dabei in Zukunft durchaus an Bedeutung
gewinnen. Darüber hinaus setzen viele Automobilhersteller
mittelfristig auf Hybrid-Fahrzeuge in unterschiedlichen
Entwicklungsstufen. "Hybridtechnologie ist der Schlüssel für
nachhaltige individuelle Mobilität", sagte Gerard Killmann von
Toyota. Einen Schritt in diese Richtung stelle der neue Plug-in Prius
dar, der extern elektrisch aufgeladen werden kann und mit E-Antrieb
eine Reichweite von 20 Kilometern hat.

Batteriefahrzeuge haben den Nachteil der geringen Reichweite und
eignen sich daher hauptsächlich für Kurzstrecken. Ein Problem, das es
mit der Brennstoffzelle nicht gibt. Langfristig scheint daher aus
heutiger Sicht die Lösung in der Entwicklung von marktfähigen
Wasserstoff-Autos zu liegen. "Hier gibt es derzeit aber noch einige
andere Probleme, die nicht von der Automobilindustrie allein zu lösen
sind", erklärten die Experten bei der ÖAMTC-Veranstaltung. Zunächst
fehle die notwendige Infrastruktur - Wasserstoff-Tankstellen gibt es
kaum. Darüber hinaus ist die gesamte Technologie noch sehr teuer und
die Herstellung von Wasserstoff im Moment auch umwelttechnisch nicht
ideal: Bei der Aufspaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff
wird oft mehr CO2 erzeugt als durch die Verwendung herkömmlicher
Kraftstoffe.

Aviso an die Reaktionen: Fotos von der Veranstaltung können unter
pressestelle@oeamtc.at oder telefonisch unter (01) 711 99 - 21218
angefordert werden.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0229 2010-11-19 13:30 191330 Nov 10 OCP0001 0645




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